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Erklärung des Rates der Stadt Bergen zur Erinnerungskultur

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Erklärung des Rates der Stadt Bergen zur Erinnerungskultur Bergen (C) Ulrich Stamm
Ratserklärung zur Erinnerungskultur

 

Wie die in der Öffentlichkeit viel beachteten Gedenkfeiern zum Ende des 2. Weltkrieges und zur Befreiung des KZ Bergen-Belsens gezeigt haben, wird sich in den kommenden Jahren die Erinnerungskultur an diese Zeit sehr verändern.

Herr Dr. Wagner als Geschäftsführer der Nds. Gedenkstättenstiftung begrüßt ausdrücklich die Bemühungen der Stadt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen zusammen zu arbeiten. So besuchen wir regelmäßig mit Gästen der Stadt die Gedenkstätte und ihre Veranstaltungen und wir nehmen die Dienste von dort in Anspruch. Für die Zukunft ist die Errichtung einer internationalen Jugendbegegnungsstätte geplant, die auch in enger Kooperation mit der Gedenkstätte betrieben werden soll.

Die Stadt Bergen ist sich ihrer besonderen Verantwortung für Frieden, Freiheit und Toleranz bewusst. Es handelt sich um einen Prozess, der nie enden darf und für den die Stadt Bergen jederzeit einstehen wird. Der Rat der Stadt Bergen unterstützt diese Bemühungen ausdrücklich und gibt nachfolgende Erklärung ab:

 

Erklärung des Rates der Stadt Bergen:

 

Vor 70 Jahren, am 15. April 1946, wurde das KZ Bergen-Belsen von den britischen Truppen befreit. Das Leiden, das Sterben und Morden von unzähligen unschuldigen Opfern konnte endlich beendet werden.

70 Jahre sind eine Zeitspanne, die die Überlebenden allmählich verstummen lässt und die Gefahr besteht, dass die Erinnerung an das Geschehene langsam verblasst. Die Zeitzeugen und Verfolgten, die ein erhebliches moralisches Gewicht haben, sind nicht mehr da und können ihre warnenden Stimmen nicht mehr erheben. Es bleibt den nachfolgenden Generationen vorbehalten, ihr Vermächtnis zu bewahren und die Erinnerung weiter zu tragen.

Die Stadt Bergen als unmittelbare Nachbarin und Namensgeberin der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist sich auch vor diesem Hintergrund ihrer Verantwortung für diesen Teil der Geschichte Deutschlands bewusst und steht deshalb in ganz besonderem Maße für Frieden, Freiheit und Toleranz ein. Dazu gehört auch das Wachhalten der Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der vielen Menschen aus verschiedenen Gruppen und Nationen in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945.

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen, heute Dokumentationszentrum, aber auch Friedhof für zigtausend Opfer, steht dafür, ist für immer ein Mahnmal und ein Ort gegen das Vergessen und für das Erinnern, für Bildung von jungen Menschen, für Lernen und Forschung.

Der Rat der Stadt Bergen anerkennt ausdrücklich das Wirken der Arbeit in der Gedenkstätte Bergen-Belsen und unterstützt Arbeit und Ziele der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.

Ein enges Zusammenwirken zwischen der Stadt Bergen, den betroffenen Menschen und allen Trägern der Erinnerungskultur wird begrüßt und weiter vertieft.

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