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Alle 30 Sekunden ein Leitungswasserschaden in Deutschland

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Alle 30 Sekunden ein Leitungswasserschaden in Deutschland Deutschland-Karte Wasserschäden (C) GDV

BREMEN. In keiner anderen Region in Niedersachsen und Bremen platzen so häufig Rohre, lecken Armaturen oder laufen Heizboiler aus wie im Zentrum der Hansestadt. Mit 177 liegt der Index für Leitungswasserschäden in der Bremer Innenstadt weit über dem Bundesdurchschnitt (100), wie aus Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Auch Emden (133), Wolfenbüttel (127) und Hameln-Pyrmont (127) sind Leitungswasserschäden besonders häufig und teuer. Der Stadtkreis Osnabrück folgt auf Platz fünf (125). Am wenigsten betroffen ist der Landkreis Lüneburg: Hier liegt der Schadenindex mit 66 deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

 

 

Niedersachsen und Bremen: Die fünf …

… schadenträchtigsten Gebiete

… schadenärmsten Gebiete

Stadt-/Landkreis

Indexwert*

Stadt-/Landkreis

Indexwert*

Bremen Innenstadt (PLZ 281xx; 281xx)

171

Lüneburg

66

Emden

133

Gifhorn

67

Wolfenbüttel

127

Wolfsburg

67

Hameln-Pyrmont

127

Lüchow-Dannenberg

68

Osnabrück (Stadt)

125

Ammerland

71

* Angaben in Prozent des Bundesdurchschnitts; Quelle: GDV 2011

 

Deutschlandweiter Spitzenreiter ist Köln: In der Innen- und Südstadt ist der Index für Leitungswasserschäden mit 263 mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Die bundesweite Auswertung finden Sie auf gdv.de.

 

Nasse Wände im Westen – alles dicht im Osten

Die Auswertung zeigt ein geteiltes Deutschland: Während westdeutsche Städte überdurchschnittlich oft Wasserschäden verzeichnen, treten sie in Ostdeutschland flächendeckend wesentlich seltener auf: In keinem einzigen Landkreis in den neuen Ländern liegt der Schadenindex über 80. Am besten schneidet der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster ab, der mit 36 den niedrigsten Wert deutschlandweit aufweist.

 

Eine Ursache für das starke Gefälle ist das unterschiedliche Alter der Leitungssysteme in Ost und West. „In Ostdeutschland sind nach der Wiedervereinigung viele Gebäude saniert worden. Das ist ein Grund, warum die Schäden dort im Vergleich zum Westen seltener sind“, sagt Oliver Hauner, Leiter der Abteilung Sach- und Technische Versicherungbeim GDV. Auch die Wasserqualität kann ein Faktor für häufige und teure Schäden sein.

 

 

Kosten summieren sich auf 2,3 Milliarden Euro pro Jahr

Jährlich zählen die Gebäudeversicherer deutschlandweit inzwischen rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden – im Schnitt entsteht alle 30 Sekunden ein Leck. Die Kosten summierten sich 2015 auf 2,3 Milliarden Euro. Hinzu kamen 230 Millionen Euro Schäden in der Hausratversicherung. Zum Vergleich: 2005 betrugen die Leitungswasserschäden in der Gebäudeversicherung rund 1,6 Mrd. Euro 

Viele Schäden wären vermeidbar, wenn die Wasserleitungen regelmäßig gewartet würden, so Hauner. „Eigentlich müssten Hausbesitzer nach rund 30 Jahren ihr Rohrleitungssystem überprüfen, wenn nicht sogar bereits sanieren lassen.“ Je älter die Gebäude, desto häufiger sind Leitungswasserschäden. Doch viele Hausbesitzer schrecken wegen der hohen Kosten vor einer Sanierung zurück.

 

Wie der Schadenindex berechnet wird

Für den Schadenindex hat der GDV die Leitungswasserschäden pro Landkreis ermittelt. Grundlage ist der Schadensatz: das Verhältnis des Schadenaufwandes zur Versicherungssumme. Für größere Städte berechneten die GDV-Statistiker den für Versicherer unverbindlichen Index mit Hilfe der Postleitzahl-Dreisteller noch feiner. Der Schadenindex schwankt selbst in Städten und zwischen benachbarten Kreisen  zum Teil deutlich. Im rechtsrheinischen Köln liegt er beispielsweise mit 138 deutlich niedriger als im linksrheinischen Teil der Stadt (PLZ-Gebiet 506xx; 509xx: 263, 507xx; 508xx: 233).

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