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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. April 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. April 2019 Indizes vom 10.04.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Katzenjammer in Europa - Jubelstimmung in Zürich: Der schweizerische Leitindex SMI hat am Dienstag ein neues Allzeithoch markiert. Am Mittag stieg der SMI bis auf knapp 9.629 Punkte und übertraf damit als erster großer europäischer Aktienindex den Höchststand vom Januar 2018. Dem DAX fehlen bis zu seinem Rekordstand mehr als 14 Prozent. Zum Schluss lag der SMI zwar nur noch 0,4 Prozent im Plus bei 9.582 Punkten, damit schlug er sich aber deutlich besser als der DAX oder der Euro-Stoxx-50.

Denn an den meisten europäischen Aktienmärkten weitete sich die Konsolidierung am Dienstag aus. Gut im Rennen lag noch der Athener ATHEX, der sich mit einem Plus von 0,1 Prozent gut behauptete. Piraeus Bank und Alpha Banken legten beide um rund 3 Prozent zu. Die Regierung will die IWF-Schulden zurückzahlen. Sie meint, sie könne sich nun am Kapitalmarkt günstiger finanzieren.

Der DAX fiel um dagegen um 0,9 Prozent auf 11.851 Punkte, und der Euro-Stoxx-50 gab um 0,6 Prozent auf 3.417 Punkte nach. "Das Aufwärts-Momentum ist verlorengegangen", sagte ein Händler. Verwiesen wurde am Markt auf ein ganzes Bündel von Gründen: So beurteilte der IWF die Wachstumsaussichten als so schlecht wie seit 10 Jahren nicht mehr, und Italien geht nun von einer Stagnation aus, was auch steigende Defizit-Quoten bedeutet. Daneben verstimmte die Unsicherheit um den Brexit die Anleger, und schließlich drückte auch noch das Damoklesschwert eines neuen Handelsstreits zwischen den USA und der EU auf die Stimmung. 

USA setzen Airbus und MTU unter Druck 

 

Im Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus haben die USA den Europäern Strafzölle angedroht. Laut dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer fügen die europäischen Staatsbeihilfen für Airbus den USA einen Schaden von jährlich 11 Milliarden Dollar zu. Zugleich betonte Lighthizer allerdings auch, Ziel sei es, mit der EU eine Einigung zu erzielen. Er veröffentlichte gleichwohl eine Liste mit europäischen Produkten, die mit Strafzöllen belegt werden könnten. Darunter sind Güter aus der Luftfahrtbranche, unter anderem von Airbus. Airbus gaben um 2 Prozent nach, MTU verloren 3,7 Prozent.

Debüt von Alcon macht Novartis-Aktionären Freude 

Im SMI wurde die Stimmung auch vom Börsendebüt von Alcon gestützt, dem von Novartis abgespaltenen Augenheilkunde-Geschäft. Die Novartis-Aktionäre erhielten für jeweils fünf Novartis-Papiere eine Alcon-Aktie. Alcon nimmt ab Mittwoch im Leitindex SMI den Platz von Julius Bär ein. Die Citigroup hat nach dem "Spin-off" das Novartis-Kursziel auf 95 von 100 Franken gesenkt und blieb bei der Kaufempfehlung. Die um Alcon bereinigte Novartis-Aktie verlor 10,6 Prozent auf 84,81 Franken. Die Alcon-Aktie ist mit 55 Franken gestartet und notierte zum Schluss bei 58,05 Franken. Unter dem Strich ergab sich für die Novartis-Aktionäre ein Plus von 1,7 Prozent. 

Übergeordnet profitierte der Schweizer Markt auch von den konjunkturunabhängigen Schwergewichten: Mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 96,62 Franken lagen auch die Aktien des Nahrungsmittel-Konzerns Nestle auf Rekordkurs. 

Sika mit soliden Zahlen 

Sika, der Schweizer Hersteller von Spezialitätenchemie, hat solide Zahlen für den Jahresauftakt vorgelegt. Der Umsatz konnte in Lokalwährungen um 7,1 Prozent gesteigert werden. Ein kleines Bonbon lieferte Sika-Chef Paul Schuler mit der Erwartung, die Übernahme der französischen Parex bereits im zweiten Quartal abzuschließen. Hier gingen Analysten bisher vom zweiten Halbjahr 2019 aus. Nach der zuletzt bereits sehr starken Entwicklung schlossen Sika mit einem Plus von 0,2 Prozent gut behauptet. 

Givaudan überzeugte zum Jahresauftakt mit dem Umsatz. In den ersten drei Monaten lag er - auch dank Übernahmen - mit 1,53 Milliarden Franken oberhalb der Markterwartung von 1,47 Milliarden Franken. Die Frage ist allerdings, wie sich die Entwicklung bei den Rohstoffpreisen auf die Marge des Aromenherstellers ausgewirkt hat. Daneben weist Davy auf die schwächere Entwicklung des Nordamerika-Geschäfts hin. Givaudan schlossen kaum verändert. 

Technologie mit SAP deutlich im Minus 

In Europa notierten die Indizes der Banken und Pharmatitel leicht im Plus. Dagegen verlor der Index der Technologie-Aktien 1,5 Prozent. Er wurde vor allem von SAP gedrückt. Die Aktien des Software-Konzerns fielen um 3,4 Prozent, nachdem sowohl die UBS als auch die HSBC die Aktie abgestuft hatten. 

Ein optisch deutliches Minus bei Henkel war dagegen vor allem dem Dividendenabschlag geschuldet. Henkel gaben um 2,38 Euro auf 88,34 Euro nach - die Aktie wurde ex Dividende von 1,85 Euro je Aktie gehandelt. 

Gut schlugen sich die vergleichsweise konjunkturunabhängigen Beiersdorf mit einem Plus von 0,8 Prozent. Auch RWE legten um 0,5 Prozent zu. 

QSC und Easy Software sehr fest 

Wirkliche Gewinne waren aber vor allem unter den kleineren Werten zu finden. In der vierten Reihe verteuerten sich QSC um 7,6 Prozent. Der Markt honorierte damit, dass sich das Unternehmen nun komplett vom Telekomgeschäft Plusnet verabschieden will. Gebote soll es bereits geben. Mit dem schnell wachsenden Cloud-Geschäft könnten QSC mittelfristig mit höheren Bewertungskennziffern bewertet werden, hieß es. 

Easy Software schlossen nach ihren Zahlen 10,1 Prozent im Plus. Die Entwicklung zeigt nach einem schwachen 2018er Jahr nach oben. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um rund 23 Prozent, das Geschäft mit Lizenzen und Cloud-Abonnements sogar um 58 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

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