Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. August 2018

Freitag, 10 August 2018 05:36
Publiziert in Wirtschaft
veröffentlicht von
Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. August 2018 Indizes vom 09.08.2018 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Börsen in Europa haben sich am Donnerstag meist kaum verändert gezeigt. Bewegung in Einzelwerte brachte die laufende Berichtssaison. So spurteten Adidas nach Zahlen um gut 9 Prozent nach oben, während es für TUI um 2,5 Prozent nach unten ging. Die Berichtssaison hat nun ihren Höhepunkt überschritten, von dieser Seite dürften die Impulse in der kommenden Woche wieder abnehmen. Der DAX schloss 0,3 Prozent höher bei 12.676 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gewann einen halben Punkt auf 3.494 Punkte. Für den Aktienmarkt in London ging es um 0,4 Prozent nach unten, hier machte sich im Kursindex bemerkbar, dass etliche Unternehmen ihre Dividende auszahlten.

Stress am türkischen Anleihenmarkt 

Die Krise am türkischen Anleihenmarkt verschärfte sich am Donnerstag weiter. Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihen markierte bei 22,42 Prozent ein neues Mehrjahreshoch und lag damit sogar über der Rendite der zehnjährigen Papiere. Die hohe Rendite, vor allem am kurzen Ende, indiziert, dass die Anleger einen Zahlungsausfall des Landes nicht gänzlich ausschließen. Auch die Kreditausfallversicherungen schossen nach oben. "Die kontinuierlich notwendige Finanzierung des beängstigend hohen und steigenden türkischen Leistungsbilanzdefizits kann jederzeit zusammenbrechen, fußt doch diese zu übergroßen Teilen auf schnell flüchtigen kurzfristigen (ausländischen) Geldern", so Thomas Meißner von der LBBW. Sollte sich die Krise weiter verschärfen, schließt der Analyst ein Hilfsgesuch der Türkei in Richtung IWF nicht aus. 

 

 

Starke Zahlen treiben Adidas 

Adidas-Aktien machen einen Sprung von 9,4 Prozent auf 208,50 Euro. Umsätze, EBIT und Gewinn hätten die Erwartungen übertroffen, hieß es im Handel. Equinet verwies auf die Gewinnentwicklung des Sportartikelherstellers, die viel besser als erwartet ausgefallen sei. Nach dem deutlich über den Erwartungen liegenden Anstieg der Bruttomarge betrachtet Equinet die Unternehmensprognose für das Geschäftsjahr als konservativ. 

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal zwar weniger verdient als von Analysten erwartet. Vor allem der schwache Dollar hinterließ kräftige Bremsspuren beim Wachstum, die Aktie schloss etwas höher. Für die Aktie der Deutschen Telekom ging es nach Zahlenvorlage um 0,1 Prozent nach unten. Umsatzziel leicht verfehlt, aber die Erwartungen an das EBITDA übertroffen: So stellen sich nach Einschätzung von Jefferies die Zweitquartalszahlen der Deutschen Telekom dar. Das Kerngeschäft in Deutschland liege überdies völlig im Rahmen der Erwartungen, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.

Thyssenkrupp hat die Prognose für das lange erfolgreiche Aufzugsgeschäft gesenkt, die Aktie verlor in der Folge 1,7 Prozent. Die Kommentare zu den mittelfristigen Zielen, nun für das Geschäftsjahr 2021, seien positiv aufgenommen worden, doch enttäuschten die breit angelegten Senkungen, vor allem bei den Aufzügen. 

Adecco enttäuscht mit Gewinnrückgang 

Für leichte Enttäuschung sorgten die Geschäftszahlen von Adecco. Das Zeitarbeitsunternehmen hatte im zweiten Quartal einen überraschenden Rückgang des Nettogewinns vermeldet, obwohl es mit dem Umsatz nach oben ging. Adecco-Aktien verloren 2 Prozent. 

Nach Einschätzung von AJ Bell ist der Kurseinbruch der Tui-Aktie von 2,5 Prozent darauf zurückzuführen, dass Anleger Zweifel daran hegten, ob der Reisekonzern das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr tatsächlich um einen zweistelligen Prozentwert werde steigern können. Hintergrund könnte Thomas Cook sein - der Mitbewerber hatte in der vergangenen Woche die Ziele nach unten angepasst. 

Ryanair beendeten ihren einwöchigen Erholungstrend und schlossen 1 Prozent im Minus. Im Fokus der Marktteilnehmer stand weiter der Streik am Freitag. Analysten wie bei Goodbody setzen hier stark auf den Ausgang von Mediationsgesprächen zwischen der Airline und den irlandbasierten Piloten. Dies werde kommende Woche ein wichtiges Barometer für den Umgang mit den Gewerkschaften innerhalb des Ryanair-Netzwerks werden. Der Billigflieger wird am Freitag von Piloten in Irland, Schweden, Belgien, den Niederlanden und Deutschland bestreikt. Goodbody weist darauf hin, dass dies die größte Geschäftsunterbrechung seit Bestehen der Gesellschaft sein wird.

(Quelle: finanzen.net)

Gelesen 197 mal
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Ähnliche Artikel