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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. Oktober 2019

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Indizes vom 10.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 10.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte holten am Dienstag das Minus vom Vortag wieder auf. Den entscheidenden Impuls lieferte die Nachricht, dass China trotz der sogenannten Blacklist für seine Unternehmen offen für einen Teil-Deal mit den USA sei. Dies sorge für Entspannung, weil damit der Eskalationsversuch der USA ins Leere laufen würde, hieß es. Neue US-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen und zusätzlich Visa-Restriktionen gegen Einzelpersonen hatten jüngst belastet.

Die Verhandlungen fangen am Donnerstag an, damit besteht von dieser Seite für die kommenden Tage Schlagzeilenrisiko. Auf der anderen Seite belastet weiter die Befürchtung eines ungeregelten Brexits die Stimmung. Ein Brexit-Abkommen vor dem Austrittstermin 31. Oktober gilt mittlerweile als kaum noch machbar. In diesem Spannungsfeld schloss der DAX 1 Prozent höher bei 12.094 Zählern. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 3.462 Zähler nach oben.

Börse Istanbul mit türkischer Syrien-Offensive unter Druck

Mit deutlichen Kursverlusten hat die Börse in Istanbul auf den Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien reagiert. Der BIST-100 fiel um 2,1 Prozent. Auch die türkische Landeswährung wertete deutlich ab. Der US-Dollar stieg auf bis zu 5,8764 Lira, den höchsten Stand seit über einem Monat. Unmittelbar nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Beginn des Militäreinsatzes verkündet hatte, wurden erste türkische Luftangriffe von der türkisch-syrischen Grenze gemeldet. Die Angriffe hätten sich gegen Stellungen in der Region von Ras al-Ain gerichtet, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Analysten-Prognosen für Unternehmensgewinne in Europa zu optimistisch

Während die Konsensschätzungen für europäische Unternehmen im dritten Quartal bereits bescheiden seien, sehen die Analysten von Morgan Stanley (MS) für das vierte Quartal noch viel zu hohe Erwartungen. Dies erhöhe das Risiko für Senkungen durch Unternehmen und Abstufungen durch Analysten. Das dritte Quartal werde erneut gemischte Ergebnisse aufweisen. Für das vierte Quartal seien die Konsenserwartungen der Analysten mit einem zweistelligen Wachstum unrealistisch.

Commerzbank-Analyst Markus Wallner hat die Gewinnerwartungen für eine ganze Reihe deutscher Unternehmen bereits heruntergeschraubt. Es gebe Kandidaten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Gewinnwarnung. Besonders beim Autohersteller Daimler und einigen prominenten Autozulieferern sowie bei den Konsumgüterkonzernen Beiersdorf und Henkel rechnet Wallner mit einem erhöhten Risiko für Gewinnwarnungen zur Drittquartalsvorlage. Ebenso wie bei Daimler verweist der Analyst bei den Zulieferern Stabilus und Elringklinger auf das weltweit geringere Produktionsvolumen für Kraftfahrzeuge.

Ölsektor mit Geschäftszahlen im Blick

Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass Zykliker mit den vermeintlich positiven Nachrichten vor den Handelsgesprächen gekauft wurden. So stellte der Sektor der Technologiewerte mit einem Plus von 1,4 Prozent den Gewinner, gefolgt von den Automobil-Werten. Die defensiven Sektoren der Versorger und Einzelhändler lagen dagegen im Minus.

OMV verloren nach Vorlage des Zwischenbericht 1,3 Prozent. Hier wurde der Rückgang der Raffineriemarge kritisiert. Bei der spanischen Repsol ging es nach dem Zwischenbericht um 1,1 Prozent nach oben. Ausführliche Zahlen von CropEnergies für das zweite Quartal kamen gut an, der Kurs legte knapp 6 Prozent zu. Der Umsatz der Südzucker-Tochter stieg auf 245 nach 201 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Unternehmensangaben ist das der höchste Umsatz der Geschichte. Der Gewinn zog noch stärker an auf 28,6 nach 9,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Aussicht auf ein Aktienrückkaufprogramm und eine kräftige Kurszielanhebung auf 270 Euro aus dem Hause Hauck & Aufhäuser stützten Wirecard - die Aktie legte 2,7 Prozent zu. Die Analysten sprechen von einem überzeugenden Auftritt des Vorstandsvorsitzenden auf dem gestrigen Kapitalmarkttag des Zahlungsdienstleisters.

(Quelle:finanzen.net)

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