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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. September 2019

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Indizes vom 09.09.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 09.09.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen sind wenig verändert in die neue Woche gestartet. Die Wirtschaftsdaten lieferten keinen Grund zum Kaufen. Die japanische Wirtschaft ist im dritten Quartal langsamer gewachsen als ursprünglich erwartet, weil die Unternehmen des Landes aufgrund von Unsicherheiten im globalen Handel weniger investieren. In China fielen die Exporte schwächer als prognostiziert aus, hier spiegeln sich die negativen Auswirkungen der gegenseitig auferlegten Strafzölle mit den USA wider. Auch die Importe waren rückläufig. Einziger Lichtblick waren besser als erwartet ausgefallene deutsche Exportzahlen.

Anleger setzen vielmehr auf die großen Notenbanken und neue Stimuli für die Wirtschaft. So erwarten die Volkswirte bei Nomura, dass die chinesische Notenbank die Zinsen in den kommenden zwei Wochen senken wird. In der laufenden Woche wird ein großes Maßnahmenpaket der EZB erwartet und für die kommende Woche ist eine Zinssenkung durch die US-Notenbank an den Märkten bereits fest eingepreist. Sollte es zudem positive Nachrichten von den US-chinesischen Handelsgesprächen geben, dürfte die Risikobereitschaft der Investoren weiter steigen. 

Der DAX gewann 0,3 Prozent auf 12.226 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss mit 3.495 Punkten praktisch unverändert. Der Bankensektor stieg europaweit um 2,7 Prozent. Der Markt spekuliert darauf, dass die EZB den Banken mit einem gestaffelten Einlagensatz oder anderen Maßnahmen helfen wird. Am Devisenmarkt stieg das Pfund nach überraschend guten Konjunkturdaten auf etwa 1,2365 Dollar.

Autosektor vor IAA-Beginn gesucht

Vor dem Beginn der IAA waren Automobilaktien gefragt: BMW stiegen 1,4 Prozent, Daimler 2,3 Prozent, VW 2,4 Prozent. Für Paragon ging es gleich um 5,4 Prozent nach oben. Der Autozulieferer will auf der IAA neue auf künstlicher Intelligenz fußende Assistenzsysteme vorstellen. Conti gewannen 3,6 Prozent trotz zurückhaltender Aussagen des Conti-Chefs. Dieser rechnet mit einer zweijährigen Durststrecke ohne Wachstum in der Branche. Im Handel hieß es, viel Negatives sei bereits eingepreist.

Nach dem Rücktritt von Nissan-CEO Hiroto Saikawa könnte nach Einschätzung aus dem Handel wieder Fantasie in die abgeblasenen Fusionsgespräche zwischen Renault und Fiat kommen. Die Gespräche wurden unter anderem wegen des Widerstands der Japaner abgebrochen, die befürchten, bei einem Zusammenschluss an Einfluss in der Renault/Nissan-Allianz zu verlieren. Seit der Verhaftung des ehemaligen Renault-CEO Carlos Ghosn, der zugleich Chairman von Nissan war, ist eine Eiszeit zwischen den Japanern und den Franzosen ausgebrochen. Renault gewannen 2,3 Prozent und Fiat 0,9 Prozent.

Der Kurs von Air France-KLM brach um 9,8 Prozent ein. Die kurzfristigen Buchungen innerhalb der Hauptreisezeit sind aufgrund des sich eintrübenden makroökonomischen Umfeldes schwächer als erwartet ausgefallen. Zudem ist die Auslastung gemessen am Sitzladefaktor im August zurückgegangen. Im Jahresvergleich sank sie um 0,3 Prozentpunkt auf 90,6 Prozent. Daneben lastete ein Streik auf British Airways (minus 1,5 Prozent).

Defensive Titel im DAX wurden verkauft, genauso wie Immobilienaktien. Vonovia verloren 2,5 Prozent, LEG 2,1 Prozent und Deutsche Wohnen 1,9 Prozent. Beiersdorf gaben 2,3 Prozent nach und RWE 2 Prozent.

Sika kauft in China zu

Sika übernimmt Crevo-Hengxin in China, einen Hersteller von Dicht- und Klebstoffen auf Silikonbasis, die sowohl in der Industrie wie auch im Bausektor eingesetzt werden. Durch die Übernahme baut Sika die Präsenz in den beiden Zielmärkten Industry und Sealing & Bonding in China und in der Region Asien/Pazifik weiter aus. Sika stiegen 1,1 Prozent.

Singulus verloren nach einer Gewinnwarnung 5,2 Prozent. Dagegen schlossen LPKF 10,1 Prozent fester. Für 2019 und die Folgejahre ist der Hersteller von Lasersystemen nun optimistischer und hat seinen bisherigen Ausblick für Umsatz und Gewinn angehoben. SMA schafften ein Plus von 7,5 Prozent - die Anleger hoffen auf bessere Zeiten.

Nordex stiegen um 4,6 Prozent, nachdem die Analysten von Macquarie die Aktie um zwei Stufen auf "Outperform" hochgenommen hatten. Hapag-Lloyd verloren 6,1 Prozent; die Jefferies-Analysten hatten die Aktie auf "Underperform" gesenkt. Nach einer Kaufempfehlung durch UBS gewannen Prosieben 4,8 Prozent - hier stützten auch Übernahmefantasien im Zusammenhang mit der andauernden Sektorkonsolidierung.

(Quelle: finanzen.net)

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