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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 11. Oktober 2019

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Indizes vom 10.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 10.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte schlossen nach einem Plus im späten Handel am Donnerstag freundlich. Zuvor verlief der Handel lange Zeit des Tages in vergleichsweise ruhigen Bahnen. Den Auslöser lieferten, wie nicht anders zu erwarten, Nachrichten von den US-chinesischen Handelsgesprächen. Sie sind momentan der Dreh- und Angelpunkt für die Risikobereitschaft der Investoren. So twitterte US-Präsident Trump, dass er mit dem Verlauf der Gespräche bisher zufrieden sei und sich am Freitag mit dem chinesischen Vize-Premier Liu He treffe.

Ein Treffen ist ein weiterer Schritt dahin, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt bei ihren Handelsgesprächen vorankommen. Auch wenn noch lange nicht mit einem Handelsabkommen gerechnet wird, könnte es zumindest einen kleinen Deal geben, hieß es im Handel. Der DAX schloss 0,6 Prozent im Plus bei 12.164 Zählern, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,9 Prozent auf 3.494 Punkte zu. Derweil kommt die Berichtssaison nun langsam in Fahrt, wobei Philips und Südzucker enttäuschten.

Von der freundlichen Seite zeigte sich das britische Pfund, es stieg von 1,2220 auf 1,2360 Dollar. Positiv wurde gewertet, dass der britische Premierminister Boris Johnson und sein irischer Kollege Leo Varadkar laut einer gemeinsamen Erklärung einen "Pfad" für ein mögliches Brexit-Abkommen sehen. Morgen soll es demnach zu Gesprächen zwischen dem britischen Unterhändler und dem EU-Unterhändler Michel Barnier kommen.

Kurseinbruch bei Philips und Südzucker

Mit einem Kurseinbruch von 8,8 Prozent quittierte die Aktie von Philips die überraschend vorgelegten Geschäftszahlen. Die Analysten der Commerzbank wiesen auf die Schwäche der Sparte Connected Care als Grund hin. Während sich die Umsätze auf Konzernebene stark entwickelt hätten, sei der bereinigte Gewinn von 583 Millionen Euro schwach. Grund sei ein kräftiger Margenrückgang, der die Belastungen durch Strafzölle auf Unternehmensebene enthülle.

Südzucker verloren nach dem Quartalsausweis über 11 Prozent. Die Zuckersparte bleibt der große Belastungsfaktor für das Unternehmen, aber auch im Bereich Frucht läuft es alles andere als rund. Wie Südzucker selbst einräumt, verharrt der Weltmarktpreis für Zucker auf einem niedrigen Niveau. Hauptgrund seien hohe Lagerbestände in Indien, die kurzfristig über staatliche Stützungsmaßnahmen auf dem Weltmarkt vermarktet werden sollen. Das operative Ergebnis auf Konzernebene im zweiten Quartal hat die Erwartungen der Analysten von Davy verfehlt.

Starke Zahlen von LVMH treiben Branchentitel

Mit kräftigen Kursgewinnen zeigten sich Aktien aus der Luxusgüterbranche in ganz Europa. Die am Vorabend vorgelegten Umsatzzahlen von LVMH für das dritte Quartal seien sehr stark ausgefallen, heißt es. Der Umsatz des Mutterkonzerns von Louis Vuitton und Dior stieg um 17 Prozent und damit ebenso stärker als erwartet wie das organische Wachstum mit 11 Prozent. Damit scheinen sich die Proteste in Hongkong nicht negativ ausgewirkt zu haben, was auch andere Branchenwerte beflügelte. LVMH stiegen um 5,6, Kering um 4,2, Richemont um 2,1 und Hugo Boss um 1 Prozent.

Auch Givaudan gefiel mit guten Zahlen, der Kurs legte um 2,1 Prozent zu. Das bereinigte Umsatzwachstum übertraf mit 6,5 Prozent beispielsweise die Prognose der Analysten der Deutschen Bank um einen Prozentpunkt. Givaudan konnte steigende Rohstoffkosten über Preiserhöhungen kompensieren und hat seine Mittelfristziele bestätigt.

Gerresheimer schlossen nach dem Zahlenausweis 2,1 Prozent im Minus. Die Umsätze von Gerresheimer von 358,6 Millionen Euro im dritten Quartal deckten sich praktisch mit den Erwartungen der Commerzbank. Der Bereich Plastics & Devices war etwas fester, der Bereich Primary Packaging etwas schwächer.

Die Aktie des Windanlagen-Projektierers PNE schoss um knapp 4 Prozent nach oben auf 4,01 Euro, nachdem Morgan Stanley Infrastructure Partners sein Übernahmegebot auf 4,00 Euro von 3,50 bis 3,80 Euro erhöht hatte.

(Quelle:finanzen.net)

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