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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 12. Oktober 2019

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Indizes vom 11.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 11.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben sich am Freitag mit massiven Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. Die Anleger setzten auf einen positiven Verlauf eines Treffen von US-Präsident Trump mit dem chinesischen Vize-Premier Liu He im weiteren Tagesverlauf. Damit würden die Handelsgespräche dann auf höchster Ebene geführt werden. Laut Trump geschehen "gute Dinge bei den Handelsgesprächen mit China". Das schürte Zuversicht. Beobachter glauben zwar nicht an eine Beilegung des Konflikts, halten aber eine Waffenruhe für möglich.

Der DAX legte 2,9 Prozent auf 12.512 zu und schloss auf Tageshoch, für den Euro-Stoxx-50 ging es 2,2 Prozent auf 3.570 nach oben. Stützend wirkten auch die Brexit-Nachrichten. Nach einem Treffen am Donnerstag hatten sich der britische Premier Johnson und der irische Premier Varakar optimistisch für einen doch noch regelbaren Brexit gezeigt. Der EU-Chefverhandlungsführer Michel Barnier hat nun am Freitag von "konstruktiven" Gesprächen mit seinem britischen Gegenpart Stephen Barclay gesprochen.

Das Pfund hatte bereits am Vortag mit einem Freudensprung auf die Nachrichten reagiert, am Freitag baute es die Gewinne aus und stieg auf 1,2686 Dollar - am Mittwoch stand es noch bei 1,22 Dollar. Angesichts der Pfund-Stärke fielen die Gewinne im FTSE-100 mit Plus 0,7 Prozent vergleichsweise moderat aus.

Bundesanleihen werden verkauft - SAP gehen durch die Decke

Die Zuversicht rund um die Handelsgespräche war eine schlechte Nachricht für sogenannte sichere Häfen, allen voran Anleihen. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg auf minus 0,44 Prozent. Vor drei Tagen rentierten sie noch bei minus 0,60 Prozent. Auch die Ankündigung neuer Anleihekäufe durch die US-Notenbank ab Dienstag, um den Verspannungen am Geldmarkt entgegenzuwirken, halfen dem Sentiment nicht.

Die Investoren seien nur "erbärmlich vorbereitet" auf eine Preiskorrektur an den Anleihemärkten, befindet der schweizerische Vermögensverwalter Unigestion. Rezessionsängste hätten für eine Rally in Sichere-Häfen-Anlagen gesorgt. "Bonds sind aktuell die teuersten" aller Hedging-Assets, noch stärker als Edelmetalle oder andere Anlagen. Ein Rückzug aus ihnen könnte nun zu einem Ausverkauf führen", so Unigestion.

Nach Zahlenvorlage schossen SAP um 10,2 Prozent nach oben. An der Börse wurde vor allem auf den Cloud-Umsatz geschaut, der mit 1,79 Milliarden Euro um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg, viel stärker als der Umsatz insgesamt mit 13 Prozent. Dass SAP-Chef McDermott nach knapp zehn Jahren im Amt zurücktritt, belastete dagegen nicht. Er habe das Unternehmen gut aufgestellt, hieß es dazu. SAP benannte als Co-Nachfolger die Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein.

Hugo Boss warnt wie befürchtet

Obwohl Hugo Boss den Ausblick wie vielfach schon befürchtet gesenkt hat, brach der Kurs um 13,5 Prozent ein. Das operative Ergebnis verfehlte mit 80 Millionen Euro die Erwartung von 110 Millionen recht deutlich. "Der gesenkte Jahresausblick von Hugo Boss steht im scharfem Kontrast zu den überzeugenden LVMH-Geschäftszahlen", monierten die Citi-Analysten. Die Analysten erwarten ein weiteres Absinken der Konsensschätzungen um 7 bis 10 Prozent.

Schlecht für Medienwerte waren die Zahlen der Werbeholding Publicis. Das französische Unternehmen hat seinen Wachstumsausblick erneut gesenkt und erwartet nun einen organischen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent. Nach einer Prognosesenkung im Juli war Publicis noch von einer stabilen Entwicklung ausgegangen. Publicis knickten in Paris um 14,5 Prozent ein und zogen auch die Aktie des größten Konkurrenten WPP in London um 3,4 Prozent mit nach unten. Auch werbeabhängige Aktien wie Prosieben und TF1 gaben nach.

Mit plus 5,1 Prozent legten Renault deutlich stärker zu als der Euro-Stoxx-Automobilsektor mit Aufschlägen von 3,5 Prozent. Die Ablösung von CEO Thierry Bollore stieß auf ein positives Echo. Über eine Ablösung von Bollore war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden. Die Aktienreaktion dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Anleger auf ein zukünftig besseres Verhältnis mit Nissan setzen. Das Verhältnis der beiden Konzerne ist seit der Ghosn-Affäre zerrüttet. Auch die Japaner haben unlängst den CEO ausgetauscht.

 

(Quelle:finanzen.net)

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