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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 12. September 2019

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Indizes vom 11.09.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 11.09.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Weiter nach oben ist es am Mittwoch mit den Kursen an den europäischen Aktienmärkten gegangen. Die Blicke der Anleger richteten sich hoffnungsvoll auf die EZB-Sitzung am Donnerstag. Dass die Notenbanker ihre Geldpolitik lockern werden gilt als ausgemacht, die Frage ist, in welchem Ausmaß. Vor allem betrifft dies die Frage, ob sie ein neues Wertpapierkaufprogramm (Quantitative Easing - QE) auflegen werden. Galt dies in der Vorwoche noch nahezu als sicher, wurde dies zuletzt nicht mehr so klar eingeschätzt.

Die Unsicherheit hielt die Anleger aber nicht von Aktienkäufen ab, getragen unter anderem von Umschichtungen aus defensiven in zyklische Sektoren. Aufgehellt wurde die Stimmung auch davon, dass China eine Liste mit Importprodukten aus den USA erstellt hat, die im Zuge der Vorbereitung neuer Handelsgespräche im Oktober von Strafzöllen ausgenommen werden. Dies wurde als positives Signal im US-chinesischen Handelsstreit gewertet. 

Für den DAX ging es um 0,7 Prozent nach oben auf 12.359, der Euro-Stoxx-50 zog um 0,5 Prozent auf 3.517 an. Der Euro fiel zum Dollar etwas deutlicher zurück auf 1,1000 von 1,1045 am Vorabend. Im Handel konnte man sich auf die Euroschwäche keinen rechten Reim machen und verwies auf die sehr hohen Unsicherheiten mit Blick auf die EZB-Sitzung.

Am Anleihemarkt sanken dazu passend die Renditen, die Kurse stiegen also. Die deutsche Zehnjahresrendite lag zuletzt bei -0,564 Prozent, verglichen mit -0,547 am Vorabend.

HKEX-Gebot für LSE werden nur geringe Chancen eingeräumt

Nach einer Übernahmeofferte der Börse Hongkong (HKEX) ging es für die Aktie der Londoner Börse (LSE) um 5,9 Prozent auf 7,20 Pfund nach oben. Die Chinesen wollen dafür insgesamt 8,36 Pfund je Aktie zahlen - in bar und eigenen Aktien. Die verhaltene Reaktion der LSE-Aktie zeigt die Skepsis der Marktteilnehmer hinsichtlich der Erfolgsaussichten. So haben mehrere gescheiterte Fusionsversuche zwischen Deutscher Börse und LSE gezeigt, wie hoch die regulatorischen und politische Hürden für transnationale Fusionen sind.

In Amsterdam feierte Prosus ein spektakuläres Börsendebüt. Die Tochtergesellschaft des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers hatte den Referenzpreis auf 58,70 Euro gelegt. Die Aktie schloss mit 74,19 Euro, 26,4 Prozent über dem Ausgabepreis. Prosus ist damit mit Shell und Unilever das größte Unternehmen an der Amsterdamer Börse. Prosus vereinigt Naspers internationale Investitionen in Internetunternehmen. Das Kronjuwel ist die 31-prozentige Beteiligung am chinesischen Technologieriesen Tencent.

Ryanair legt Tarifstreik in Deutschland bei

Positive Nachrichten gab es von Ryanair. Die Iren haben mit ihren Piloten in Deutschland erstmals einen Tarifvertrag abgeschlossen. Damit dürfte auch die Wahrscheinlichkeit auf Einigungen in den Tarifstreiks in Großbritannien und Spanien steigen. Ryanair gewannen 2,9 Prozent.

Nachdem die Aktie des französischen Versorgers EDF am Vortag mit 9,89 Euro auf ein Jahrestief gefallen war, erholte sie sich um 4,3 Prozent auf 10,55. Im Handel wurde auf einen Zeitungsbericht verwiesen, dem zufolge der Staat als Großaktionär das Unternehmen in zwei Teile aufspalten wolle. Die "Blaue EDF" solle demnach die Bereiche Atom und Wasserkraft sowie Stromnetze enthalten, die "Grüne EDF" die Bereiche erneuerbare Energien und kommerziellen Handel mit Strom.

Bei Casino gab es Spekulationen, nach denen Carrefour für Casino bieten könnte. Zwar hat Carrefour laut Angaben eines Marktteilnehmers bereits dementiert. Der Kurs von Casino stieg aber trotzdem um 3,2 Prozent. Unlängst stieg der tschechische Investor Daniel Kretinsky bei dem Einzelhandelsunternehmen ein. Für die sich in einem Insolvenzverfahren befindliche Casino-Mutter Rallye ging es an der Pariser Börse um 5,3 Prozent nach oben, Carrefour gaben leicht nach.

Inditex verloren nach der Vorlage der Halbjahreszahlen 3,9 Prozent. Laut den Analysten von Bryan Garnier ist die Marge im zweiten Quartal unter der Erwartung geblieben.

Merck bestätigt Ausblick - profitables Wachstum auch über 2020 hinaus

Für Merck ging es um 1,4 Prozent nach oben. Die Darmstädter erwarten für die kommenden Jahre ein profitables Wachstum - getragen von allen Unternehmensbereichen. Außerdem kann Merck auf eine schnellere US-Zulassung für seine Prüftherapie Tepotinib hoffen.

Adva Optical schlossen im SDAX 6,4 Prozent fester. Der russische Cloud-Dienstleister Inoventica will künftig die Technologie von Adva nutzen.

Mit einem Plus von 3 Prozent setzten Leoni den jüngsten Kursanstieg fort. Händler sprachen von einer Erholungsrally. Seit dem Tief Mitte August hat die Aktie schon wieder 70 Prozent zugelegt - angetrieben zuletzt auch von der guten Entwicklung der Autotitel und ihrer Zulieferer generell. Ähnlich bei SGL Carbon - die Aktie schloss 7,5 Prozent fester.

Mit anhaltenden Gewinnmitnahmen ging es für Eckert & Ziegler dagegen um 7,4 Prozent nach unten. Die Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 180 Prozent gestiegen. Die fundamentale Story sei aber intakt, hieß es im Handel zu dem Strahlen- und Medizintechnikunternehmen.

(Quelle:finanzen.net)

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