Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. April 2019

Samstag, 13 April 2019 06:16
Publiziert in Wirtschaft
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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. April 2019 Indizes vom 12.04.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN.Starke Geschäftszahlen von JP Morgan und Wells Fargo haben am Freitag den Bankensektor in Europa angeschoben. Die Zahlen hatten Signalwirkung für die gesamte Branche. Der bereinigte Gewinn je Aktie, die Einnahmen wie auch Fixed Income seien über den Prognosen ausgefallen, hieß im Handel zu JP Morgan. Mit Wells Fargo hatte eine weitere große US-Bank überzeugende Zahlen vorgelegt, allerdings gab sie einen enttäuschenden Ausblick: Sie rechnet wegen des Niedrigzinsumfelds mit sinkenden Nettozinseinnahmen. Damit dämpfte Wells Fargo die Euphorie etwas, mit einem Plus von durchschnittlich 1,9 Prozent waren Bankenwerte in Europa zweitstärkster Sektor hinter Automobilwerten.

An den Gesamtmärkten setzten die Bankenzahlen keine großen zusätzlichen Akzente mehr. Hier wurde die Stimmung gestützt von einer deutlich höheren Kreditvergabe im März in China. Die Banken vergaben demnach Kredite über 1,69 Billionen Yuan. Dies ist ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Daten werden als weiteres Indiz gewertet, dass die chinesische Wirtschaft wieder an Fahrt aufnimmt. Am Mittag war zudem die europäische Industrieproduktion weniger stark gefallen als befürchtet. 

 
 

 

Der exportlastige DAX gewann 0,5 Prozent auf 12.000 Punkte, der Euro-Stoxx blieb mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 3.448 etwas zurück. Mit JP Morgan und Wells Fargo ist die Berichtssaison in den USA nun eröffnet. Auch wenn die ersten US-Banken besser als erwartet abgeschnitten haben: Die Erstquartalszahlen der US-Unternehmen dürften unter einem negativen Basiseffekt gelitten haben. Nachdem die US-Steuerreform die Gewinne der US-Unternehmen im vergangenen Jahr noch kräftig nach oben trieb, läuft dieser Sondereffekt nun aus. 

Software AG geben nach Zahlen nach - Carl Zeiss sehr fest 

Autowerte waren gefragt und stiegen um durchschnittlich 2 Prozent. Im DAX legten Daimler 2,2 Prozent zu, BMW 2,4 Prozent und VW 1,5 Prozent. Eine Verbesserung der chinesischen Wirtschaft wäre eine positive Nachricht für die deutschen Hersteller. Zahlreiche Gewinnwarnungen aus dem Sektor in der jüngsten Vergangenheit haben stark auf die Stimmung gedrückt. Noch fehlen die Anzeichen für eine Verbesserung auf den chinesischen Absatzmärkten, die in den vergangenen Jahren entscheidende Bedeutung für die Hersteller angenommen haben.

Der Aktienkurs der Software AG verlor nach der überraschenden Vorlage von Erstquartalszahlen 1,1 Prozent. "Die Zahlen beinhalten keinen Ausreißer, sind durch die Bank solide", so ein Marktteilnehmer. Bryan Garnier sah hingegen Licht und Schatten. Das erste Quartal sei zwar besser als erwartet verlaufen, schlechter als angenommen sei aber die Lage in den Geschäftszweigen Digital Business Platform (DBP) sowie Cloud & Internet der Dinge (IoT). 

Für die Drägerwerk-Aktie ging es nach vorläufigen Zahlen um 5,2 Prozent nach oben. Der Umsatz stieg um gut 21 Prozent auf rund 602 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Plus laut dem Lübecker Unternehmen bei 20,7 Prozent. 

Neue Übernahmefantasie rund um Aixtron 

Nach Medienberichten, in denen Aixtron wieder einmal als möglicher Übernahmekandidat genannt wurde, ging es für das Papier um 6,6 Prozent nach oben. 

Carl Zeiss Meditec gewannen nach dem Ausweis von Geschäftszahlen und einem angehobenen Ausblick 6,6 Prozent. Im Handel wurde auf die gute Entwicklung der EBIT-Marge im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres verwiesen. Daneben kam der Ausblick gut an. Das Medizintechnikunternehmen erwartet nun eine Marge von 15,0 bis 17,5 Prozent statt 14,0 bis 16,0 Prozent und nach 15,4 Prozent im Vorjahr. Carl Zeiss nähere sich damit dem Marktkonsens von 16 Prozent an, hieß es im Handel. 

Erfolgreiches Börsendebüt in Zürich 

Das Börsendebüt von Stadler Rail in der Schweiz, das größte in Europa seit Jahresbeginn, gestaltete sich positiv. Nach einem Ausgabepreis von 38 Franken schloss die Aktie bei 42,16 Franken und somit 10,9 Prozent höher. Stadler ist ein weltweit führender, spezialisierter Hersteller von Schienenfahrzeugen und zugehörigen Systemen, gegründet 1942 in der Schweiz. 

Im DAX zog der Covestro-Kurs am Tag der Hauptversammlung um 2,9 Prozent an. Finanzvorstand Thomas Toepfer bestätigte dort die Prognose für den operativen Gewinn im laufenden Jahr und sprach von einer intakten Nachfrage.

 

(Quelle:finanzen.net)

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