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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. Dezember 2019

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Indizes vom 12.12.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 12.12.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Donnerstag fest geschlossen. Stützend wirkten Aussagen von US-Präsident Donald Trump: Man sei ganz nah dran an einem großem Deal mit China. Wie das Wall Street Journal berichtete, sollen die USA in den Handelsgesprächen angeboten haben, Strafzölle auf chinesische Importe mit einem Volumen von 360 Milliarden Dollar um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Auch sollen keine neuen Zölle am Sonntag eingeführt werden. Im Gegenzug verlangen die USA von China feste Zusagen zum Kauf von Agrar- und anderen Produkten.

Auch die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach der geldpolitischen Entscheidung stützte. Leicht positiv wurden im Handel ihre Aussagen zur Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone gewertet. Hier hat sich Lagarde etwas zuversichtlicher geäußert. Auch hat sie eine mögliche weitergehende Prüfung der Nebenwirkungen der EZB-Geldpolitik in den Raum gestellt. Die Kombination gefiel dem Bankensektor, der mit Aufschlägen von 2,8 Prozent die Gewinnerliste in Europa anführte.

Der DAX gewann 0,6 Prozent auf 13.222 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,5 Prozent auf 3.706 Punkte nach oben. Am deutschen Anleihemarkt fielen die Kurse, die Marktzinsen stiegen also. In ihrer geldpolitischen Entscheidung hat die EZB die aktuelle Zinspolitik bestätigt. Daneben wurden die Projektionen für Wachstum und Inflation leicht angepasst.

EZB-Beobachter bekommen 2020 eine Menge zu tun

Neu sei die Art, wie Lagarde die Initiative an sich gerissen habe, so die LBBW. "Wir werden 2020 eine umfassende Strategiediskussion bekommen. Die EZB wird danach nicht mehr dieselbe sein wie zuvor, wenn man sich den Zielkatalog und den Kreis der Beteiligten anschaut", so Chefvolkswirt Uwe Burkert. Das Inflationsziel stehe im Mittelpunkt, soviel sei klar. "Aber Technikfolgen, Klimawandel und Ungleichheit sollen ebenfalls eine Rolle spielen. Zudem wird die EZB nicht nur in Professorenzirkeln Meinungen einholen", so der Experte. Eines sei klar: Die EZB-Beobachter bekämen 2020 eine Menge zu tun.

Ansonsten richtete sich die Aufmerksamkeit auf die britischen Parlamentswahlen. Erste Ergebnisse gibt es allerdings erst nach Handelsschluss in Europa. Erwartet wird ein Sieg der Tories von Premierminister Boris Johnson. Zwar war der Vorsprung laut den jüngsten Umfragen geschrumpft, diese deuteten aber immer noch auf eine Mehrheit von 28 Abgeordneten hin. Sollte es zu keiner klaren Mehrheit kommen und die Unterstützung für Johnsons Brexit-Plan fehlen, dürften zyklische Sektoren unter der dann wieder höheren Gefahr eines "No-Deal Brexits" leiden, hieß es. Das Pfund wertete bis Börsenschluss auf 1,3132 Dollar ab.

Verkauf des Asiengeschäfts gerät bei AB Inbev ins Stocken

Anheuser-Busch Inbev verloren 1,3 Prozent. Wie es am Markt hieß, blockieren die Behörden aus Wettbewerbsgründen den Verkauf des Australien-Geschäfts an den japanischen Asahi-Konzern. Dies wäre ein erheblicher Rückschlag für den hoch verschuldeten Brauereikonzern.

Nestle schlossen unverändert. "Der Umbau kommt weiter voran", so ein Teilnehmer. Das US-Speiseeisgeschäft geht für vier Milliarden Dollar an das zusammen mit dem Finanzinvestor PAI Partners betriebene Gemeinschaftsunternehmen Froneri. Bei Jefferies hieß es, die Entwicklung sei leicht negativ für den Wettbewerber Unilever. Denn Froneri komme nun dem Ziel einer weltweiten Marktführerschaft einen Schritt näher. Die Unilever-Aktie verlor 0,4 Prozent.

Metro schlossen 2 Prozent tiefer - und das, obgleich die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2018/19 in etwa im Rahmen der Erwartungen lagen, wie es im Handel hieß. Positiv sei die hohe Dividendenrendite von knapp 4,9 Prozent. Einen rechten Reim auf die Verluste der Aktie konnte man sich im Handel nicht machen.

Gewinnwarnung von Krones keine große Sache

Encavis zeigten sich nach der Kapitalerhöhung sehr stabil und gewannen 2,6 Prozent. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es 5,541 Millionen neue Aktien zum Preis von je 8,72 Euro ausgegeben, womit der Gesellschaft brutto rund 48 Millionen Euro zufließen. Die neuen Aktien gehen an die Versicherungskammer Bayern als neuen Großaktionär, die zukünftigen Gewinne werden um 4,21 Prozent verwässert.

Medigene brachen um weitere 10,7 Prozent ein. Das Biotechnologieunternehmen hatte Daten der laufenden klinischen Phase-I/II-Studie mit Medigenes dendritischen Zellimpfstoff (DC) zur Behandlung von akuter myeloischer Leukämie (AML) auf einer Tagung vorgestellt. Die vorläufigen Ergebnisse deuteten eine nicht signifikante Wirkung des Impfstoffs an.

"Alles in allem keine wirklich negative Nachricht", so ein Marktteilnehmer zu der Gewinnwarnung von Krones. Das Unternehmen buche Kosten für Personalabbau sowie gezielte Portfoliooptimierungen noch in diesem Jahr, die sich im kommenden Jahr deutlich auszahlten. Nach einem kurzen Rücksetzer schloss die Aktie 4 Prozent im Plus. Dürr stiegen sogar um 8,7 Prozent - hier stützte eine vermeintliche Kaufempfehlung durch HSBC. Anders bei MTU Aero (minus 3,3 Prozent) - die Commerzbank soll die Aktie auf "Hold" von "Buy" gesenkt haben.

(Quelle: finanzen.net)

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