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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. Juni 2109

Indizes vom 12.06.2019 (C finanzen.net Indizes vom 12.06.2019 (C finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach dem Plus am Vortag ging es an den Aktienmärkten in Europa zur Wochenmitte leicht nach unten. Händler sprachen von kleineren Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally. Dabei verlief der Handel in vergleichsweise ruhigen Bahnen. Sehr fest zeigten sich die Aktien von Axel Springer, nachdem der Finanzinvestor KKR 63 Euro je Aktie geboten hat. Der DAX schloss 0,3 Prozent tiefer bei 12.116 Punkten und der Euro-Stoxx-50 gab um 0,4 Prozent auf 3.387 Punkte nach.

Am Gesamtmarkt rückte der Handelskonflikt erneut in den Blick. "Wir werden einen großen Deal haben oder gar keinen", so US-Präsident Donald Trump zum Handelsstreit mit China. "Donald Trump versucht, Druck auf China aufzubauen", so Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners. Trump wolle zwar einen Deal, aber nur zu seinen Bedingungen, sagte er. Es sei jedoch zweifelhaft, ob sich China darauf einlasse.

Die beginnende globale Wachstumsschwäche ist bereits an den Ölpreisen abzulesen. Der Bereich Öl- und Gas stellte mit einem Abschlag von 2,2 Prozent den größten Verlierer unter den Sektor-Indizes. Belastend wirkte sich aus, dass die offiziellen US-Rohöllagerbestände in der zurückliegenden Woche um 2,2 Millionen Barrel und damit stärker als erwartet gestiegen sind. "Dies verschärft die Sorgen um eine nachlassende Ölnachfrage", sagt Analyst Stephen Brennock von PVM. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent verlor 2,1 Prozent auf 60,98 Dollar. BP fielen in London um 2,9 Prozent.

Springer notieren am Angebotspreis

Axel Springer steht vor der erwarteten Übernahme: Die Beteiligungsgesellschaft KKR bietet den Anteilseignern von Axel Springer 63 Euro je Aktie. Der Kurs stieg um 11,5 Prozent auf 62,45 Euro. "Die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses ist hoch", sagte ein Marktteilnehmer. Das liege zum einen daran, dass sich der Gebotspreis über der im Markt kursierenden Erwartung von rund 60 Euro bewege. Daneben handele es sich bei dem KKR-Gebot um eine freundliche Avance, die die Unterstützung des Management und der Hauptaktionäre besitze. Erst Ende Mai stieg der italienische Medienkonzerns Mediaset bei Prosieben ein. Zudem gab es hier Nachrichten, das soziale Netzwerk Facebook greift bei seinem Video-Dienst Watch künftig auf Inhalte von Prosieben zurück.

 

Neue Geschäftszahlen hat die spanische Inditex vorgelegt. Der Umsatz lag etwas unter, der Gewinn und damit auch die Margen etwas über den Erwartungen. Der Kurs verlor 1,0 Prozent. British American Tobacco (BAT) reagierten mit Abschlägen von 4,4 Prozent auf die Veröffentlichung ihres Zwischenberichts. Anleger störten sich laut Jefferies an der Entwicklung bei neuen Produkten wie zum Beispiel E-Zigaretten bzw. dem gefallenen Zigaretten-Marktanteil.

Platzierungen in Lafargeholcim und in Adidas

Zudem belasteten größere Platzierungen ausgesuchte Einzeltitel. So hat die UBS nach Aussage von Händlern Aktien von Lafargeholcim bei 47 Franken je Aktie platziert. Laut Davy ist der Beteiligungsabbau durch Thomas Schmidheiny auf nun 7,2 Prozent von 10,9 Prozent keine Überraschung. Weitere Platzierungen ab Preisen von rund 50 Franken seien wahrscheinlich. Dieser Umstand stellt einen möglichen Überhang in der Aktie dar. Die Aktie schloss 4,2 Prozent im Minus.

Zudem soll Goldman Sachs 1,37 Millionen Adidas-Aktien an Investoren verkauft haben - zu einem Stückpreis von 257,75 Euro, wie es am Markt hieß. Der Kurs von Adidas gab um 2 Prozent nach auf 256,80 Euro.

Keine guten Nachrichten aus dem Automobil-Sektor

Die Autoverkäufe in China sind im Mai bereits den elften Monat in Folge gefallen. Demnach sanken die Absätze gegenüber dem Vorjahr um 16,4 Prozent. Der anhaltende Rückgang im Automobilsektor des Landes setzt sich damit weiter fort. In den ersten fünf Monaten 2019 fielen die Absätze um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Marktsättigung in den wohlhabendsten Städten Chinas und eine Kreditklemme in kleinen Städten drücken in Kombination mit einem sinkenden Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes die Absätze bereits seit Mitte 2018. Der europäische Autosektor verlor 0,9 Prozent.

Auch in Großbritannien halten sich die Käufer mit gebrauchten Fahrzeugen mit Blick auf den drohenden Brexit zurück. Die Aktie des britischen Autohändlers Pendragon brach in London um 20,9 Prozent ein. Das Unternehmen hat vor einem signifikanten Verlust im ersten Halbjahr gewarnt. Nach einem Managementwechsel befindet sich Pendragon in einer Restrukturierungsphase. Jefferies spricht von kurzfristigen Schmerzen, sieht mittelfristig allerdings Chancen.

Bund-Emissionsrendite auf Rekordtief

Bei einer Aufstockungsauktion zehnjähriger Bundesanleihen ist die Durchschnittsrendite mit minus 0,24 Prozent auf ein historisches Tief gesunken. Im Sekundärmarkt wurde dieses Niveau zwar zuvor schon gesehen - dort liegt das Rekordtief bei knapp minus 0,26 Prozent -, im Primärgeschäft war es ein neuer Rekord. Hintergrund sind die global wieder auf Lockerungskurs gegangenen Notenbanken, die damit auf das sich abschwächende Wirtschaftswachstum und die mutmaßlichen dämpfenden Wirkungen der diversen Handelskonflikte reagieren. Darauf war im Anleihehandel das Renditeniveau in den vergangenen Wochen deutlich gesunken.

(Quelle: finanzen.net)

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