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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. September 2019

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Indizes vom 12.09.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 12.09.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach der geldpolitischen Entscheidung der EZB und volatilem Verlauf haben Europas Börsen mit Gewinnen geschlossen. Die EZB hat den Einlagesatz um 10 Basispunkte auf minus 0,50 Prozent gesenkt. Viel wichtiger war allerdings die Ankündigung, dass die Zinsen solange auf einem niedrigen Niveau verharren werden, bis die Inflation in Richtung des EZB-Ziels von 2 Prozent steigen wird. Zugleich hatten die Währungshüter ein neues Wertpapierkaufprogramm über 20 Milliarden Euro monatlich angekündigt. Dieses wird erst kurz vor einer Zinserhöhung enden, ist zeitlich also nicht befristet.

Nach der Entscheidung ging es mit den Kursen zunächst steil nach oben, die Gewinne konnten aber nicht gehalten werden. Noch volatiler zeigte sich der Euro: Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,0926 Dollar, stand zu Börsenschluss aber bei 1,1064 Dollar und damit höher als vor der EZB-Entscheidung. Die volatile Reaktion dürfte damit in Verbindung gestanden haben, dass zum einen einige Teilnehmer mit einer Zinssenkung um 20 Basispunkte gerechnet hatten sowie einem Volumen von bis zu 40 Milliarden Euro bei den Wertpapierkäufen. Zudem war von Gewinnmitnahmen im Aktienhandel die Rede. 

Etwas unterstützt wurden die Börse zudem von der Nachricht, dass die US-Regierung die Anhebung einiger Strafzölle auf chinesische Waren um zwei Wochen verschoben hatte. Es handele sich um eine "Geste des guten Willens", so US-Präsident Donald Trump. Der DAX stieg 0,4 Prozent auf 12.410 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte kräftiger um 0,6 Prozent auf 3.539 Zähler zu.

Schlechte Gewinnaussichten drücken auf Bankensektor

Der Bankensektor hinkte nach der EZB-Zinsentscheidung mit einem Minus von 0,1 Prozent den Gesamtmärkten hinterher. Und dies, obgleich die EZB einen Staffelzins beim Einlagesatz zur Entlastung des Sektors angekündigt hatte. Allerdings wird die Zinskurve möglicherweise auf Jahre hinaus flach bleiben. Mit anderen Worten: Die Banken werden auch in Zukunft kaum Geld auf der Zinsseite verdienen können. Passend dazu sagte EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz im Anschluss an die EZB-Sitzung, dass der Schutz der Bankgewinne nicht Aufgabe der Notenbank sei.

Gekauft wurden dagegen Sektoren, die von anhaltend niedrigen Zinsen profitieren. Dazu gehörten Versorgertitel (plus 1,7 Prozent) sowie Telekomwerte (plus 1 Prozent), die beide hohe Verschuldungsgrade aufweisen. Mit Blick auf den Telekomsektor steht der milliardenschwere und damit teure Aufbau des 5G-Netzes in den kommenden Jahren an.

Unternehmensnachrichten rückten in den Hintergrund. Anheuser-Busch Inbev versucht es erneut: Die US-belgische Brauereigesellschaft will das Braugeschäft in Asien in einem neuen Anlauf an die Börse in Hongkong bringen. Ein erster Anlauf war im Juli gescheitert. Nun will AB Inbev weniger Aktien an die Börse bringen als damals. Statt 10 Milliarden Dollar will der Bierkonzern lediglich 5 Milliarden erlösen. Der Kurs stieg um 2,9 Prozent.

Alstom verloren 4,9 Prozent. Der französische Mischkonzern Bouygues hat einen am Vorabend angekündigten Verkauf von Alstom-Anteilen abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es einen Anteil von 13 Prozent abgestoßen. Der Erlös beläuft sich auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Bouygues bleibt auch nach dem Verkauf mit einer Beteiligung von 14,7 Prozent größter Alstom-Aktionär.

LSE legte einen Tag nach der Offerte durch die Börse in Hongkong (HKEX) leicht um 0,6 Prozent zu, blieb damit aber klar unter dem Gebotspreis. Anleger glauben nicht an ein Bietergefecht um die Londoner Börse. In der Vergangenheit wurden immer wieder ICE und CME als mögliche Interessenten für die LSE genannt. Allerdings würden auch ICE und CME aller Wahrscheinlichkeit an den hohen, vermutlich zu hohen regulatorischen und politischen Hürden scheitern. Es wird erwartet, dass die LSE das HKEX-Gebot ablehnen wird.

Rovio brechen nach Gewinnwarnung ein

Akasol legten nach dem Erhalt eines Großauftrags um 3,6 Prozent zu. Nachdem die Aktie von Rovio Entertainment im Jahresverlauf in der Spitze im Juni bereits um 80 Prozent zugelegt hatte, brach sie nach einer Gewinnwarnung um fast 25 Prozent ein. Damit sind praktisch sämtliche Gewinne seit Jahresbeginn wieder verloren, denn bereits Anfang August hatte das Papier massiv nachgegeben. Der Produzent des Spiels Angry Birds will mehr Geld in die Gewinnung neuer Spieler investieren.

Rational stiegen um 2 Prozent. Sie werden am übernächsten Freitag in den MDAX aufsteigen. Grund ist die Entnahme von Innogy aus dem MDAX, die bereits am Montag, den 16. September, ansteht, und die durch CTS Eventim ersetzt werden. Bei Innogy war wegen der Übernahme durch Eon der Streubesitz unter 10 Prozent gesunken.

Rational hatten ursprünglich das Rennen um den MDAX-Aufstieg gegen Compugroup verloren, nun wird aber ein weiterer Platz frei. Denn absteigen werden am übernächsten Freitag Norma und Deutsche Euroshop. Für Rational rücken Dermapharm in den SDAX nach.

(Quelle.finanzen.net)

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