Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 14. August 2018

Dienstag, 14 August 2018 05:31
Publiziert in Wirtschaft
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Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 14. August 2018 Indizes vom 13.08.2018 (C) Ulrich Stamm

FRANKFURT/MAIN. Die Börsen in Europa haben einen schlechten Start in die Handelswoche erwischt. Aus Sorge um die Entwicklung in der Türkei fuhren die Anleger ihr Risiko weiter zurück. Nachdem der Dollar in der Nacht von Sonntag auf Montag in Asien ein neues Rekordhoch bei 7,1253 Lira markiert hatte, kam es zu einer leichten Stabilisierung. Die Auswirkungen der dortigen Finanzkrise auf die europäischen Banken sind momentan jedoch kaum abschätzbar.

"Die Türkei könnte sich an den IWF wenden, die Beziehungen zu den USA verbessern, Kapitalverkehrskontrollen einführen oder die Zinsen erhöhen", so Simon Derrick, Devisenstratege der Bank of New York Mellon. Diesen Möglichkeiten hat die Erdogan-Regierung jedoch zunächst eine Absage erteilt. Stattdessen stellt sie den Banken des Landes zusätzliche Liquidität zur Verfügung. Der türkische Präsident hat am Wochenende erneut kämpferische Töne angeschlagen und sieht sein Land als Opfer einer gezielten Operation. 

 

 

Hauptthema am deutschen Aktienmarkt war Bayer. Ein US-Gericht den nun zu Bayer gehörenden Agrarkonzern Monsanto zu einer Zahlung von 289,2 Millionen Dollar oder 253 Millionen Euro verurteilt hat, da zwei seiner starken Unkrautvernichter Krebs verursacht haben sollen. An der Börse wurde nun darüber spekuliert, wie hoch die gesamten Strafzahlungen an die Kläger ausfallen könnten. Ob es nun angemessen ist, dass sich die Bayer-Marktkapitalisierung an nur einem Tag um über 9 Milliarden Euro reduzierte, bleibt abzuwarten. Die Aktie von Bayer brach um 10,3 Prozent auf 83,73 Euro ein. Der DAX schloss 0,5 Prozent leichter bei 12.359 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,5 Prozent auf 3.410 Punkte abwärts. 

Juristische Niederlage von Monsanto überrascht 

Die Analysten von Barclays zeigten sich "ein wenig überrascht", dass die Bayer-Tochter Monsanto den ersten zivilen Glyphosat-Schadenersatzprozess in den USA verloren hat. Mit Blick auf die Entwicklung in der US-Tabakindustrie hält es die DZ Bank durchaus für möglich, dass das negative erstinstanzliche Urteil gegen Monsanto/Bayer in der Revision abgewiesen wird. Wiederum andere Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Höhe der Zahlung in Berufungsverfahren möglicherweise deutlich reduziert wird, nicht aber, dass Bayer ungeschoren davonkommen wird. Durch die nun drohenden Sammelklagen könnten die Zahlungen für Entschädigungen insgesamt schnell in den Milliarden-Bereich gehen. 

Ansonsten wurden an der Börse die Branchen verkauft, die in größeren Geschäftsbeziehungen zur Türkei oder mit türkischen Unternehmen stehen. Der europäische Banken-Index führte mit einem Minus von 1,2 Prozent die Verliererliste an. Belastend wirkte weiter das Exposure der Banken in Richtung Türkei. Laut Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) sind vor allem spanische Banken in der Türkei mit mehr als 80 Milliarden Dollar engagiert, gefolgt von französischen Geldinstituten, die es auf fast 40 Milliarden bringen. Deutsche Banken sind mit unter 20 Milliarden Dollar mit im Boot. Die Zahlen sind nach Einschätzung aus dem Handel nicht existenzgefährdend, aber erheblich. BBVA verloren 3,2 Prozent und Unicredit gaben um 2,6 Prozent nach. 

Aber auch der Sektor der Reiseunternehmen stand unter Druck und verlor 0,6 Prozent. So gaben Tui um 2,6 Prozent nach, Thomas Cook verloren 2,9 Prozent. Air France-KLM sackten mit neuen Streikdrohungen um 4,1 Prozent ab. Der Chef der Pilotengewerkschaft SNPL, Philippe Evain, hat gegenüber der Zeitung "Le Parisien" erklärt, dass es bei der Airline durchaus weitere Streiks geben könnte. 

Hellofresh erwartet Break Even später 

Hellofresh hat zwar die Umsatzprognose erhöht, rechnet mit einem Erreichen der Gewinnschwelle nun aber erst für das kommende Jahr und damit nicht mehr fürs vierte Quartal. Der Kurs gab um 6,2 Prozent nach. United Internet hat im zweiten Quartal etwas mehr verdient als erwartet, der Kurs stieg um 0,2 Prozent. Bei Salzgitter lagen die Kennziffern leicht unter den Erwartungen, der Kurs verlor 0,3 Prozent. 

(Quelle: finanzen.net)

 

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