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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 14. Dezember 2019

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FRANKFURT/MAIN.Die Woche hatte es in sich. Sitzungen von Fed und EZB, die Wahl in Großbritannien und letztendlich thronte die Hoffnung auf eine Teileinigung im US-chinesischen Handelsstreit über allem. Getreu dem Kölner Motto, "et hätt noch emmer joot jejange", wendete sich zum Schluss alles zum Guten. Mit dem klaren Sieg der Konservativen bei der Wahl in Großbritannien sind die europäischen Aktienmärkte zunächst nach oben geschossen.

Premierminister Boris Johnson verfügt zukünftig über eine deutliche absolute Mehrheit im britischen Unterhaus. Damit ist ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU so gut wie sicher, wodurch ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für die Finanzmärkte entfiel. Die anschließenden Handelsgespräche zwischen London und Brüssel dürften zwar nicht einfach werden, die daraus resultierenden Unsicherheiten sollten die Märkte aber zunächst nicht beschäftigen. Berenberg geht davon aus, dass die neue britische Regierung ein signifikantes Fiskalprogramm zur Wirtschaftsförderung auflegen wird.

Auf der anderen Seite gab es am Nachmittag zunächst eine hohe Verunsicherung, ob eine Teileinigung im US-chinesischen Handelsstreit auf den letzten Drücker noch erzielt werden würde. Im späten Handel gab es dann Entwarnung. Die USA verzichteten auf die für Sonntag angedrohten zusätzlichen Zölle auf chinesische Waren. Die bestehenden Zölle auf einige Importe blieben bei 25 Prozent, andere wurden auf 7,5 Prozent gesenkt. An den Börsen war mit der Teileinigung im Vorfeld gerechnet worden, daher blieb die Party aus.

Der DAX gab den Löwenanteil der Gewinne am Nachmittag ab und schloss 0,5 Prozent höher bei 13.283 Punkten - zuvor hatte er bei 13.423 Punkten ein neues Jahreshoch markiert. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,7 Prozent zu auf 3.731 Punkte. Er notierte zuvor mit 3.766 Punkten auf dem höchsten Stand des Jahres.

Hausse in Großbritannien

Der britische Aktienmarkt reagiert gespalten auf die Wahl. Der auslandsorientierte FTSE-100-Index mit den großen exportstarken Unternehmen schloss 1,1 im Plus, während der von heimischen Unternehmen gebildete FTSE-250-Index um 3,4 Prozent nach oben kletterte. "Anlass ist nicht nur die Klarheit beim Brexit, sondern dass Labour verhindert wurde", sagte ein Händler. Die Ideen der Partei hätten nahezu sozialistische Pläne für die britischen Unternehmen vorgesehen. Daher sprangen Finanzwerte wie Lloyds und Royal Bank of Scotland um bis zu 8,3 Prozent nach oben. Der europäische Bankenindex im Stoxx-50 legte um 1,4 Prozent zu.

Der größte Bauwert Großbritanniens, Persimmon, haussierte um 12 Prozent. Die internationalen Aktien wurden vom Pfund ausgebremst, das zum Dollar zwischenzeitlich deutlich zulegte und in der Spitze bis auf 1,3516 Dollar stieg. Allerdings gab die Devise einen Teil der Gewinne wieder ab und lag zuletzt bei 1,3355 Dollar. Tui und Ryanair sprangen um rund 3,5 Prozent nach oben. Die britischen Pharmawerte wie Glaxosmithkline und Astrazeneca schlossen im Minus, Nahrungsmittelhersteller wie Diageo gaben leicht nach.

Mit einem Minus von knapp 10 Prozent ging die Aktie von Aston Martin aus dem Handel. Marktteilnehmer verwiesen auf einen Bericht der FT, wonach das Unternehmen eine Kapitalerhöhung vorbereite. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Milliardär Lawrence Stroll einsteigen wolle.

Henkel unter Druck

Unter Druck zeigten sich am deutschen Aktienmarkt Henkel mit 3,7 Prozent Minus. Der Konsumgüterhersteller hatte am Vorabend einen überraschend schwachen Ausblick abgegeben. Henkel geht für das kommende Jahr nur noch von einer Marge von 15 Prozent aus, während der Markt mit 16,2 Prozent gerechnet hatte. Die Analysten von Jefferies kommentierten, dies impliziere ein Profitabilitätsniveau, das noch unter dem des Jahres 2013 liege. Henkel stellt für 2020 ein organisches Umsatzwachstum von null bis 2 Prozent in Aussicht, dem steht laut Jefferies aber eine Konsensschätzung von 1,8 Prozent entgegen.

Delivery Hero haussierten dagegen um 23 Prozent. Die Übernahme der südkoreanischen Woowa bringe die Rentabilität des deutschen Lieferdienst-Anbieters voran, da fast drei Viertel des Bruttowarenwerts nach Abschluss der Übernahme in profitablen Märkten generiert werde, so die Analysten der Citigroup.

 

(Quelle:finanzen.net)

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