Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 15.Mai 2019

Mittwoch, 15 Mai 2019 05:16
Publiziert in Wirtschaft
veröffentlicht von
Indizes vom 14. 05.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 14. 05.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Börsen ist die Ausverkaufsstimmung erst einmal gestoppt. US-Präsident Donald Trumphat sich zuversichtlich geäußert, dass die Handelsgespräche zwischen China und den USA letztlich erfolgreich sein würden. Das trieb den DAX um 1 Prozent nach oben auf 11.992 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 zog um 1,3 Prozent auf 3.364 Punkte an. Dabei schlossen alle Branchenindizes mehr oder weniger stark im Plus.

Im Blick stand weiter die Berichtssaison mit einer Flut von Quartalszahlen, so von Allianz, Merck KGaA und Thyssenkrupp. Während Allianz nach ihren Geschäftszahlen stiegen, litten Thyssenkrupp und Merck mit deutlichen Abschlägen unter ihren Zwischenberichten.

Gewinner Nummer eins im DAX waren Wirecard, die sich um 3,7 Prozent erholten. RWE gewannen vor ihren Quartalszahlen 2,6 Prozent. Daneben standen Bayer im Blick, der Konzern hatte in den Verfahren um Monsantos Unkrautvernichter Roundup die dritte Niederlage erlitten.

Bayer erneut verurteilt - bietet Unicredit für Commerzbank?

Eine Jury im nordkalifornischen Oakland verurteilte Bayer zu gut 2 Milliarden Dollar, weil sie den Anwälten eines Paares gefolgt war, das seinen Lymphdrüsenkrebs auf den langjährigen Einsatz von Glyphosat in seinem Garten zurückgeführt hatte. Große Schadenersatzzahlungen werden zwar in der Berufung häufig reduziert. Das kurzfristige Sentiment für das Pharma- und Chemieunternehmen bezeichneten die Analysten der Citi gleichwohl als "schrecklich". Für die Aktie ging es um 2 Prozent nach unten.

Angesprungen ist am Nachmittag die Commerzbank-Aktie. Sie gewann 4,3 Prozent. In einer Agenturmeldung hieß es, der Unicredit habe Lazard und JP Morgan als Berater für eine Übernahme der Commerzbank gewonnen. Ein Händler meinte, im Fall eines Erfolgs könnte Unicredit die Commerzbank mit der ehemaligen Hypovereinsbank verschmelzen. Unicredit gaben um 1,7 Prozent nach.

Vonovia stecken Platzierung gut weg - Hellofresh noch besser

Der Immobilienkonzern Vonovia hatte die Aktien aus seiner Kapitalerhöhung bei 45,10 Euro verkauft. Platziert wurden 16,5 Millionen Aktien bei institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung. Mit dem Erlös soll unter anderem eine Portfolio-Akquisition der schwedischen Tochter Victoria Park auf Konzernebene refinanziert werden. Die Aktie notierte 1,5 Prozent im Minus bei 48,09 Euro.

Rocket Internet hat sich für etwa 350 Millionen Euro vom restlichen Anteil an Hellofresh getrennt. Der Berliner Startup-Inkubator platzierte die 43,7 Millionen Aktien des Kochboxenversenders für 8,00 Euro je Aktie. Die Aktie notierte schließlich 3,6 Prozent fester bei 8,89 Euro und damit deutlich oberhalb des Platzierungspreises. Positiv wurde gesehen, dass sich der Hauptaktionär komplett verabschiedet hat und damit ein potenzieller Aktienüberhang nicht mehr vorhanden ist. Rocket Internet zogen um gut 4 Prozent an.

VW mit Lkw-Plänen rauf - Scout24 nach Scheitern der Übernahme schwach

Für die VW-Aktie ging es um 1 Prozent nach oben, nachdem der Konzern nun doch an seinen Börsenplänen für Traton festhält. Die Analysten von Jefferies bezifferten den Wert der Lkw-Tochter Traton auf 15 bis 16 Milliarden Euro.

Dagegen gaben Scout24 um 4,9 Prozent nach. Der Übernahmeversuch zweier Finanzinvestoren war gescheitert, weil die geforderte Mindestannahmeschwelle von mindestens 50 Prozent nicht erreicht worden war.

Drei DAX-Unternehmen mit Zahlen

Allianz stiegen um 1,9 Prozent. Die Geschäftszahlen waren besser ausgefallen als erwartet, vor allem der starke Anstieg der Prämieneinnahmen überraschte positiv. Zudem war die Schaden-Kosten-Quote verbessert worden.

Thyssenkrupp hatte im zweiten Quartal trotz eines leichten Wachstums weniger verdient und war unter dem Strich in die roten Zahlen gerutscht. In nahezu allen Geschäftsfeldern gingen die Ergebniskennziffern zurück, besonders deutlich aber bei Stahl und im Werkstoffhandel. Zwar bewerteten Analysten den Auftragseingang ebenso wie den freien Cashflow positiv, für die Aktie ging es trotzdem um 3,1 Prozent nach unten.

Merck KGaA fielen um 3,7 Prozent. Trotz höherer Einnahmen hatte der Pharma- und Spezialchemiekonzern im ersten Quartal weniger verdient als erwartet.

In der zweiten Reihe zogen K+S um 1,2 Prozent an. Eine gute Nachfrage und steigende Preise hatten Umsatz und Gewinn nach oben getrieben. Der Biotechnologiekonzern Evotec hatte im ersten Quartal 2019 dank eines guten Basisgeschäfts und höherer Meilensteinerträge Umsatz und Ergebnis kräftig gesteigert, an der Börse notierte der Titel knapp 4 Prozent fester.

Hapag Lloyd fielen um 6,3 Prozent. "Die Aktie leidet zum einen unter dem schlappen Welthandel, dessen Wachstum vom Handelsstreit gebremst wird", sagte ein Händler. Daneben verwies er aber auch auf die Iran-Krise: "Ein Sperren der Straße von Hormus wäre für die Containerschifffahrt ein weiterer Schlag", sagte er. Die Ölpreise zogen am Dienstag wieder an.

(Quelle:finanzen.net)

Gelesen 116 mal
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Ähnliche Artikel