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Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 15. Oktober 2019

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Indizes vom 14.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 14.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach dem Kurssprung zum Wochenausklang gaben die europäischen Aktienmärkte am Montag einen kleinen Teil der Gewinne wieder ab. Die Hoffnung auf einen kleinen Deal im US-chinesischen Handelsstreit, welche die Kaufrally in der Vorwoche ausgelöst hatte, blieb zum Teil unerfüllt. Die Zeichen stehen zwar auf Entspannung, allerdings haben beide Länder unterschiedliche Einschätzungen zum Stand der Dinge: US-Präsident Donald Trump spricht von einer partiellen Einigung, während China lediglich von Fortschritten bei den Gesprächen spricht. Wichtig für die Märkte ist vor allem, dass die USA auf neue Zollerhöhungen in der dieser Woche verzichten werden.

Zudem besteht Peking laut einem Medienbericht auf weiteren Gesprächen mit den USA, bevor es ein solches Abkommen unterzeichnen will. Schon Ende Oktober wolle China weitere Gespräche führen, um Details zu klären, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Die jüngste Vereinbarung wurde nicht schriftlich fixiert und nur grundsätzlich getroffen. Der DAX fiel um 0,2 Prozent auf 12.487 Punkte und der Euro-Stoxx-50 gab um 0,4 Prozent auf 3.556 Punkte nach.

 

"Die Anleger atmen durch und bewerten die aktuelle Situation", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Richtungsweisend für die Tendenz der kommenden Tage könnte der Verlauf der Berichtssaison zum dritten Quartal werden, erwartet Altmann. Sie werde auch zeigen, wie tiefe Spuren der Handelskonflikt und das niedrigere Wachstum bereits in den Bilanzen hinterlassen haben.

Daneben steht die weitere Brexit-Entwicklung im Blick. "Es bleibt noch viel Arbeit zu tun", hieß es von der EU-Kommission zwar am Sonntagabend. Allerdings halten Marktteilnehmer einen harten Brexit Ende Oktober nach der jüngsten Annäherung für sehr unwahrscheinlich.

Handels-Minideal wird Wirtschaftsabschwung nicht stoppen

Nach Einschätzung von Berenberg reicht der nun ausgehandelte US-chinesische "Minideal" im Handelsstreit wahrscheinlich nicht aus, um den globalen Wirtschaftsabschwung per se zu stoppen. Dafür sei der Deal zu klein ausgefallen, außerdem gebe es nach wie vor zu viele ungelöste Streitpunkte, so dass der Konflikt schnell wieder eskalieren könne.

Daneben schätzt Berenberg das Risiko eines Handelskonflikts zwischen der EU und den USA weiter als hoch ein. Ab dem 18. Oktober könnten die USA Strafzölle auf EU-Importe mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro erheben. Auch muss Washington bis Mitte November entscheiden, ob zukünftig Zölle auf EU-Autoimporte fällig werden, was Berenberg für unwahrscheinlich hält. Wahrscheinlicher seien neue Gespräche.

Übernahmen in UK vor dem Brexit

Finanzinvestoren sind momentan auf Shoppingtour in Großbritannien unterwegs. Zum Start in die Woche war es die US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo, die für die britische Cybersecurity-Gruppe Sophos bot. Die Prämie liegt 37,5 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag, die Aktie schoss um 35,6 Prozent nach oben. "Die Investoren der Sophos-Gruppe werden mit dem Gebot von Thoma Bravo recht zufrieden sein, nachdem das Unternehmen 2018 eine Gewinnwarnunggeliefert hatte", sagt Nicholas Hyett von Hargreaves Lansdowns. Sollte das Gebot erfolgreich sein, würde ein weiterer Technologiewert vom Londoner Kurszettel verschwinden.

Aber auch der deutsche Cloud-Spezialist Cancom kaufte noch kurz vor dem Brexit in Großbritannien zu. Der Kaufpreis für Novosco ist nach Einschätzung der Analysten von Hauck & Aufhäuser nicht zu teuer, vor allem im Hinblick auf den hohen Anteil wiederkehrender Erträge. Zudem könnten den Kunden die hochmargigen eigenen Dienste angeboten werden. Die Cancom-Aktie schloss unverändert.

Rohstoff-Aktien an der Verliererspitze

In Europa führten die Aktien der Rohstoff-Konzerne den Abschwung an. Der Sektor der Rohstoffe verlor 2,5 Prozent. Die weiter zur Schwäche neigende Nachfrage nach Stahl außerhalb von China wird nach Ansicht von Citi-Research weiter die entscheidende Belastung für die Preisentwicklung sein. Wie im dritten Quartal werde sich der Preisdruck auch im Schlussquartal 2019 fortsetzen. Aber auch andere zyklische Sektoren, die am Freitag noch gekauft wurden, gaben nun wieder nach. So verloren die Technologie-Werte 0,8 Prozent.(Quelle:finanzen.net)

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