Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 16.Mai 2019

Donnerstag, 16 Mai 2019 05:33
Publiziert in Wirtschaft
veröffentlicht von
Indizes vom 15.05.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 15.05.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. -Nach einem stark schwankungsanfälligen Handel haben Europas Börsen am Mittwoch mit Aufschlägen geschlossen. Stützend wirkten Medienberichte, laut denen US-Präsident Donald Trumptrotz einer am Samstag ablaufenden Frist vorerst keine Strafzölle auf Auto-Importe verhängen will. Trump wolle bis zu sechs weitere Monate mit seiner Entscheidung abwarten und diese vom Verlauf der Handelsgespräche mit der EU abhängig machen. Der DAX schloss mit Aufschlägen von 0,9 Prozent auf 12.100 Punkte, im Tagestief hatte er bei 11.862 Punkten gestanden, der Euro-Stoxx-50 gewann 0,6 Prozent auf 3.386.

Zuvor hatten schwächere Wirtschaftsdaten aus China und den USA belastet. US-Einzelhandelsdaten sowie Kennziffern zur US-Industrieproduktion hatten enttäuscht genauso wie Wirtschaftsdaten aus China. Auch dort hatten Industrieproduktion und Einzelhandelsumsatz die Markthoffnungen verfehlt. Die China-Daten sorgten zunächst für einen Stimmungsdämpfer, gingen die Anleger doch zuletzt davon aus, dass die wirtschaftliche Bodenbildung in China abgeschlossen sei. Zeitweise belastend wirkten auch die wieder zunehmenden Haushaltsspannungen zwischen Rom und Brüssel sowie die Spannungen im Nahen Osten zwischen Iran, den USA und Saudi-Arabien.

Fundamentale Nachrichten aus Autosektor bleiben schwach

Automobilwerte führten die Gewinnerliste in Europa mit 2 Prozent Plus nach den Trump-Kommentaren an. Renault standen indes unter Druck und gaben 1 Prozent nach. Hier drückte die Dividendenkürzung der Tochter Nissan. BMW und Daimler gewannen bis zu 3,1 Prozent, selbst VW schafften trotz Dividendenabschlags noch den Sprung ins Plus. Von sehr schwachen Geschäftszahlen sprach ein Händler mit Blick auf Leoni, die Aktie brach um 11,1 Prozent ein. "Das Unternehmen verbrennt Geld", hieß es. Der freie Cashflow sei mit 313 Millionen Euro sehr negativ. Die Liquidität sei deutlich auf 740 Millionen Euro von 1 Milliarde Euro zurückgegangen. Aumann büßten nach einem "verheerenden" Auftragseinbruch 13,5 Prozent ein.

Die Berichtssaison hatte derweil auch positive Überraschungen parat. Der Energieversorger RWE hatte seinen Gewinn im ersten Quartal vor allem dank eines guten Ergebnisses im Energiehandel deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. RWE legten um 2,6 Prozent zu. Eon verloren nach Dividendenausschüttung 5,8 Prozent.

Luxus auch in Krisenzeiten gefragt - Ferragamo haussieren

Die Raiffeisen Bank International hatte im ersten Jahresviertel 2019 negative Bewertungsergebnisse aus dem Hedging und dem Verkauf des polnischen Kernbankgeschäfts zu spüren bekommen und erheblich weniger verdient als im Vorjahr. Die Ertragsseite der Österreicher zeigte sich dagegen relativ robust. Die Aktie verlor 3,7 Prozent. Kingfisher gaben an der Londoner Börse 3,6 Prozent nach. Der Eigner von Baumarktketten hatte beim Umsatz auf vergleichbarer Basis vor allem in Frankreich und Großbritannien die Erwartungen nicht getroffen.

Die überraschend deutliche Ertragswende beim Modekonzern Salvatore Ferragamo trieb die Aktie in Mailand um 9,9 Prozent nach oben. Vor allem der Umsatzanstieg von 4 Prozent zum Vorjahr wurde positiv hervorgehoben, da Ferragamo-Aktien unter der Befürchtung weiterer Marktanteilsverluste gelitten hatten. Die Citigroup betonte, dass auf vergleichbarer Basis das Absatzmomentum nach vier Jahren einer stagnierenden oder negativen Entwicklung wieder steige.

Euphorie weicht aus Thyssenkrupp-Aktie

Thyssenkrupp gaben 5 Prozent nach. Im Handel wurde auf eine ganze Reihe von Belastungsfaktoren verwiesen: Diese reichten von einer möglichen Bonitätsabstufung, negativen Analystenstimmen über schwache China-Daten bis hin zum Verfall. Das Papier hat in der Zwischenzeit einen Gutteil der Gewinne seit Bekanntwerden der geplanten Restrukturierung wieder abgegeben. Nach schwachen Geschäftszahlen verloren United Internet 6,3 Prozent und 1&1 Drillisch 11,4 Prozent.

Bei Commerzbank wechseln die Übernahmespekulationen in rascher Folge. Der Unicredit hat dementiert, dass er Mandate für einen Übernahmeversuch erteilt habe. Am Dienstag hatte eine Agentur unter Verweis auf Kreise geschrieben, die italienische Bank habe Lazard und JP Morgan ein Verhandlungsmandat erteilt. Auch die niederländische ING wurde wieder als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Commerzbank verloren 1,1 Prozent.

(Quelle:finanzen.net)

Gelesen 109 mal
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Ähnliche Artikel