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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 16. November 2019

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Indizes vom 15.11.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 15.11.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag im Plus geschlossen. Der Verfalltermin an der Terminbörse Eurex führte zur Mittagszeit zu etwas Abgabedruck. Die Delle konnte allerdings schnell abgearbeitet werden. Von den Rekorden an der Wall Street, dort purzelten einmal mehr die Allzeithochs, konnten DAX & Co etwas profitieren. Die Champagnerkorken knallten indes an der Börse in Paris, dort notierte der Benchmarkindex CAC-40 auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.

Leicht positiv wirkte die Hoffnung auf eine Lösung des US-chinesischen Handelsstreits. Laut Lawrence Kudlow, oberster Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, rückt ein Handelsabkommen zwischen den USA und China näher: "Es ist noch nicht fertig, aber es gab sehr gute Fortschritte und es war auch sehr konstruktiv", so Kudlow. Der DAX legte um 0,5 Prozent auf 13.242 Punkten zu, der Euro-Stoxx-50 zog um 0,6 Prozent auf 3.712 Punkte an.

Börse Paris auf Jahreshoch

Der Höhenflug in Paris ging auch auf das Konto des 2,5-prozentigen Aufschlags von Arcelormittal. Positiv wurde hier gesehen, dass der Stahlkonzern von Indiens Oberstem Gerichtshof grünes Licht für seine Übernahme der bankrotten indischen Essar Steel erhalten hatte. Damit ist der Weg auf dem zweitgrößten Markt der Welt für den europäischen Stahlkonzern nun frei.

Zudem gewannen die Aktien von Orange 1,4 Prozent. Hier trieben positive Aussagen des CFO von der Telekom-Branchenkonferenz in Barcelona und Berichte, man wolle sich wie andere Mobilfunkbetreiber von den Masten trennen. Dies könnte bis zu 10 Milliarden Euro in die Kasse spülen. Ein Händler hielt den genannten Betrag für zu gering, schließlich sei Orange die ehemalige France Telecom und damit auch größter Betreiber von Sendemasten in Frankreich.

SEB brechen ein

Die Aktien der skandinavischen Bank SEB brachen um 12,6 Prozent ein. Verantwortlich dafür sei allein eine Anfrage des schwedischen Fernsehens. "Angesichts der zahlreichen Geldwäschevorwürfe an die nordischen Banken ist man sehr, sehr vorsichtig geworden", sagte ein Händler. Die SEB hatte am Freitagmorgen bestätigt, dass sie von der Sendung "Uppdrag granskning" des Sveriges Televisions zu einem Kommentar aufgefordert worden war. Die Sendung beschäftigt sich generell mit Geldwäsche im Norden und behauptete, auch Informationen über die SEB zu besitzen, wie der Sender mitteilte. Die SEB teilte mit, keine weiteren Kenntnisse über den Inhalt der Sendung zu besitzen. Aus Gründen der Transparenz teile man die Anfrage gegenüber dem Markt mit. Auf neue Informationen wolle man sofort reagieren, hieß es von der Bank.

Die britischen Telekom-Aktien standen ebenfalls unter Druck. BT Group und Vodafone fielen um 1,1 bzw. 3,1 Prozent. Beide wurden als Leidtragende der Pläne der Labour-Partei gesehen, allen Haushalten kostenlose Breitbandzugänge zur Verfügung zu stellen. Michael Hewson, Chef-Analyst bei CMC Markets UK, kommentierte dazu, die Partei wolle zudem das Unternehmenssegment Openreach von BT Group wieder verstaatlichen. BT habe sich dazu überrascht geäußert. Andere Aktien würden bereits mit einem Abschlag wegen dieser Gefahr handeln. Hewson nannte hier unter anderem Royal Bank of Scotland, National Grid, Centrica, Severn Trent, Royal Mail sowie Bahnunternehmen wie National Express.

Berichtssaison dünnt aus

Deutlich ruhiger geworden ist es auf der Unternehmensseite. LEG Immobilien gaben 2,1 Prozent ab, nachdem das Unternehmen solide Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vorgelegt und ihre Erwartungen im Großen und Ganzen erfüllt hatte, wie die Analysten von Berenberg anmerkten. Die Leerstandsquote sei auf Jahressicht zwar gleich geblieben, doch bemühe sich das Unternehmen, diese zu reduzieren.

Kräftig aufwärts ging es dagegen bei Stabilus. Hier waren die Geschäftszahlen deutlich besser ausgefallen als erwartet. Der Kurs zog um 14,2 Prozent an. Eine überraschend starke Margenentwicklung im dritten Quartal sahen Händler bei den finalen Geschäftszahlen von Moeller-Maersk. Die dänische Reederei konnte den Gewinn stärker als erwartet steigern. Die Papiere legten um 5,7 Prozent zu.

Die Aktien von Delticom brachen um 8,7 Prozent ein. Der Online-Reifenhändler hatte eine drastische Gewinn- und Umsatzwarnung ausgesprochen. Anstelle eines Gewinns erwartet er nun für das Gesamtjahr einen Fehlbetrag. Gleichzeitig werde über die weitere Finanzierung verhandelt.

(Quelle: finanzen.net)

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