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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 16. Oktober 2019

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Indizes vom 15.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 15.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN.Auf neue Jahreshöchststände sind am Dienstag die europäischen Börsen gestiegen. Der DAX gewann 1,1 Prozent auf 12.630 Punkte, obwohl Wirecard mit ihrem Kursrückgang von fast 13 Prozent den deutschen Leitindex etwa 25 Punkte kostete. Das neue Jahreshoch markierte er im Verlauf bei 12.682 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 zog um 1,2 Prozent auf 3.599 Punkte an, damit markierte er im Unterschied zum DAX auch auf Schlusskursbasis ein neues Jahreshoch. Dabei schlossen alle Stoxx-Branchenindizes im Plus, besonders stark zeigten sich mit den Hoffnungen auf einen Brexit-Vertrag die Aktien der britischen Banken.

"Die Stimmung ist deutlich ins Positive gedreht", sagte Frank Wohlgemuth, Analyst der Essener Nationalbank. Die Teileinigung im Handelsstreit und das Näherrücken eines Austrittsvertrags für den Brexit hätten die Risikobereitschaft deutlich gestärkt. Aus technischer Sicht winkt dem DAX nun ein Wiedersehen mit der 13.000er Marke, wie es von einer Marktanalystin hieß

Britische Banken und Flieger-Aktien sehr fest - Spekulationen um Brexit-Vertrag

Am Nachmittag rissen vor allem die Spekulationen um eine Einigung im Brexit-Streit die Kurse nach oben. Auslöser war ein Bloomberg-Bericht, wonach die EU und Großbritannien sich einem Abkommen annähern. Bei den Banken waren vor allem die britischen gefragt: Barclays stiegen um 4,1 Prozent, Lloyds um 5,2 Prozent und RBS um 5,1 Prozent.

Auch die Fluggesellschaften profitierten von den Brexit-Hoffnungen: Easyjet stiegen um 4,6 Prozent und die Aktien der British-Airways-Mutter IAG um 4,2 Prozent. Das Pfund stieg auf den höchsten Stand seit Mitte Mai. Der FTSE-100 bewegte sich mit der Pfund-Stärke kaum von der Stelle. Der FTSE-250 wiederum stieg um 1,3 Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt waren sowohl konjunkturabhängige als auch defensive Titel gesucht: An der DAX-Spitze lagen BMW, Fresenius und Deutsche Bank mit Gewinnen von über 2,5 Prozent.

Weiterer FT-Artikel drückt Wirecard

Dagegen brachen Wirecard um 12,8 Prozent ein. Die Financial Times (FT) hatte am Morgen einen neuen Artikel und Dokumente veröffentlicht, die die fragwürdigen Buchungspraktiken des DAX-Unternehmens deutlich machen sollen. Laut FT deuten die Dokumente auf "konzertierte Bemühungen" hin, Gewinne und Umsätze des Unternehmens in Dubai und Irland künstlich aufzublasen.

Der Zahlungsabwickler wehrte sich vehement gegen die neuerliche Berichterstattung der FT. "Wirecard weist die Anschuldigungen der Unkorrektheit kategorisch zurück", teilte der DAX-Konzern mit und erhob seinerseits schwere Vorwürfe gegen die Zeitung: Diese arbeite mit so genannten "Short-Sellern" zusammen.

Berichtssaison - Klöckner mit Kurseinbruch und Hellofresh mit Kurssprung

Erste Signale kamen von der Berichtssaison. Klöckner & Co hat die dritte Gewinnwarnung in diesem Jahr präsentiert. Mit dem Ausblick eines EBITDA von 120 bis 130 Millionen Euro lag der Stahlhändler nun klar unter dem Konsens von 162 Millionen Euro. Die Aktien brachen um 13,4 Prozent ein.

Eine Kursexplosion um 23,4 Prozent legten dagegen Hellofresh hin. Der Konzernumsatz im dritten Quartal liegt voraussichtlich zwischen 438 Millionen und 441 Millionen Euro. Das obere Ende liegt rund 10 Prozent oberhalb des Factset-Konsens, auch der Ausblick klingt nun optimistischer als bisher.

Auch Drägerwerk hat die Prognosen erhöht: Der Kurs gewann 11,5 Prozent. Wacker Neuson fielen dagegen mit einer Prognosesenkung für die Marge um 7,6 Prozent. Nordex wiederum stiegen um 1,9 Prozent dank eines deutlich erhöhten Auftragseingangs im dritten Quartal.

(Quelle: finanzen.net)

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