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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 17. April 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 17. April 2019 Indizes vom 16.04.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Überraschend gut ausgefallene ZEW-Konjunkturerwartungen haben Europas Börsen am Dienstag gestützt. Sie sind im April auf plus 3,1 nach minus 3,6 deutlich gestiegen und haben damit auch die Markterwartungen übertroffen. "Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung" sind nach Einschätzung der Marktstrategen der Helaba berechtigt. Entsprechend sollten Rezessionssorgen weiter verdrängt werden.

Der DAX gewann 0,7 Prozent auf 12.101 Punkte, bei 12.116 wurde ein neues Jahreshoch markiert. Der Euro-Stoxx-50 legte 0,4 Prozent auf 3.463 zu - hier bremsten Abgaben im Rohstoffsektor und bei Versorgern etwas. Neben den ZEW-Daten trieb die Hoffnung auf eine baldige Lösung im Handelsstreit zwischen China und den USA die Kurse. Die Analysten der UBS sehen eine Wahrscheinlichkeit von um die 60 Prozent, dass ein Handelsvertrag in den nächsten zwei bis drei Monaten unterzeichnet wird.

Schwächere Daten zur US-Industrieproduktion wurden derweil ignoriert. Die Produktion ist im März um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen, erwartet wurde ein Plus von 0,2 Prozent. Die Anleger maßen den Zahlen keine größere Relevanz zu, setzen sie doch darauf, dass angesichts der wieder anziehenden chinesischen Wirtschaft sich auch hier die Lage in den kommenden Monaten verbessern wird. Die chinesischen BIP-Daten für das erste Quartal werden am Mittwoch veröffentlicht. 

Zahlungsdienstleister mit Nexi-IPO im Blick 

 

Unter den Bankenwerten legten Unicredit 3,2 Prozent zu, nachdem sich der Finanzkonzern auf eine Strafzahlung von 1,3 Milliarden Dollar mit den US-Behörden geeinigt hatte. Die Bank war trotz der US-Sanktionen bis 2011 als Zahlungsdienstleister für Iran, Kuba und andere Länder aktiv gewesen. Der Sektor verbesserte sich europaweit um 1 Prozent und profitierte damit weiter von zuletzt gestiegenen Renditen an den europäischen Anleihemärkten.

Im Fokus stand auch der Börsengang des italienischen Zahlungsdienstleisters Nexi. Hier sah es allerdings nicht so gut aus, denn mit 8,44 Euro schlossen die Aktien des Wirecard-Konkurrenten deutlich unter ihrem Ausgabepreis von 9 Euro. Es handelte sich um einen der größten Börsengänge des Jahres in Europa mit knapp 2 Milliarden Euro Erlös für das Unternehmen. Wirecard stiegen dagegen um 3,6 Prozent und setzten mithin die jüngste Erholung fort. 

Für die Aktie von Tele Columbus ging es sogar 13,2 Prozent nach oben. Der Kabelnetzbetreiber prüft "wertsteigernde Optionen" im Rahmen des Glasfaserausbaus und will Investoren die Beteiligung an seinen Netzen ermöglichen. Zalando sprangen um 10,6 Prozent. Der Online-Händler erwartet einen Gewinn im ersten Quartal. 

Lufthansa steigen trotz schwacher Zahlen 

Nach einem schwachen Handelsauftakt drehten Lufthansa ins Plus und gingen letztlich mit Aufschlägen von 0,9 Prozent aus dem Handel. Die Airline hat enttäuschende Geschäftszahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Der gestiegene Ölpreis sowie Überkapazitäten haben ihre Spuren hinterlassen. Immerhin hat das Unternehmen die Ziele bestätigt, was als Hinweis gewertet wurde, dass sich die Lage im weiteren Jahresverlauf verbessern wird. Trotz der Zahlen halten viele Analysten an ihrer Kaufempfehlung fest. 

Keinen großen Belastungsfaktor stellte das reduzierte Ziel für die Eisenerzproduktion für Rio Tinto dar. Die Produktion im australischen Pilbara hat unter Stürmen gelitten. Die Produktionsziele für andere Rohstoffförderungen wurden indes bestätigt. Rio Tinto gaben 0,6 Prozent nach. 

Mit den nachlassenden Rezessionsängsten am Markt gerieten defensive Titel zunehmend unter Abgabedruck. RWE führten mit einem Minus von 2,5 Prozent die Verliererliste im DAX an. Daneben verloren Eon 1,4 Prozent, Merck 0,8 Prozent und Beiersdorf 1,2 Prozent. Gea fielen um 1,9 Prozent nach einer Abstufung durch Baader Helvea auf "Verkaufen". Drägerwerk stiegen indes um 2,4 Prozent, nachdem die HSBC ihre Einstufung erhöht hatte.

(Quelle: finanzen.net)

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