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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 17. September 2019

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Indizes vom 16.09.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 16.09.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte sind leichter in die neue Handelswoche gestartet. Die Anleger wurden vorsichtiger, nachdem sich bei der Ölversorgung ein möglicher neuer Brandherd abzeichnet. Nach den Angriffen auf zwei saudi-arabische Raffinerien und deren Auswirkung auf die weltweite Energieversorgung rechnen Analysten mit kurzfristig steigenden Risikoaufschlägen auf den volkswirtschaftlich bedeutenden Ölpreis. Über den weiteren Verlauf der geopolitisch eskalierten Lage bleiben die Meinungen geteilt.

Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 12 Prozent auf 67,39 Dollar. Den Kursgewinner stellten in Folge die Ölwerte, deren Sektor-Index um 2,8 Prozent in die Höhe sprang. Reflexartig ging es bei den Airlines dagegen nach unten, Air-France-KLM wie Lufthansa gingen jeweils rund 3 Prozent tiefer aus dem Handel. Der DAX schloss 0,7 Prozent leichter bei 12.380 Zählern. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,9 Prozent nach auf 3.518 Punkte. Gesucht waren die sicheren Häfen wie Gold und Staatsanleihen. 

Bedrohung für den Frieden in der Golfregion

Von einer bislang beispiellosen Gefährdung der Welt-Rohölversorgung sprachen die Analysten von Jefferies. Bei einer der betroffenen Anlagen, Abqaiq, handele es sich um die größte Raffinerie der Welt, und in Abhängigkeit vom Zeitraum, in dem sie nicht arbeiten könne, werde ein politischer Preisaufschlag in den Ölpreis eingearbeitet werden. Größere Gefahr geht nach Ansicht von Jefferies allerdings aus von der Bedrohung für den Frieden in der Golfregion.

Analyst Amarpreet Singh von Barclays rechnet nicht mit dramatischen Folgen des Angriffs auf die saudischen Ölexporte. Im Lande würden derzeit 188 Millionen Barrel gebunkert, ebenso wie 97 Millionen Barrel Destillate. Trotzdem rechnet Singh mit steigenden Preisen, was im Handel mit der insgesamt heikleren geopolitischen Lage begründet wird.

Wirecard treibt Wachstum in China mit Unionpay-Kooperation voran

Der Zahlungsdienstleister Wirecard arbeitet künftig enger mit dem chinesischen Kreditkartenanbieter Unionpay zusammen und ist eine globale strategische Partnerschaft eingegangen. Wirecard verspricht sich dabei ein stärkeres Wachstum in China. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehe der Ausbau der weltweiten Akzeptanz von Unionpay als digitale Zahlungsmethode über alle Kanäle hinweg. Mit einem Plus von 2,5 Prozent stellte die Aktie den Gewinner im DAX.

Die Aktie von Airbus gehörte mit einem Abschlag von 3,4 Prozent zu den größeren Verlierern in Europa. Dabei belastet nach Einschätzung von Jefferies ein Artikel im Politico. Demzufolge habe das Schlichtungsgremium der Welthandelsorganisation WTO den USA das Recht zugebilligt, europäische Unternehmen wie Airbus mit Strafzöllen zu belegen, die Subventionen erhalten hätten.

AMS senkt Messlatte für Osram-Übernahme

Osram legten um 0,5 Prozent zu auf 37,70 Euro. Die Aktie steht mit dem Senken der Mindestannahmeschwelle durch AMS auf 62,5 von 70 Prozent im Blick. AMS bietet 38,50 Euro. Bei Osram stehen die Zeichen aber weiter auf Ärger, denn deren CEO will die Aktien nicht andienen. Auch die Arbeitnehmervertreter stimmten dagegen. Vorstand und Aufsichtsrat von Osram wiederum empfehlen den Aktionären die Annahme der Offerte, trotz Bedenken wegen des Preises. AMS fielen in der Schweiz um 2,4 Prozent.

Der italienische Infrastrukturbetreiber Atlantia kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem Rückgang am Freitag ging es für den Wert um weitere 7,8 Prozent nach unten. Auslöser war ein Bericht im Corriere della Sera. Demzufolge führte die italienische Steuerpolizei Durchsuchungen und Verhaftungen im Rahmen einer Untersuchung von gefälschten Berichten über Sicherheitskontrollen von Autobahnbrücken und Viadukten durch. "Die Entwicklung ist komplexer als wir dachten", hieß es von den Analysten von Equita.

 

(Quelle:finanzen.net)

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