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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 18. April 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 18. April 2019 Indizes vom 17.04.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den Börsen in Europa ging es am Mittwoch nach oben. Gute Daten aus China sorgten für eine steigende Risikobereitschaft unter den Investoren. "Wir sehen eine Rotation aus defensiven in mehr zyklische Werte", so ein Marktteilnehmer. Den Impuls lieferte am Morgen bereits das chinesische Bruttoinlandsprodukt, für das es im ersten Quartal um 6,4 Prozent nach oben ging. Die Produktion in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sprang sogar um 8,5 Prozent nach oben und damit mehr als zwei volle Prozentpunkte stärker als erwartet.

Auch die chinesischen Einzelhandelsdaten fielen besser als gedacht aus. Der DAX legte bereits den siebten Tag in Folge zu. Er gewann 0,4 Prozent auf 12.153. Bei 12.195 Punkten markierte er im Verlauf sein Jahreshoch. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent höher bei 3.478 Zählern. Zu den Gewinnern gehörten, mit Blick auf die Sektoren, die Automobilwerte, die Technologiewerte wie auch die Unternehmen aus der Chemie-Branche. 

Die Daten aus China unterstreichen die Investmentthese, dass der Jahresstart von Marktteilnehmern als zu negativ eingestuft worden war. Der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, sah sich daher am Vorabend zu der Aussage veranlasst, dass er einen Kurssprung nach oben für wahrscheinlicher halte als einen Kurseinbruch. Denn die Investoren säßen auf Bergen von Cash, die sie bislang noch nicht investiert hätten. Der plötzliche Schwenk der Notenbanker auf einen taubenhaften Kurs habe die Auswahl an guten Anlagegelegenheiten eingeschränkt, was einen globalen "Aufschwung" bei den Aktienkursen auslösen könnte, sagte Fink. 

Gewinner und Verlierer der Champions League 

 

Die Aktien des Fußballklubs Ajax Amsterdam aus der niederländischen Ehrendivision schossen um 9 Prozent in die Höhe. Die Niederländer hatten im Viertelfinalrückspiel der europäischen Champions League mit 2:1 bei Juventus Turin gesiegt. Damit steht der Klub im Halbfinale der europäischen Eliteliga und darf sich zudem über ein Preisgeld von weiteren 12 Millionen Euro freuen. Mit dem Triumph über "Juve" hat der Verein zum zweiten Mal im laufenden Wettbewerb gegen einen europäischen Spitzenklub gewonnen, zuvor war bereits Real Madrid an Ajax gescheitert. Der Kurs von Juventus Turin aus der italienischen Serie A brach an der Mailänder Börse derweil um 17 Prozent ein. 

 

US-Justizministerium steht Fusion T-Mobile/Sprint kritisch gegenüber 

Deutsche Telekom verloren gegen den Trend gut 1 Prozent. Hier belasteten Presseberichte, wonach das US-Justizministerium einem Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US skeptisch gegenübersteht. Die geplante Fusion könne so nicht vollzogen werden, hieß es. Die kartellrechtliche Zustimmung zu dem geplanten Deal gilt als größter Stolperstein auf dem Weg zu einer Fusion. 

ABB zogen nach Zahlenausweis und dem überraschenden Rücktritt von CEO Ulrich Spiesshofer 5,4 Prozent an. Vontobel sieht darin indes kein Problem. Interim-CEO Peter Voser dürfte die Strategie des Vorgängers energisch fortsetzen, hieß es dort. Die Geschäftszahlen selbst waren in Ordnung. 

Wirecard stiegen knapp 4 Prozent. Am morgigen Donnerstag läuft das Leerverkaufsverbot aus, was an der Börse kaum jemanden erschreckt. Spannend wird es vielmehr kommende Woche Donnerstag, wenn das Unternehmen die endgültigen 2018er Zahlen vorlegt. Zudem hat die deutsche Finanzaufsicht Bafin wegen der Kursschwankungen um den Finanzdienstleister Anzeige erstattet. 

Commerzbank gewannen 1,5 Prozent. Angeblich soll die ING, genauso wie die UniCredit, an einer Übernahme Interesse haben. Die Analysten von Jefferies äußerten sich skeptisch. ING notierten 0,5 Prozent im Minus. 

Defensive Sektoren wurden verkauft 

Nach Zahlenvorlage gaben Danone 0,1 Prozent nach, Händler verwiesen auf die Rotation aus defensiven Werten. Der Nahrungsmittelkonzern hat seinen Umsatz im ersten Quartal leicht gesteigert und rechnet im zweiten Quartal mit einem beschleunigten Wachstum 

Roche schlossen nach überzeugenden Zahlen 0,8 Prozent im Minus. Das Pharma-Unternehmen hat besser als erwartet ausgefallene Umsatzdaten zum ersten Quartal vorgelegt und den Ausblick für das Gesamtjahr erhöht. 

L'Oreal legten nach starken Geschäftszahlen 1 Prozent zu. Auf vergleichbarer Basis sprang der Konzernumsatz um 7,7 Prozent an und damit stärker als erwartet. Positiv entwickelte sich das Geschäft in Asien und hier besonders China. 

 

In Deutschland standen Fresenius und FMC unter Druck, beide Aktien verloren über 3 Prozent. Die Analysten von JP Morgan verwiesen darauf, dass die Pharma-Branche in den USA wegen der aktuellen "Medicare-for-all"-Debatte vor einem zeitweiligen Abwärtsrisiko stehe. Anleger sind vor dem Hintergrund des jüngsten Vorschlags des Senators und Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders besorgt, dass die private Krankenversicherung dort abgeschafft werden könnte.

(QUELLE: FINANZEN.NET)

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