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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 18.Februar 2020

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Indizes vom 17.02.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 17.02.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Börsen haben am Montag mit leichten Aufschlägen geschlossen. Nicht nur hatte die Ansteckungsdynamik des Coronavirus über das Wochenende abgenommen. Zudem reagierte China weiter mit massiven geldpolitischen Erleichterungen und kündigte nun sogar Steuersenkungen an. Negative Nachrichten aus Japan wurden dagegen ignoriert. Dort brach das BIP um 1,6 Prozent im vierten Quartal ein. Aus den USA kamen keine Impulse, die Wall Street blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

Der DAX gewann 0,3 Prozent auf 13.784 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,3 Prozent auf 3.853 nach oben. Es gab indes auch warnende Stimmen: "Die Serie an Allzeithochs hat die Börsianer geradezu berauscht", warnte Marktstratege Thomas Altmann von QC Partners: "Diese Euphorie ist jedoch gefährlich. Risiken werden aktuell vollständig ausgeblendet". Vor allem stiegen die Kurse deutlich schneller als die Unternehmensgewinne. 

Thyssenkrupp verloren 3 Prozent. Kone hatte sich aus dem Bieterverfahren um die Aufzugssparte von Thyssenkrupp zurückgezogen. Zuvor hatte Thyssenkrupp gesagt, dass die Sparte vorrangig vollständig oder mehrheitlich an Finanzinvestoren verkauft werden soll. Ein Händler erklärte die Aktienreaktion dahingehend, dass Kone wohl mehr als 17 Milliarden Euro gezahlt hätte, bei Finanzinvestoren dürften es aber nur 16 Milliarden werden. "Thyssen verkauft an die Finanzinvestoren, weil sie dringend Geld brauchen", hieß es.

Kone gaben 4,6 Prozent nach. Mit einem Verkauf der Aufzugssparte an Finanzinvestoren bleibt für Kone ein Konkurrent erhalten, der zukünftig wahrscheinlich wettbewerbsfähiger aufgestellt sein dürfte.

Alstom steht vor Kauf der Zugsparte von Bombardier

Die Aktien des französischen Technologiekonzerns Alstom legten um 3,5 Prozent zu. Laut Kreiseberichten könnte schon am Montag der Kauf der Eisenbahnsparte von Bombardier für voraussichtlich 7 Milliarden Dollar bekannt gegeben werden. Alstom hatte Verhandlungen mit dem kriselnden kanadischen Konzern bestätigt. Die UBS wertete die Transaktion positiv und sah erhebliches Gewinnsteigerungspotenzial.

Faurecia gewannen nach Zahlenausweis 6,5 Prozent. Positiv strichen die Analysten von Jefferies heraus, dass der freie Cashflow rund 20 Prozent über dem Konsens liege. Aber auch die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 sei etwas besser ausgefallen, da die Franzosen für die weltweite Produktion von Kleintransportern etwas optimistischer gestimmt seien. Im Gefolge stiegen Continental um 1,4 Prozent. Leoni legten gleich um 12,5 Prozent zu - gestützt auch von einer bullischen Studie von Quirin.

Bayer und BASF in den USA zu Schadensersatz verurteilt

Für die Aktien von Bayer und BASF ging es um 1,9 bzw. 1 Prozent nach unten. Beide Unternehmen wurden in den USA zu Schadensersatz verurteilt. Eine US-Jury hatte gegen Bayer und BASF in einem Fall von Ernteschäden entschieden und einem Pfirsichbauern 265 Millionen Dollar zugesprochen. Bayer kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Positiv für RTL (plus 3,2 Prozent) werteten Händler die Aussagen von Bertelsmann, weiter aufstocken zu wollen. Bertelsmann habe zwar klargemacht, nur in kleinen Stücken zu kaufen. Gerade nach den überraschend guten Geschäftszahlen von Mediaset und TF1 könnte damit eine eventuelle Unterbewertung des Mediensektors zum Thema werden, hieß es.

Wirecard verloren 2 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Welt am Sonntag", wonach Wirecard beim geplanten rechtlichen Vorgehen gegen die "Financial Times" einen Rückzieher gemacht habe. Wichtig wird der KMPG-Bilanzprüfungsbericht, der aber erst im März erwartet wird.

Nach besser als vorausgesagt ausgefallenen Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick gewannen Varta 7,7 Prozent. Das Unternehmen will das organische Umsatz- und Ergebniswachstum im Geschäftsjahr 2020 erneut steigern. Die Sorge vor zunehmender Konkurrenz aus China hatte zuletzt eine schärfere Korrektur des Aktienkurses ausgelöst.

(Quelle: finanzen.net)

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