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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 18. Juni 2019

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Indizes vom 17.06.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 17.06.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Zurückhaltung hat im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank an den europäischen Aktienmärkten zu Wochenbeginn für eine Seitwärtstendenz gesorgt. Übergeordnet dominierte weiter die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkungdas Geschehen. Für Juli wird ein solcher Schritt aktuell am Terminmarkt mit einer Wahrscheinlichkeit von 84 Prozent eingepreist. Abwärts ging es mit Aktien von Fluggesellschaften nach einer Gewinnwarnung der Lufthansa.

Der DAX verlor 0,1 Prozent auf 12.086 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,1 Prozent zu auf 3.383 Punkte. Am Anleihemarkt kamen die Kurse etwas zurück, die Renditen zogen also leicht an - jedoch von zuletzt erreichten Rekordtiefs kommend. 

Einen kleinen Dämpfer brachte der Empire State Index, der den größten jemals verzeichneten Rückgang aufwies. Dies stützte etwas den Euro und ließ im Gefolge den DAX vorübergehend etwas stärker nachgeben. Zuvor war ein leicht positiver Impuls vom Hauptverband der Bauindustrie (HDB) gekommen. Er erhöhte seine Wachstumsprognose für das nominale Umsatzplus im Bauhauptgewerbe von 6,0 Prozent auf 8,5 Prozent. Real soll das Plus bei 3 Prozent liegen. "Am Bau stehen also weiterhin alle Ampeln auf Grün. Wir werden auch im laufenden Jahr die Gesamtkonjunktur stützen", sagte HDB-Präsident Peter Hübner. Eine frappierende Neuigkeit ist das allerdings nicht, zumal vor dem Hintergrund des für das Baugewerbe extrem günstigen Zinsniveaus. Der Stoxx-Subindex Bau lag knapp im Minus.

Lufthansa leidet unter hartem Wettbewerb in Europa

Leicht im Plus lag der Banken-Sektor mit 0,1 Prozent, Versicherer stiegen deutlicher um 0,4 Prozent. Sie dürften vom leicht steigenden Zinsniveau profitieren. Deutsche Bank legten sogar um 1,4 Prozent zu. Die Bank will laut Medienberichten das Zins- und Aktiengeschäft außerhalb Europas schließen und problembehaftete Wertpapiere für bis zu 50 Milliarden Euro ausgliedern in einer sogenannten Bad Bank. Damit könnten zunächst einmal die Risiken zumindest transparenter werden, hieß es aus dem Handel. Und auch die Konzentration des Investmentbankings auf Europa sei sinnvoll, ausbauen lasse sich das Geschäft zu einem späteren Zeitpunkt wieder.

Im Sinkflug war der Kurs der Deutschen Lufthansa. Er fiel um 11,6 Prozent auf 15,64 Euro und riss die Kurse der Wettbewerber mit nach unten um bis zu 4,6 Prozent bei Ryanair. Die Fraport-Aktie gab um 1,2 Prozent nach.

Der harte Wettbewerb im Europa-Geschäft verhagelt der Kranich-Linie das Geschäft. Wegen des Preisverfalls wird sie 2019 nur noch eine bereinigte Gewinnmarge von 5,5 bis 6,5 Prozent erreichen. Ende April hatte das Unternehmen noch an der Prognose von 6,5 bis 8,0 Prozent festgehalten. Probleme bereiten die Überkapazitäten in Europa und die aggressiv wachsende Billigkonkurrenz. Im Kernbereich bei Eurowings geht die Lufthansa nun von minus 4 bis minus 6 Prozent bei der Marge aus, statt wie bislang von 0.

"Über die Margenaussagen lassen sich 20 bis 25 Prozent niedrigere Gewinne als bisher geplant ableiten", kommentierte ein Händler. Bei der Gewinnwarnung ist nach Ansicht von Independent Research (IR) noch zu beachten, dass die Fluggesellschaft die Belastung durch Treibstoffkosten nun niedriger einschätze als bisher. Die Analysten senken das Kursziel auf 18,50 von 22,50 Euro.

1&1 Drillisch und der Kurs der Mutter United Internet gaben um gut 9 bzw. 7,6 Prozent erneut deutlich nach. Hier drückten weiter die nun anstehenden 5G-Kosten auf die Kurse, nachdem 1&1 Drillisch bei der inzwischen beendeten 5G-Auktion zum Zug gekommen war und nun womöglich als vierter Anbieter neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica ein eigenes Netz aufbaut. Nicht neu ist in dem Zusammenhang, dass United Internet mit den Konkurrenten zusammenarbeiten will, um rasch mehr Mobilfunkantennen zu errichten. "Kooperationen werden auch in Deutschland kommen, da bin ich sicher", sagte Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, der FAZ.

Kursdebakel beim Personalvermittler Staffline

H&M hat den Umsatz in seinem zweiten Geschäftsquartal zwar um 11 Prozent auf umgerechnet 5,4 Milliarden Euro einen Tick stärker gesteigert als von Analysten erwartet, der Kurs gab dennoch um 3,9 Prozent nach. Experten sprachen nur von soliden Zahlen, die von einer niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr profitierten. Der Kurs des Konkurrenten Inditex gab um 0,5 Prozent nach.

In London brach der Kurs des Personalvermittlers Staffline nach einer Warnung vor höheren Kosten um 46 Prozent ein. Für das vergangene Jahr muss das Unternehmen eine Sonderbelastung verbuchen, teils verursacht durch die Mindestlohnbestimmungen in Großbritannien. Nun droht ein Bruch der Kreditbedingungen. Die Kurse der großen Konkurrenten Adecco und Randstad zeigten sich davon unbeeindruckt und lagen leicht im Plus.

(Quelle:finanzen.net)

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