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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 18. Oktober 2019

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Indizes vom 17.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 17.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Schlagzeilen rund um den Brexit haben die europäischen Börsen am Donnerstag bestimmt. Der DAX fiel um 0,1 Prozent auf 12.655 Punkte. Damit schloss er aber 160 Punkte unter dem Tages- und neuen Jahreshoch von 12.815 Punkten. Dieses hatte er in einer ersten Reaktion auf den Vertragsentwurf zum Brexit markiert. Doch ablehnende Stimmen aus der Nordirland-Partei DUP warfen ihn dann wieder zurück.

"Die Lage bleibt trotzdem positiv", sagte ein Marktteilnehmer. Spätestens Neuwahlen in Großbritannien dürften den Weg zur Unterzeichnung des Abkommens öffnen. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 0,3 Prozent auf 3.589 Punkte und lag damit weiterhin über den ehemaligen Jahreshochs.

Am Devisenmarkt schoss das britische Pfund mit der Einigung zwischen der EU und Großbritannien zeitweise auf 1,2990 Dollar nach oben - den höchsten Stand seit fünf Monaten. Doch mit den skeptischen Kommentaren und der wieder schwindenden Zuversicht auf eine Zustimmung im britischen Parlament kam auch das Pfund wieder zurück und lag zum Schluss an den europäischen Aktienmärkten bei 1,2856 Dollar. In London konnte sich der FTSE-100 mit einem Plus von 0,2 Prozent gut behaupten.

Nestle enttäuscht - Ericsson stark

Gebremst wurde der Euro-Stoxx-50 vor allem von einer Schwäche der Nahrungsmittel-Aktien, ausgelöst von den Zahlen von Nestle. Diese fielen um 2 Prozent, der Stoxx-Branchenindex gab um 0,9 Prozent nach. Die Umsatzzahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen. Belastend wirkte nach Einschätzung aus dem Handel aber die schwächere Preisgestaltung. Im Gegensatz dazu ging es für Unilever nach Zahlenausweis um 0,8 Prozent nach oben. Denn anders als Nestle konnte der Konzern höhere Preise durchsetzen, hieß es - Händler sprechen daher von Umschichtungen bei beiden Werten. Für Pernod ging es 4,2 Prozent abwärts - hier habe der Umsatz die Erwartungen nicht erreicht, so Händler. Die Citigroup attestierte Pernod Ricard schwache Quartalszahlen.

Mit überraschend starken Geschäftszahlen wartete Ericsson auf. Das dritte Quartal sei sowohl beim Umsatz als auch der Marge besser ausgefallen als erwartet. Den Umsatzausblick für 2020 erhöhte der Netzwerk-Ausrüster daher. Vor allem das Geschäft mit 5G-Infrastruktur in China wird stark erwartet. Etwas Margendruck könnte nur vom Investitionszwang im Bereich Internet der Dinge kommen. Ericsson zogen um 6,2 Prozent an.

Auto-Aktien auf der Überholspur - Siemens nach Kurszielsenkung schwach

Im DAX stand vor allem der Automobilbereich im Blick. BMW gewannen 1,2 Prozent, Daimler 0,7 Prozent und die zuletzt bereits stark gestiegenen VW 0,2 Prozent. Anleger setzten laut Händlern bereits auf ein besseres Autojahr 2020, daneben stützte auch hier die Hoffnung auf einen Brexit-Deal die Kurse.

Lufthansa stiegen um 1 Prozent. Die am Boden gebliebenen Maschinen der Tochter Swiss können wieder fliegen, nachdem die Untersuchung der Pratt & Whitney-Triebwerke erfolgreich war. "Damit entstehen keine der befürchteten Gewinneinbußen durch ein längeres Grounding", sagte ein Händler.

Auf der anderen Seite gaben Wirecard 2,7 Prozent ab, Händler sprachen von "Nachwehen" nach dem jüngsten Kurssturz. Siemens fielen um 1,8 Prozent auf 98,92 Euro, nachdem Morgan Stanley das Kursziel auf 113 von 122 Euro gesenkt hat. Händler verwiesen auch darauf, dass Siemens die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro noch nicht nachhaltig zurückerobern konnte. Covestro verloren 1,4 Prozent.

In der zweiten Reihe stiegen Gea um 2,7 Prozent auf 27,07 Euro, nachdem die Commerzbank den Titel mit einem Kursziel von 32 Euro auf die Kaufliste gesetzt hat. Siemens Healthineers gewannen 3,7 Prozent. Dagegen fielen die Aktien des Zulieferers Norma nach einer Umsatzwarnung um 0,9 Prozent.

In der dritten Reihe verloren Zooplus 2,4 Prozent. Das steigende Umsatzwachstum nutzt dem Händler für Heimtier-Produkte nichts. Grund sei, dass sich Anleger weniger Sorgen um den Umsatz als um die Profitabilität machten, hieß es. Sie werde von der Neukundengewinnung belastet. Gewinnziffern wurden am Berichtstag aber noch nicht veröffentlicht.

(Quelle: finanzen.net)

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