Marktberichte

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 19. März 2019

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 19. März 2019 Indizes vom 18.03.2019 (C) finanzen.net

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 19. März 2019

FRANKFURT/MAIN.Nach den deutlichen Kursausschlägen im Zusammenhang mit dem großen Verfall zum Wochenausklang gaben die Kurse am Montag an Europas Börsen leicht nach. Im Fokus stand unter anderem der Banken-Sektor, der um 1,2 Prozent vorrückte. Die angekündigte Aufnahme von Fusionsgesprächen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank stützte die Branchenstimmung. Ebenfalls gesucht waren die Werte aus dem Rohstoff-Sektor, der 1,7 Prozent gewann. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,1 Prozent auf 3.388 Punkte nach oben, der DAX verlor dagegen 0,2 Prozent auf 11.657 Punkte. Beide Indizes hatten am Freitag neue Jahreshochs markiert.

Zwar werden die Gespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank "ergebnisoffen" geführt, doch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte bereits, man müsse sich "mit Gelegenheiten beschäftigen, wenn sie sich bieten". "Das deutet auf eine mögliche Prämie für die Commerzbank-Aktien hin", so ein Teilnehmer. Zudem könnte die Entwicklung zum Auftakt einer weiteren Konsolidierungsrunde der Branche in Europa werden. Deutsche Bank stiegen um 4,1 Prozent und Commerzbank um 7,2 Prozent. Societe Generale zogen um 2,5 Prozent an und Unicredit um 2,8 Prozent - hier stützte auch die Bestätigung des Ausblicks für Italiens Bonität durch die Ratingagentur Moody's.

DWS als Profiteur einer möglichen Fusion zwischen Deutsche und Commerzbank 

DWS kletterten um 9,1 Prozent in die Höhe. DWS gelten als einer der Profiteure einer möglichen Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank. Derzeit nutze die Deutsche Bank hauptsächlich die DWS, die Commerzbank die Allianz, hieß es am Markt. Eine Fusion sollte deshalb den Vertrieb von DWS-Produkten zu Lasten von Allianz-Produkten stärken. "Damit steigt der Kurs unabhängig von den Verkaufsspekulationen", so ein Marktteilnehmer. Denn die gibt es auch. Die Deutsche Bank könnte sich im Fall einer Fusion mit der Commerzbank von ihrer Vermögensverwaltung trennen. Als mögliche Interessenten werden Allianz und Amundi genannt. 

Entgegen der positiven Stimmung im Banken-Sektor verloren ING 1,0 Prozent, nachdem die zuständigen italienischen Behörden der niederländischen Bank verboten haben, in Italien neue Kunden zu akquirieren. Die Anti-Geldwäsche-Mechanismen der ING sollen den italienischen Vorgaben nicht genügt haben. Die UBS merkte dazu an, dass das dortige Geschäft des Finanzkonzerns nicht allzu groß ist.

Vale-Probleme treiben Bergbausektor 

Neben Stahlaktien waren zu Wochenbeginn vor allem die Aktien von Minenbetreibern gesucht. Hintergrund sind neue Probleme beim brasilianischen Bergbauriesen Vale. Ein Gericht hat die Schließung der Timbopeba-Mine angeordnet, die jährlich 12,8 Millionen Tonnen Eisenerz produziert. Die Schließung der Mine dürfte die Kapazitätsengpässe im Sektor weiter erhöhen, was für steigende Eisenerzpreise spricht. 

Nach Einschätzung von Jefferies sind Produktionsausweitungen in anderen Minen unwahrscheinlich, da diese bereits an den Kapazitätsgrenzen arbeiteten. Rio Tinto gewannen 2,8 Prozent, BHP 2,1 Prozent und Anglo American 2,1 Prozent. Unter den Stahlwerten stiegen Thyssenkrupp um 2,8 Prozent. Kepler hat die Kaufempfehlung bekräftigt und ein gesenktes Kursziel genannt, das aber weiterhin deutliches Kurspotenzial verspricht. 

Leoni brechen ein 

Leoni brachen um 19,7 Prozent ein, bei 17,58 Euro wurde zudem ein neues Jahrestief markiert. Der Auto-Zulieferer hat seine Prognose gekippt wegen operativer Probleme und trüber Aussichten. Eine neue Prognose hat er nicht gegeben. Stattdessen kündigte er einen umfangreichen Umstrukturierungsplan an. "Strategisch ist das eine Katastrophe", sagte ein Händler. Die Leoni-Probleme waren kein größerer Belastungsfaktor für den Auto-Sektor, der lediglich um 0,2 Prozent nachgab. Diese wurden im Handel als hausgemacht eingestuft. 

Wirecard reagierten mit einem Plus von 2,2 Prozent auf die Milliarden-Übernahme von Worldpay durch FIS. Angesichts der Größe und der Bedeutung der Transaktion für den Bezahldienst-Sektor sprach ein Händler von einer verhaltenen Reaktion der Wirecard-Aktie. Grund dürften die hauseigenen Probleme von Wirecard sein, die bei den Anlegern weiterhin für Zurückhaltung sorgten. Die Wirecard-Anleger warten vor allem auf die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Untersuchungen in Singapur. 

Nach Geschäftszahlen fielen Sixt um 2,1 Prozent. Der bereinigte Vorsteuergewinn sei mit 337 Millionen Euro leicht unter der Marktschätzung von 349 Millionen Euro ausgefallen. Daneben wird der Ausblick als konservativ eingeschätzt. Nach den kräftigen Gewinnen im Vorfeld der Zahlen seien diese nun zum Anlass für Gewinnmitnahmen genommen worden.

(Quelle:finanzen.net)

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