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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 20. Oktober 2018

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 20. Oktober 2018 Indizes vom 19.10.2018 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Weiter zurückhaltend hat sich der Handel an Europas Börsen zum Wochenausklang gestaltet. Neben den politischen Unwägbarkeiten mehrten sich die schlechten Unternehmensnachrichten. Mit Michelin und Daimler setzte sich die Reihe von Gewinnwarnungen aus dem Automobilsektor fort. Barclays rechnet mit einer nur durchwachsenen Berichtssaison in Europa und geht nicht davon aus, dass diese die Stimmung der Anleger nachhaltig wird heben können. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 11.554 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßte einen Punkt auf 3.211 Punkte ein.

Daneben schwelen im Hintergrund der weiter drohende ungeregelte Brexit, wie auch der Handelskonflikt USA/China. Hauptbelastungsthema war zunächst aber der sich zuspitzende Konflikt zwischen der EU und Rom über den italienischen Haushaltsplan. Bereits im späten Vortageshandel zogen die italienischen Renditen deswegen massiv an und setzten diese Tendenz zunächst fort. Am Nachmittag sorgten dann Aussagen von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici für einen Rückgang der Renditen. Moscovici kann sich eine Eurozone ohne die Beteiligung Italiens nicht vorstellen.

Die Zehnjahresrendite lag zum Handelsende in Europa bei 3,58 Prozent, nach einem Tageshoch bei 3,71 Prozent - dem höchsten Stand seit Februar 2014. 

Daimler geht von deutlich niedrigerem Konzern-EBIT aus 

 

Die Serie von Gewinnwarnungen im Automobilsektor setzte sich mit Daimler fort. Die Stuttgarter gehen nun davon aus, dass das Konzern-EBIT 2018 deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Bislang sollte dieses nur leicht unter dem Vorjahreswert liegen. Dass das dritte Quartal schwierig werden würde, war am Markt erwartet worden. Nachdem Daimler aber erst im Juni eine Gewinnwarnung abgegeben hatte, dürften die wenigsten Anleger mit einer zweiten mit so geringem Zeitabstand gerechnet haben.

Maßgeblich für die Warnung ist laut Daimler ein Anstieg der erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen in verschiedenen Regionen betreffend Mercedes-Benz-Dieselfahrzeuge. Für die Daimler-Aktie ging es um 1,9 Prozent nach unten. Auch andere Aktien aus dem Sektor gerieten wieder unter Druck: so verloren BMW 0,7 Prozent und VW 1,1 Prozent. 

Zuvor hatte bereits Michelin gewarnt. Der französische Reifenhersteller hat im dritten Quartal seinen Umsatz zwar erhöht, wegen eines Rückgangs bei Reifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge seine Erwartungen für 2018 aber gesenkt. Pirelli gaben 5,0 Prozent ab, Nokian 4,9 Prozent und Continental 4,5 Prozent. Die Aktien von Michelin brachen um 11,3 Prozent ein. 

Auch Bouygues senkt die Prognose 

Der Einzelhändler Casino konnte umsatzseitig nach Einschätzungen aus dem Handel zwar ebenfalls überzeugen, allerdings bereiten die Währungsseite in Südamerika und der hohe Schuldenberg Probleme. Der Kurs gab nach zwischenzeitlich deutlichen Verlusten schließlich nur um 0,1 Prozent nach. Der Mischkonzern Bouygues hat derweil seine Jahresprognose hauptsächlich wegen Problemen im Baugeschäft gesenkt. Den Ausblick für das Fernsehgeschäft der TF1-Gruppe und für Bouygues Telecom bestätigte der Konzern. Bouygues verloren 11,9 Prozent. 

Auch der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller Software AG hat Zahlen vorgelegt. Diese sind besser ausgefallen als Analysten erwartet hatten. Der Kurs stieg um 3,2 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp ein Fünftel an Wert verloren. Übergeordnet wurden Techwerte aber eher gemieden und gaben europaweit um 0,5 Prozent nach. Am deutschen Aktienmarkt fielen Infineon um 3,3 Prozent, auch belastet von der Daimler-Warnung. RIB Software schlossen mit einem Minus von 5,2 Prozent. 

Im SDAX schlossen SAF-Holland nach anfänglichen Gewinnen 2,0 Prozent schwächer - ebenfalls nach der Vorlage von Geschäftszahlen. Der Nutzfahrzeugzulieferer hat zwar deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erzielt, äußerte sich aber bei der Marge etwas pessimistischer. Vor allem hohe Stahlpreise in den USA belasten das Unternehmen. Der Kurs des Wettbewerbers Jost Werke verlor 5,7 Prozent. 

Wirecard profitieren von Paypal 

Positiv wurde im Handel für Wirecard gewertet, dass nach Börsenschluss in den USA der Wettbewerber Paypal überzeugende Zahlen geliefert hat. Wirecard waren mit einem Plus von 2,1 Prozent einer der DAX-Spitzenreiter. 

Lufthansa bildeten dagegen das Schlusslicht und büßten nach einer Abstufung durch Mainfirst 6,0 Prozent ein. Aber auch andere Aktien aus dem Sektor fielen zurück. IAG verloren 3,6 Prozent. Die Papiere von Air France-KLM grenzten ihr Minus nur kurzzeitig ein, nachdem sich das Unternehmen mit den Gewerkschaften auf einen Tarifvertrag geeinigt hat. Die Einigung sei nach entsprechenden Medienberichten in den vergangenen Tagen allerdings nicht überraschend gekommen, hieß es im Handel. Die Papiere verloren 3,0 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

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