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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 21.Februar 2020

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Indizes vom 20.02.2020 Indizes vom 20.02.2020

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Donnerstag deutlichere Gewinnmitnahmen verzeichnet. Goldman Sachs warnt vor einer möglichen Korrektur an den Börsen wegen des Coronavirus. Die Märkte unterschätzten wohl den negativen Einfluss des Virus auf die Unternehmensgewinne. Die Zahl der Warnungen von Unternehmen vor finanziellen Auswirkungen des Coronavirus mehren sich, hieß es im Handel. Der DAX gab um 0,9 Prozent auf 13.664 Punkte nach, der Euro-Stoxx verlor 1,1 Prozent auf 3.823 Punkte.

Auch eine Zinssenkung die chinesische Notenbank stützte nicht. Als Kursbremse für die Börsen habe zudem der bevorstehende kleine Verfalltag an den Terminbörsen am Freitag gewirkt, hieß es. Ein deutlich über den Erwartungen ausgefallener Philadelphia-Fed-Index setzte dagegen keine Akzente genauso wenig bessere US-Frühindikatoren. Im Blick stand eine ganze Flut von Unternehmenszahlen. Die Berichtssaison hatte am Donnerstag ihren zweitstärksten Tag. 

Die Zahlen von Fresenius SE im DAX lagen im erwartet guten Rahmen, die von Fresenius Medical Care (FMC) seien sogar noch einen Tick besser, hieß es im Handel. Für FMC ging es um 3,7 Prozent und für Fresenius um 2,3 Prozent nach oben. Beide Aktien sind aber noch weit von ihren Allzeithochs entfernt.

MTU verloren dagegen 2,9 Prozent, die Zahlen erfüllten die hohen Erwartungen zumeist nicht. Zudem gab es auch hier Unsicherheiten wegen des Virus beim Ausblick. Beim Mischkonzern Bouygues ging es dagegen um 4,6 Prozent nach oben, da Umsatz und Gewinn über den Erwartungen lagen.

Vallourec brechen mit Kapitalerhöhung ein

Beim italienischen Reifenhersteller Pirelli ging es volatil zu, zu Börsenschluss notierte die Aktie 0,4 Prozent leichter. Die Zahlen seien durchwachsen, aber Pirelli sei in einer Umstrukturierungsphase. Positiv wurden Kostensenkungen gesehen, die die Nettoverschuldung von 3,3 Milliarden Euro per Ende 2020 auf 2,5 Milliarden Euro bis 2022 drücken sollen.

Von der Immobilienseite kamen erneut besser als erwartete Zahlen, diesmal von Instone Real Estate. Wie schon zu Wochenbeginn bei Patrizia schlug sich hier der Immobilien-Boom nieder. Analysten sehen Instone zudem als Übernahmeziel, für die Aktie ging es um 0,6 Prozent nach oben. Bei Vonovia kam es dagegen zu Gewinnmitnahmen - das Papier fiel um 1,3 Prozent.

Die Aktien von Stahlwert Vallourec brachen um 8,6 Prozent ein. Hier wurde eine Kapitalerhöhung von 0,8 Milliarden Euro angekündigt. Am deutschen Markt fielen Thyssenkrupp um 2,3 Prozent und Salzgitter um 1,4 Prozent. Air France-KLM rutschten nach schwachen Zahlen um 3,5 Prozent ab und belasteten die Branche. Lufthansa verloren 2,5 Prozent.

Der Chefwechsel bei der UBS (plus 0,9 Prozent) schien bei den Anlegern gut anzukommen. Wie die Citigroup anmerkte, verlässt CEO Sergio Ermotti die Bank zwar in einem besseren Zustand als zu dem Zeitpunkt, als er sie übernommen habe. Allerdings seien die Fortschritte in den vergangenen Jahren zum Erliegen gekommen angesichts eines schwierigen Makro- und Kapitalmarktumfelds.

Julius Bär gaben um 1,8 Prozent nach, nachdem die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma bei der Bank im Zeitraum von 2009 bis Anfang 2018 schwere Mängel in der Geldwäschebekämpfung festgestellt hat.

Effizienzprogramm von Wacker Chemie kommt gut an

Mit Aufschlägen von 6,1 Prozent wurde an der Börse das Effizienzprogramm von Wacker Chemie begrüßt. "Ein Jahr zu spät, aber besser jetzt als überhaupt nicht", sagte ein Händler. Mit Reduzierungen bei den Sachkosten und beim Umfang intern erbrachter Leistungen sowie mit einer schlankeren Organisation will Wacker Chemie jährlich 250 Millionen Euro einsparen.

Swiss Re brachen um 8,1 Prozent ein, obwohl der Rückversicherer gut verdient hat und die Dividende erhöht. Allerdings zogen die Schadensbelastungen auch kräftig an. Im DAX gaben Munich Re um 2,4 Prozent nach.

Modeaktien waren nicht angesagt, nachdem der Teilverkauf von Victoria´s Secret zu einem schlechten Preis erfolgt sein könnte. Die Dessous-Modefirma soll laut informierten Personen zu 55 Prozent an den Finanzinvestor Sycamore verkauft werden. Die Bewertung liege mit 1,1 Milliarden Dollar am untersten Rand der Erwartungen. Burberry gaben um 4,6 Prozent nach.

Schneider machten einen Sprung von 5,6 Prozent nach oben. Die Analysten von Bryan Garnier sprachen von einer soliden Entwicklung beim Umsatz.

(Quelle: finanzen.net)

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