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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 21. Juni 2019

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Indizes vom 20.06.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 20.06.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die erneute Zinswende der Notenbanken hat am Donnerstag die Aktienmärkte und die Rohstoffpreise nach oben getrieben. Der DAX erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 12.355 Punkte, mit 12.438 Punkten markierte er am späten Vormittag ein neues Jahreshoch. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,4 Prozent auf 3.468 Punkte.

Mit der steigenden Kriegsgefahr in der Golf-Region setzten sich am Nachmittag die Ölwerte zeitweise an die Gewinnerspitze. Der Stoxx-Branchenindex der Öl- und Gaswerte stieg um gut 1,6 Prozent. Die Iran-Krise hat sich mit dem Abschuss einer US-Drohne verschärft. Der Preis für ein Barrel der US-Ölsorte WTI ging es um fast sechs Prozent nach oben. 

Aber auch die Preise anderer Rohstoffe zogen an, angetrieben vor allem von der Aussicht auf billiges Geld durch die Notenbanken. Der Goldpreis schoss zeitweise um mehr als 30 Dollar nach oben, mit 1.394 Dollar war die Feinunze zwischenzeitlich so teuer wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Auch die Preise anderer Rohstoffe wie Öl, Kupfer und Nickel zogen an.

Auf der Aktienseite wiesen zum Schluss Technologie-Titel mit einem Anstieg um 1,6 Prozent das stärkste Plus auf.

Die Perspektiven blieben gut, sagte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest. Die Aussagen der US-Notenbank unterstrichen den Willen, für billiges Geld zu sorgen, die Inflation zu treiben und die Konjunktur zu "pushen".

Am Dienstag hatte EZB-Präsident Mario Draghi bereits mit unerwartet taubenhaften Aussagen aufgewartet. Auch in Australien und von einigen asiatischen Notenbanken werden nun weitere oder erste Leitzinssenkungen erwartet.

Es geht auch anders - Norwegische Krone steigt nach Zinserhöhungen

Der Dollar zeigte auf breiter Front Schwäche, insbesondere der Yen zog kräftig an, auch weil die japanische Notenbank ihre ultralockere Geldpolitik wie erwartet bestätigt hat. Für sie sehen Marktexperten auch immer weniger Spielraum für weitere Lockerungen.

Der Kurs der norwegischen Krone stieg ebenfalls. Die Notenbank des Landes hat wie mehrheitlich erwartet den Leitzins erhöht und noch eine weitere Erhöhung angedeutet. Der Aktienmarkt in Oslo gewann 0,6 Prozent.

Starke Oracle-Zahlen stützen SAP

Starke Oracle-Zahlen und ein überzeugender Ausblick stützten SAP, die um 1,5 Prozent zulegten und mit zeitweise 119,42 Euro einen neuen Rekordkurs markierten. Der US-Wettbewerber hat im vierten Quartal die Gewinnerwartungen erfüllt und die Umsatzprognose leicht übertroffen. Auch der Ausblick überzeugte. Stärkster DAX-Wert waren Infineon, die mit einem Plus von 3,6 Prozent ihre Erholung nach der jüngsten Baisse-Welle fortsetzten.

Übernahmespekulationen rankten sich um Thyssenkrupp und Klöckner & Co, ausgehend von einem Bericht im Manager-Magazin. Thyssenkrupp fielen um 0,8 Prozent, Klöckner & Co stiegen um 5,5 Prozent. Thyssenkrupp wollte den Bericht nicht kommentieren, Klöckner meinte, ihnen sei von einer Übernahmeabsicht nichts bekannt.

Deutsche Bank und Lufthansa auf der Verliererseite

Mit einem Minus von 2,6 Prozent waren Deutsche Bank Schlusslicht im DAX. Im Handel wurde auf einen Artikel der "New York Times" verwiesen. Dort hieß es, dass die US-Behörden Verstöße gegen das Geldwäsche-Gesetz untersuchten.

Allerdings hingen in ganz Europa die Bankenaktien zurück, weil Banken als Verlierer der Politik der Notenbanken gesehen werden. Die Aussichten auf weiter niedrige oder sogar fallende Zinsen machten das Leben für die Branche noch schwieriger. Der Banken-Index führte mit einem Minus von 1,1 Prozent die Verliererseite gemeinsam mit den Aktien aus dem Bereich Reise und Freizeit an.

Dort schlossen Lufthansa mit einem Minus von 0,7 Prozent etwas leichter. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) kündigte an, dass sie Arbeitskämpfe im Tarifkonflikt mit dem Lufthansa-Konzern ausrufen wird. Ebenfalls weiter unter Druck standen die Immobilienaktien, so Vonovia mit einem Minus von 2,2 Prozent.

Delivery Hero und Rocket Internet sehr fest

Delivery Hero hat angesichts des guten Geschäftsverlaufs die Umsatzprognose erneut angehoben. Für 2019 werden nun Erlöse zwischen 1,3 und 1,4 Milliarden Euro erwartet, was 200 Millionen Euro über der zuvor genannten Schätzung liegt. Erst im April hatte Delivery die Prognose erhöht. Die Aktie gewann 9,7 Prozent.

Rocket Internet schossen um 7,7 Prozent nach oben. Grund war ein Bericht im Manager-Magazin, laut dem das Unternehmen ein Delisting von der Börse in Erwägung zieht.

Eine außerplanmäßige Änderung der SDAX-Zusammensetzung hat die Deutsche Börse angekündigt. Zum 24. Juni wird die Aktie von DMG Mori jene von Hapag-Lloyd in dem Index ersetzen, weil der Streubesitz von Hapag-Lloyd unter die Mindestschwelle von 10 Prozent gefallen ist. Im Markt hatte eine entsprechende Spekulation zuvor bereits die Runde gemacht. DMG Mori gewannen 1,1 Prozent, Hapag-Lloyd stiegen um 4,5 Prozent.

(Quelle:finanzen.net)

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