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Börsen - und Wirtschaftsnachrichten vom 21. März 2019

Börsen - und Wirtschaftsnachrichten vom 21. März 2019 Indizes vom 20.03.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen standen zur Wochenmitte unter Druck. Im Blick standen der Kurseinbruch von Bayer, der den DAX belastete, sowie die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank am Abend. Es gilt es als ausgemachte Sache, dass am US-Leitzinskorridor nicht gedreht wird. Gut möglich ist allerdings, dass sich die Währungshüter komplett von der Vorstellung von Zinserhöhungen im laufenden Jahr verabschieden werden. Vielleicht noch wichtiger aus Marktsicht ist die Frage, was mit der während der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz passieren wird. Die Fed könnte mitteilen, wann sie die Schrumpfung der Bilanz beenden wird.

Im Vorfeld der Entscheidung nahmen die Anleger erst einmal Gewinne mit. Der Euro-Stoxx-50 verlor 1,1 Prozent auf 3.372 Punkte. Der DAX musste dagegen mit Abschlägen von 1,6 Prozent auf 11.604 Punkte sehr viel heftigere Verluste verkraften. Hauptgrund dafür war der Kurseinbruch von Bayer um 9,6 Prozent. Ein US-Gericht hat entschieden, dass Glyphosat ein "wesentlicher Faktor" für die Krebserkrankung eines Klägers war. Damit ist aber noch nicht klar, ob Bayer schadenersatzpflichtig ist. Denn erst in einer weiteren Phase soll nun darüber verhandelt werden, ob die Tochter Monsanto auch für den Krebs des Klägers verantwortlich gemacht werden kann.

US-chinesische Verhandlungen geraten ins Stocken 

Belastend für die Gesamtmärkte wirkten zudem uneinheitliche Signale von den chinesisch-amerikanischen Handelsgesprächen. Mit dem Besuch einer hochrangigen US-Delegation in China werden die Handelsgespräche der beiden Länder in der kommenden Woche zwar fortgesetzt. Allerdings soll die chinesische Delegation unzufrieden sein, dass es noch keine klaren Zusagen der USA zum vollständigen Abschaffen der Importzölle gebe. 

 

Minenaktien standen in London unter Druck, nachdem ein brasilianisches Gericht erklärt hatte, dass Vale die seit Februar ausgesetzte Produktion in der Brucutu-Mine wieder aufnehmen kann. Der Bruch des benachbarten Brumadinho-Damms im Januar hatte mehr als 300 Menschen das Leben gekostet.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gericht die Schließung der Timbopeba-Mine angeordnet. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken in Bezug auf den benachbarten Doutor-Damm. Die Sorge um Kapazitätsengpässe hatte den Eisenerz-Preis in die Höhe getrieben und den Sektor gestützt. Nach den aktuellen Nachrichten ging es nun mit den Kursen nach unten: BHP verloren 0,8 Prozent und Rio Tinto 2,3 Prozent. Der Rohstoff-Sektor fiel um 1,8 Prozent und war damit zweitgrößter Verlierer. 

BMW belasten Autosektor 

Schlechte Nachrichten von BMW belasteten den Autosektor. Der bayerische Hersteller hat einen schwachen Ausblick vorgelegt, der das Papier um 4,9 Prozent nach unten zog. BMW rechnet 2019 trotz steigender Autoverkäufe mit einem deutlichen Rückgang des Gewinns. BMW stellt eine operative Marge im Autogeschäft von 6 bis 8 Prozent in Ausblick, was klar unter dem Langfristziel von 8 bis 10 Prozent liegt, hieß es von Jefferies. Der Autosektor führte mit Verlusten von 2,6 Prozent die Verliererliste in Europa an. 

Als eine Art versteckte Gewinnwarnung wurden im Handel die Aussagen von Osram-CEO Olaf Berlien gewertet. Laut Berlien ist das Erreichen der Jahresziele jüngst noch anspruchsvoller geworden. Einige Auto-Kunden, die zu Jahresbeginn noch optimistisch für das zweite Halbjahr gewesen seien, agierten zunehmend vorsichtig. Ein Händler zeigte sich wenig überrascht. Wenn es den OEMs schlecht gehe, wie dies das aktuelle Beispiel BMW zeige, dann gehe es auch Osram schlecht. Osram verloren 3,0 Prozent. 

UBS gehörten mit einem Minus von 2,4 Prozent ebenfalls zu den Verlierern in Europa. "Der Ausblick ist sehr schwach", so ein Händler mit Blick auf erste Indikationen zum nun bald endenden Quartal. Allein im Investmentbanking sind die Einnahmen um ein Drittel eingebrochen, und auch "Global Wealth Management" steht unter Druck. Deutsche Bank wurden weiter gemieden und fielen um 3,3 Prozent. Die Anleger sind von einer möglichen Fusion mit der Commerzbank alles andere als überzeugt. Commerzbank gaben um 2,1 Prozent nach. 

Inmarsat haussieren mit Übernahmeplänen 

Inmarsat machten einen Sprung von 13,1 Prozent. Ein Konsortium aus Apax Partners, Warburg Pincus, Canada Pension Plan Investment Board und Ontario Teachers' Pension Plan Board will das Satelliten-Unternehmen übernehmen. Jefferies schließt einen Bieterkampf nicht aus. 

Munich Re gaben um 2,8 Prozent nach. Hier drückte immer noch der relativ schwache Ausblick auf das laufende Jahr auf die Stimmung. Fraport fielen mit einer Verkaufsempfehlung durch Goldman Sachs um 8 Prozent. Fuchs Petrolub brachen mit einem schwachen Ausblick um 6,3 Prozent ein. Im SDAX gaben Grenke mit einer Abstufung 10,8 Prozent ab. Jungheinrich gewannen dagegen nach Zahlen 2,0 Prozent. Positiv hob Baader das Volumenwachstum hervor. Auch könnte sich die Unternehmens-Prognose als zu konservativ erweisen.

(Quelle: finanzen.net)

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