Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 21. Mai 2019

Dienstag, 21 Mai 2019 05:16
Publiziert in Wirtschaft
veröffentlicht von
Indizes vom 20.05.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 20.05.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Deutlich nach unten ging es am Montag an den europäischen Börsen. Es sind die politischen Risiken, die Anleger derzeit vorsichtiger werden lassen. Mit den Europawahlen am kommenden Sonntag wird sich zeigen, wo die EU politisch steht. Bei einem positiven Abschneiden von Lega könnte es demnächst Neuwahlen in Italien geben mit der Gefahr weiterer Zuwächse bei den eurokritischen Populisten. Auch sei nicht auszuschließen, dass die Rechtsauslegerin Marine Le Pen die Wahlen in Frankreich gewinnen werde, was die Stimmung allgemein belasten dürfte.

Aber auch der Technologie-Konflikt zwischen den USA und China verschreckte. "Der Handelskrieg weist zunehmend Anzeichen eines Technologiekrieges auf", so Seema Shah, Investment-Stratege bei Principal Global Investors. Je weiter sich dieser Trend fortsetze, desto größer werde der Kollateralschaden. Das gelte vor allem für Asien und die USA, aber die Nachwirkungen würden auch im Rest der Welt deutlich spürbar sein. Der DAX schloss 1,6 Prozent tiefer bei 12.041 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,6 Prozent auf 3.370 Punkte nach unten.

Halbleiteraktien leiden unter Huawei

Halbleiteraktien litten unter den US-Sanktionen gegen Huawei. Mit der jüngsten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, den nationalen Notstand in der Telekommunikation auszurufen, blieb der Sektor im Blick der Anleger. Trump hatte in der vergangenen Woche per Dekret die Nutzung von Telekommunikations-Technik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft wird. Hauptziel der Maßnahme dürften chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE sein. Mit dem Boykott von Huawei durch die USA könnte den Chipherstellern ein wichtiger Kunde wegfallen, hieß es.

Infineon beliefert bereits den in Ungnade gefallenen chinesischen Telekomausrüster Huawei nicht mehr mit Waren, die aus den USA stammen. Es stimme aber nicht, dass alle Lieferungen von Infineon an Huawei ausgesetzt seien, teilte das Unternehmen mit. An der Börse wird nun gemutmaßt, dass China wiederum Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und Apple sanktionieren könnte. AMS brachen um 13,4 Prozent ein, STMicro um 9,1 Prozent und ASML verloren 6,3 Prozent. Im DAX gaben Infineon um 4,8 Prozent nach, der Sektor der europäischen Technologiewerte fiel um 2,8 Prozent.

Politische Börse auch in Wien - Strabag fester

Im Blick stand mit der Regierungskrise in Österreich die Wiener Börse. Nach nur anderthalb Jahren im Amt ist die rechtskonservative Regierung durch die Veröffentlichung eines Enthüllungsvideos geplatzt und Vizekanzler Heinz-Christian Strache zurückgetreten. Angesichts der erwarteten Absetzung von Innenminister Herbert Kickl im Zuge des "Ibiza-Skandals" hat der neue FPÖ-Chef Norbert Hofer mit dem Rücktritt aller Minister seiner rechtspopulistischen Partei gedroht.

Der ATX-Prime verlor im Einklang mit den anderen Handelsplätzen in Europa 1,4 Prozent. Zumindest nehme die Unsicherheit über die politische Zukunft mit den nun wahrscheinlichen Neuwahlen im September zu, hieß es am Markt. Strabag stiegen gegen den Trend um 0,5 Prozent. Der Baukonzern hat Untersuchungen gefordert, ob die Regierungspartei FPÖ wie von Vizekanzler Strache angekündigt, Strabag tatsächlich um Aufträge betrogen hat.

Thomas Cook nur noch ein Schatten früherer Tage

Thomas Cook fanden auch zu Wochenbeginn keine Ruhe und fielen um weitere 12,7 Prozent. Die Anleger machten sich zunehmend Sorgen, ob das Unternehmen überlebensfähig sei, hieß es im Handel. Dort wurde auf die Citigroup-Studie aus der vergangenen Woche verwiesen, in der ein Kursziel von Null für die Aktie ausgerufen wurde. Die Analysten äußerten sich unter anderem beunruhigt wegen der Schuldensituation des Konzerns.

Ryanair verloren 4,7 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März litt die Profitabilität unter einem Rückgang der durchschnittlichen Ticketpreise und Kosten, die im Zusammenhang mit dem Kauf der österreichischen Gesellschaft Lauda anfielen. Und im neuen Geschäftsjahr belastet das Flugverbot der Boeing 737 Max voraussichtlich die Ertragslage.

Die Aktie der Deutschen Bank verlor 2,9 Prozent und markierte im Verlauf bei 6,61 Euro ein neues Allzeittief. Ein Grund für die Schwäche war, dass die Analysten der UBS ihren Kunden empfiehlt, die Aktie zu verkaufen. Auch wenn der neue CEO auf der Kostenseite vorankomme, spreche die geringe Profitabilität gegen den Wettbewerber, hieß es.

Positiv wurde an der Börse aufgenommen, dass die Fusion von T-Mobile US mit Sprint eine wichtige Hürde genommen hat. So hat der Chairman der US-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für den Zusammenschluss signalisiert. Die Aktie von Sprint sprang in der Folge in den USA um 24 Prozent nach oben, T Mobile-US legten um knapp 6 Prozent zu. Deutsche Telekom profitierte von der Entwicklung der US-Tochter und schloss gegen den negativen Trend 0,5 Prozent im Plus.

 

(Quelle: finanzen.net)

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