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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22. Juni 2019

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Indizes vom 21.06.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 21.06.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Der Hexensabbat an den Terminbörsen hat am Freitag etwas die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten gebremst. Der Verfall der Optionen und Futures auf den Euro-Stoxx-50 hat die Indizes wieder knapp unter das Ausgangsniveau zurückgedrückt, am Nachmittag ging es tendenziell auf dem etwas niedrigeren Niveau seitwärts. Der Euro-Stoxx-50 konnte sich mit einem Minus von 1 Punkt auf 3.467 Punkte behaupten, der DAX gab um 0,1 Prozent nach auf 12.340 Punkte.

Die Anleger waren auch wegen der Iran-Krise vorsichtig und hielten sich deshalb vor dem Wochenende mit Käufen zurück. Iran hatte am Vortag den Abschuss einer US-Drohne bekannt gegeben, US-Präsident Donald Trump bezeichnete dies als "schweren Fehler" und hat einen unmittelbar bevorstehenden Angriff kurz zuvor abgeblasen. Eine direkte Konfrontation zwischen den USA und dem Iran wird im Handel als eines der größten Risiken gesehen. Der Stoxx-Subindex der Ölaktien führte mit einem Plus von 0,7 Prozent die Gewinnerliste an. Die Ölpreise selbst bauten die Gewinne weiter aus. 

Etwas gestützt wurden die Kurse am Vormittag zeitweise von Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland. In beiden Fällen waren sowohl die Indizes für das verarbeitende wie auch das nicht-verarbeitende Gewerbe besser als erwartet ausgefallen. Am Anleihemarkt fielen die Kurse etwas zurück, auch weil die Konjunkturdaten die im Wochenverlauf zuvor stark gestiegenen Zinssenkungspekulationen dämpfen. Die Rendite der deutschen Zehnjahresrendite stieg um 4 Basispunkte auf minus 0,28 Prozent.

Der Goldpreis kam nach seinem Höhenflug auf ein Sechsjahreshoch von 1.412 Dollar am Morgen zurück auf 1.397 Dollar. Ein Krieg in der Golfregion könnte ihn aber schnell wieder nach oben treiben, gerade weil er auch als Gewinner der neuerlichen Zinswende der Notenbanken gilt.

Gewinnmitnahmen belasteten europaweit die Pharma-Aktien, deren Stoxx-Branchenindex mit einem Minus von 1,4 Prozent die Verliererliste unter den Sektorenindizes anführte. Im DAX gaben Merck 2,3 Prozent ab und Fresenius 1,2 Prozent. Bayer fielen ebenfalls um 1,2 Prozent. Auf der anderen Seite zogen Deutsche Börse um 1,1 Prozent und Munich Re um 0,8 Prozent.

Telecom Italia mit Glasfaser-Fusionsgesprächen

Telecom Italia gewannen 3,4 Prozent. Der Telekomkonzen hat mitgeteilt, sich in Verhandlungen mit Open Fiber, der Glasfaser-Beteiligung von Enel und Cassa Depositi e Prestiti, über einen möglichen Zusammenschluss zu befinden. Ein Zusammengehen wäre positiv für die Wettbewerbsfähigkeit.

Nach dem Einbruch am Vortag standen Natixis mit einem Minus von 2,1 Prozent auch am Freitag unter Druck. Auslöser des Abverkaufs waren Sorgen um die Tochter H2O Asset Management. Morningstar hatte am Vortag das Rating für den H2O Allegro Fund ausgesetzt wegen Sorgen um die Handelbarkeit einiger von dem Fonds gehaltenen illiquiden Unternehmensanleihen, die in Verbindung mit dem deutschen Investor Lars Windhorst stehen. Wie die Citigroup anmerkte, hat Natixis H2O-Abflüsse von 600 Millionen Euro in diesem Quartal eingeräumt, allerdings beinhalten diese Werte nicht die Abflüsse aus der vergangenen Woche.

Einbruch in IQE belastet auch Aixtron

IQE brachen an der Londoner Börse um 25 Prozent ein. Der Halbleiterhersteller hat die Umsatz- bzw Margenziele gesenkt. Nach Einschätzung von Peel Hunt zeigt die Gewinnwarnung, dass der US-chinesische Handelskonflikt bei den Unternehmen angekommen ist. Die Warnung komme nicht ganz überraschend, bereits seit Wochen habe sich der Halbleiter-Himmel zugezogen. Zunehmend zum Problem für den Sektor werde die eng verzahnte Wertschöpfungskette. Belastet werden wegen der Nähe der Produkte auch Aixtron. Sie fielen um 5,4 Prozent. Infineon fast unverändert, hier sahen Marktteilnehmer keine Überschneidungen.

Im MDAX zogen Dürr um 0,8 Prozent auf 32,64 Euro an, nachdem die Analysten von Berenberg das Kursziel erhöht haben auf 46 von 42 Euro. Im SDAX stiegen KWS nach einer Kaufempfehlung durch Warburg um 5,3 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

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