Marktberichte

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22. März 2019

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22. März 2019 Indizes vom 21.03.2019 (C) finanzen.net

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22. März 2019

FRANKFURT/MAIN. Die Aktienmärkte in Europa haben am Donnerstag etwas leichter geschlossen. Eine überraschend taubenhafte US-Notenbank am Vorabend verunsicherte die Anleger. Die Fed will die Zinsen im laufenden Jahr zum einen nicht mehr anheben. Zum anderen will sie den Bilanzabbau ab Mai verlangsamen und ab September ganz einstellen. Für die Märkte scheine dies ein wenig zu viel des Guten gewesen zu sein. Im Handel kamen dagegen wieder Wachstumssorgen auf, zumal die Fed ihre Wachstumsprojektionen für die USA gesenkt hat. Nach einem sehr guten Jahresauftakt an den Aktienmärkten weltweit nahmen die Anleger daher nun Gewinne mit.

Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 11.550 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel um 4 Basispunkte auf nur noch 0,04 Prozent und notiert damit nicht mehr weit von der Nulllinie. Ein baldiges Abrutschen in den negativen Bereich ist wahrscheinlich. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,1 Prozent auf 3.367 Punkte nach.

Die Aktien der europäischen Banken verloren im Schnitt 1,4 Prozent. Die taubenhafte Fed hat die Renditen an den Anleihemärkten gedrückt, was grundsätzlich negativ für den Sektor ist. Daneben hatte die UBS am Vortag einen schwachen Ausblick geliefert, der auch für andere Institute von Relevanz sein dürfte. Deutsche Bank verloren 4,1 Prozent und Commerzbank 3,4 Prozent - beide Aktien litten zudem weiter unter der Skepsis der Anleger über eine mögliche Fusion beider Häuser. 

Heidelbergcement überzeugt nicht 

Heidelbergcement fielen um 1,3 Prozent. Sowohl der Gewinn als auch der Dividendenvorschlag lägen etwas unter den Erwartungen, hieß es im Handel. Die Citigroup hält indes an ihrer Kaufempfehlung fest. Im laufenden Jahr gehen die Analysten von einem deutlichen Abbau der Nettoverschuldung aus - unter anderem aufgrund des vom Management erwarteten starken Cashflows.

Wirecard verloren nach neuen Vorwürfen der "FT" 5,6 Prozent und waren damit DAX-Schlusslicht. Manager in Deutschland sollen fragwürdige Transaktionen gebilligt haben. "Wirecard kommt nicht zur Ruhe", sagte ein Händler. 

Die Aktie von Siemens legte dagegen um 1,1 Prozent zu. Eine Lösung für das Turbinengeschäft wäre für das Unternehmen sehr positiv, hieß es im Handel. Denn dieses sei eines der Problemfelder. Am Markt hieß es, Siemens könnte das Turbinengeschäft mit einem asiatischen Partner zusammenlegen. Das werde gerade ausgelotet. Händler verwiesen auf einen Bericht von Bloomberg. 

Für das Tom Tailor ging es um 7,1 Prozent nach oben. Der Verkauf der Problemtochter Bonita wurde an der Börse positiv gewertet. Die Tochter wird an die niederländische Victory & Dreams verkauft. Der deutsche Modekonzern steht selbst vor der Übernahme durch seinen chinesischen Hauptaktionär Fosun. 

Machtkampf bei Essilorluxottica verschreckt Aktionäre 

An der Börse kam zudem der Machtkampf um die Führung beim Brillenkonzern Essilorluxottica nicht gut an, für die Aktie ging es um 6,6 Prozent nach unten. Laut einem Bericht in der Zeitung "Le Figaro" geht es darum, wer Unternehmenschef Leonardo Del Vecchio folgen wird. Vecchio, Unternehmensgründer von Luxottica und Großaktionär über seine Holding Delfin, wollte Francesco Milleri als Nachfolger einsetzen. 

Der stellvertretende Vorsitzende von Essilorluxottica, Hubert Sagnieres, bedauert die öffentliche Art der Auseinandersetzung. Für Sagnieres liegt der Schwerpunkt auf der Einhaltung des Fusionsvertrags und der raschen Ernennung eines neuen CEO für die kombinierte Gruppe liege. Hier könne es nicht darum gehen, dass dieser von Vecchio inthronisiert werde. Für die Jefferies-Analysten sieht die jüngste Entwicklung nach einer ausgewachsenen Krise aus. Es sei zu hoffen, dass beide Seiten schnell handeln, um diese rasch zu entschärfen. 

Der britische Rüstungskonzern Chemring hat den Ausblick für 2019 zwar bestätigt, für das 2. Halbjahr wird das Unternehmen für den Umsatz und den operativen Gewinn allerdings vorsichtiger. "Betriebsstörungen an einigen Produktionsstandorten" nennt das Unternehmen als Grund. Chemring verlagert die Produktion nach einem Arbeitsunfall im vergangenen Jahr teilweise an einen anderen Standort. Für die Aktie ging es um 7,9 Prozent nach unten.

(Quelle:finanzen.net)

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