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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22. Mai 2019

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Indizes vom 21.05.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 21.05.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Aktienmärkten haben sich die Kurse am Dienstag wieder erholt. Der DAX stieg um 0,8 Prozent auf 12.143 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,5 Prozent auf 3.387 Punkte.

Angeführt wurde der Aufschwung von den Technologieaktien, weil die USA ihren Bann gegen den chinesischen Technologieriesen Huawei schon wieder lockern wollen. Der Boykott des chinesischen Technologiekonzerns hatte zu Wochenbeginn weltweit für Druck auf die Kurse von Technologieunternehmen gesorgt. In einer Verordnung, deren Veröffentlichung für Mittwoch geplant ist, wird das Handelsministerium nach eigenen Angaben eine auf 90 Tage befristete Lizenz für US-Exporte an Huawei und mehrere mit dem Konzern verbandelte Unternehmen zulassen.

Der Branchenindex der Technologietitel holte mit einem Plus von 1,6 Prozent gut die Hälfte der Verluste vom Vortag wieder auf. Auch die meisten anderen europäischen Branchenindizes schlossen im Plus, wenn auch nicht so stark. Trotzdem sind die Erwartungen von Marktanalysten gedämpft: Zunächst erwarten viele Charttechniker im DAX einen Handel in der jüngsten Seitwärtsspanne zwischen gut 11.800 und knapp 12.500 Punkten. "Ein Ausbruch ist erst einmal nicht in Sicht", sagte ein technischer Analyst.

Thyssenkrupp und Wirecard an der Gewinnerspitze

Thyssenkrupp zogen um 4,8 Prozent an. Der Aufsichtsrat hat der Abspaltung der Aufzugssparte zugestimmt. "Nun wird der Konglomeratsabschlag weiter ausgepreist", so ein Marktteilnehmer. Wegen dieser Entwicklung stünden auch VW mit Traton und Siemens mit den Gaskraftwerken im Blick. "Dem DAX wird die Entwicklung gut tun", ergänzte der Marktteilnehmer. Unter einer Sum-of-the-Parts-Betrachtung seien viele Konzerne an der Börse unterbewertet, die Summe der Teile sei also mehr wert als der Gesamtkonzern.

Siemens gewannen 1,6 Prozent, VW konnten mit einem geringen Minus von 0,1 Prozent allerdings nicht mithalten.

Wirecard stiegen um 4,4 Prozent auf 150,05 Euro. "Der Bereich Zahlungsabrechnung wächst, und Wirecard läuft nun anderen Aktien wie Paypal hinterher", sagte ein Marktteilnehmer. Die Deutsche Bank hatte zudem Wirecard am Montag mit einem Kursziel von 200 Euro zum Kauf empfohlen.

Adidas legten um 2,7 Prozent zu und markierten mit 257,75 Euro neue Rekordkurse. Adidas, Nike und andere Anbieter in den USA sind zuletzt gemeinsam gegen die Zölle auf in China gefertigte Schuhe vorgegangen. "Nun gibt es Hoffnung, dass die Trump-Regierung auch hier erst einmal einlenkt", so ein Händler. Allerdings war der Umsatz viel geringer als zum Rekordkurs vor zwei Wochen. "Ohne Volumen-Unterstützung besteht immer die Gefahr eines Fehlausbruchs", sagte ein weiterer Marktteilnehmer.

Auf der anderen Seite fielen Deutsche Telekom um 1,1 Prozent. Das US-Justizministerium soll weiter Bedenken wegen der geplanten Fusion zwischen T-Mobile-US und Sprint haben. Auch Beiersdorf und RWE gaben gegen den Trend nach.

Positive Interpretation der Ceconomy-Zahlen - Evotec stark

In der dritten ging es für Ceconomy nach der Zahlenvorlage um 7 Prozent nach oben. Bryan Garnier und Baader Helvea hoben das deutlich besser als erwartet ausgefallene bereinigte operative Ergebnis hervor. Den Ausblick hat Ceconomy bestätigt.

Evotec verteuerten sich um 1,2 Prozent. Das Unternehmen wird für umgerechnet bis zu 81 Millionen Euro die in Seattle ansässige Just Biotherapeutics übernehmen.

Guter Jahresauftakt für Telecom Italia - Thomas Cook erholt

Leicht positiv werteten die Analysten von Jefferies den Jahresauftakt von Telecom Italia. Das Unternehmen mache in allen Bereichen Fortschritte. Für die Aktie ging es um 2,2 Prozent nach oben.

Der Schweizer Spezialist für Hörsysteme Sonova (ehemals Phonak) kam mit seinen Zahlen für das zweite Halbjahr 2018/19 ebenfalls gut an. Laut den Analysten von Jefferies liegen Umsatz, EBITA wie auch Gewinn je Aktie über den Erwartungen. Sonova gewannen 6,3 Prozent.

Eine Kurserholung um 19 Prozent gab es bei Thomas Cook. Die Aktie hatte zuletzt aber nach schwachen Quartalszahlen und einer Analystenstimme mit einem Kursziel von "Null" aber auch massiv Federn gelassen.

Aegon stiegen mit einer Kaufempfehlung der ING um 3,6 Prozent. Norsk Hydro zogen um 5,6 Prozent an. Ein Bundesgericht in brasilianischen Belem hat das Produktionsembargo gegen die Norsk-Hydro-Tochter Alunorte aufgehoben.

Die Börse in Wien zeigte sich vom politischen Chaos in Österreich nach dem Auseinanderbrechen der Regierung wenig beeindruckt. Zwar hinkte der ATX den anderen europäischen Indizes hinterher, allerdings ging das zu großen Teilen auf das Konto des ex Dividende gehandelten Schwergewichts OMV, dessen Kurs um 2,2 Prozent fiel.

 

(Quelle:finanzen.net)

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