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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22. Oktober 2019

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Indizes vom 21.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 21.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen sind mit Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexits hat über das Wochenende weiter abgenommen, allerdings gibt es weiterhin keinen Fahrplan darüber, wann Großbritannien die EU verlassen wird. Premier Boris Johnson hat bei der EU eine Fristverlängerung beantragt, da er per Gesetz dazu gezwungen war. Unterschrieben hat er den Antrag allerdings nicht, sondern in einem zweiten Schreiben deutlich gemacht, dass er selbst gegen eine Verschiebung sei.

Neben den Entwicklungen rund um den Brexit stützen auch Aussagen des chinesischen Vizepremiers Liu He, der am Wochenende erklärte, die Verhandlungen mit den USA über die sogenannte Phase eins eines Handelsabkommens hätten substanzielle Fortschritte erbracht. Der DAX gewann 0,9 Prozent auf 12.748 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,6 Prozent auf 3.600 nach oben. Das Pfund notierte etwas fester und lag zu Börsenschluss knapp unter der Marke von 1,3000 Dollar. 

Moeller-Maersk erhöht die Prognose

Moeller-Maersk reagierten mit Aufschlägen von 7,8 Prozent auf die Anhebung der Prognose für das laufende Jahr. Die größte Containerreederei der Welt stellt nun ein EBITDA von 5,4 bis 5,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Bislang war ein Ergebnis von rund 5 Milliarden Dollar erwartet worden. Die Anhebung der Prognose dürfte nicht nur innerhalb des Sektors zur Kenntnis genommen werden, gilt Moeller-Maersk doch auch als Indikator für die Entwicklung des Welthandels. Hapag-Lloyd gewannen 6,3 Prozent.

Prosieben stiegen 4,6 Prozent. Positiv wurde an der Börse gewertet, dass Patrik Tkac bei dem Medienkonzern eingestiegen ist. Der slowakische Metro-Großaktionär hat 3,6 Prozent der Anteile erworben. Bei Metro ist Tkac zusammen mit Daniel Kretinsky über das gemeinsame Unternehmen EPGC seit dem gescheiterten Übernahmeangebot mit 17,52 Prozent beteiligt. Kretinsky und Tkac sind gemeinsam Teilhaber an mehreren europäischen Unternehmen im Medien- und E-Commerce-Sektor.

Wirecard erholten sich um 6,1 Prozent. Der Zahlungsdienstleister hat mit KPMG einen externen Prüfer beauftragt, der die in der "Financial Times" erhobenen Vorwürfe untersuchen soll. Das sei ein "Strategieschwenk", nachdem Wirecard noch in der vergangenen Woche keinen Anlass für einen Sonderprüfer gesehen hatte. "Es ist gut, dass das Unternehmen nun endlich den Schritt gegangen ist", so ein Aktienhändler.

SAP (plus 2,5 Prozent) geht mit großer Zuversicht in das vierte Quartal und sieht sich voll auf Kurs, die Ziele für 2019 wie auch mittelfristig zu erreichen. Die Wechselkursentwicklung wird im Gesamtjahr und im Schlussquartal wohl etwas mehr unterstützen als bislang erwartet. Der Positiveffekt für das Geschäftsjahr wird jetzt beim Betriebsergebnis mit 3 bis 5 Prozentpunkten veranschlagt statt 1 bis 3 Punkten im Juli.

Villeroy & Boch gewannen 3,5 Prozent. "Die meisten Zahlen sind zwar schlecht", sagte ein Händler. Hoffnung schüre aber der Auftragseingang, der deutlich zugenommen habe. Die Prognose hat das Unternehmen bestätigt. Aareal Bank rückten 2,9 Prozent vor. "Aareal scheint dem Druck der Investoren nachzugeben", hieß es im Handel. Teleios Capital Partners und Petrus Advisors hatten die Bank aufgefordert, die Software-Tochter Aareon zu verkaufen und damit den Mehrwert zu heben.

Sartorius kauft zu und legt Zahlen vor

Sartorius schlossen nach Quartalszahlen 8,3 Prozent fester. Der Gewinn je Aktie ist in den ersten neun Monaten auf 2,24 Euro gestiegen von 1,85 Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Sartorius bleibt auf Wachstumskurs, die Aktie ist aber auch schon kräftig gestiegen", so ein Händler. Sartorius kauft nun Teile des Life-Science-Portfolios von Danaher für rund 750 Millionen Dollar in bar.

Gegen den Trend gaben Immobilienaktien nach. Der rot-rot-grüne Berliner Senat will am Dienstag den geplanten Mietendeckel für rund 1,5 Millionen Wohnungen beschließen. Mit dem Stichtag 18. Juni 2019 sollen Mieten für fünf Jahre nicht mehr steigen dürfen. Auch sieht der Plan Mietsenkungen bei Wuchermieten und Neuvermietungen vor. Vonovia verloren 1 Prozent und Deutsche Wohnen 2,6 Prozent.

 

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