Börsen und Wirtschaftsnachrichten vom 23. Februar 2019

Samstag, 23 Februar 2019 06:20
Publiziert in Wirtschaft
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Börsen und Wirtschaftsnachrichten vom 23. Februar 2019 Indizes vom 22.02.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den Börsen in Europa ging es zum Wochenschluss nach oben, Wie bereits an den Tagen zuvor, notierten der DAX wie auch Euro-Stoxx-50 zwischenzeitlich auf einem Jahreshoch. Allerdings kam auch immer wieder Verkaufsinteresse an den Markt, so dass die Bäume nicht in den Himmel wuchsen. Zudem droht weiterhin Schlagzeilenrisiko von Seiten des US-Handelskonfliktes wie auch vom Brexit. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,2 Prozent höher bei 3.271 Punkten, der DAX legte um 0,3 Prozent auf 11.458 Punkte zu.

Keinen Stimmungskiller für die Börsen lieferten schwache Konjunkturdaten. So sank am Vormittag der Ifo-Geschäftsklimaindex auf das tiefste Niveau seit 2014. Die Commerzbank sieht im fortgesetzten Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas und insbesondere des Dienstleistungsindexes einen Anhaltspunkt für ein gestiegenes Rezessionsrisiko. Chefvolkswirt Jörg Krämer urteilte in einem Kommentar: "Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas ist ebenso wie der der Auftragseingänge mittlerweile ähnlich ausgeprägt wie vor einigen Rezessionen der zurückliegenden vierzig Jahre." 

 

 

 

Rohstoffwerte mit Übernahmefantasie 

Die Musik spielte in den Rohstoffaktien, deren Stoxx-Branchen-Index um 1,9 Prozent anzog. "Die immer wieder herumgehenden Übernahmespekulationen haben neue Nahrung bekommen und dürften jetzt verschärft weiterlaufen", sagte ein Händler. Vor allem bei der oft genannten Kombination von Barrick Gold und Newmont Mining hätten Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg nun bestätigt, dass Barrick ein konkretes Gebot für Newmont in den vergangenen Monaten geprüft habe. 

Aktuell hat Newmont eine Marktkapitalisierung von 18,9 Milliarden Dollar. Schon 2014 befanden sich beide Unternehmen in Gesprächen. Zudem habe Newmont am Vortag gute Geschäftszahlen vorgelegt und die Gewinnerwartungen übertroffen, hieß es im Handel. In Europa stiegen BHP, Anglo American und Rio Tinto um 1,7 bis 3,4 Prozent.

Den Verlierer unter den Branchen stellten die Unternehmen aus dem Nahrungsmittelsektor mit einem Minus von 0,8 Prozent. Auch wenn die Aktie von Kraft Heinz nicht in Europa gelistet ist, schickte das Kursdesaster von minus 25 Prozent nach einem Bündel schlechter Nachrichten eine Schockwelle durch die Branche. So ging es für AB Inbev um 3,6 Prozent nach unten. 

Die Zahlen zum dritten Quartal rechtfertigen nach Aussage der Berenberg-Analysten das Kursminus bei Elekta, die Aktie schloss über 13 Prozent leichter. Vor allem die Ertragsseite lieferte nicht. So verfehlte das bereinigte EBITDA die Markterwartung zweistellig. Das Unternehmen hat in der Folge das Margenziel auf 18 nach 20 Prozent gesenkt. 

Wirecard etwas erholt 

Am deutschen Markt führten Wirecard mit einem Plus von 4,4 Prozent die Gewinnerliste an. Wirecard-Chef Markus Braun geht von einer nachhaltigen Erholung aus. Operativ laufe es für Wirecard weiterhin sehr stark. Zu den in der Financial Times erhobenen Vorwürfen sagte Braun, die interne Untersuchung sei weitestgehend abgeschlossen: "Deshalb kann ich heute schon sagen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist." 

Aber auch die Berichtssaison lieferte wieder einmal Impulse. So konnte der Volkswagen-Konzern vergangenes Jahr trotz der schwierigen Branchensituation sowohl den Umsatz als auch den Gewinn leicht steigern. Das weiter florierende Geschäft beim Sportwagenhersteller Porsche und bei Nutzfahrzeugen dürfte die Einbußen bei Audi mehr als ausgeglichen haben. An der guten Entwicklung des Vorjahres will VW auch die Aktionäre über eine höhere Dividende beteiligen. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr überzeugte, die Aktie schloss leicht im Plus. 

Sika und St. Gobain nach Zahlen im Blick 

Sika gewannen 4 Prozent. Das Umsatzwachstum sei in allen Regionen sehr gut gewesen, die Marge allerdings wegen höherer Rohstoffkosten deutlicher als erwartet unter Druck gekommen, heißt es. Unter dem Strich zeigten die Zahlen aber eine sehr gesunde Entwicklung der Branche und seien damit gute Nachrichten für den Bau und Klebstoffhersteller. 

Der französische Bauzulieferer Saint-Gobain agierte nach Einschätzung von Davy in einem von zunehmender Konkurrenz geprägten Endverbrauchermarkt. Der Umsatztrend erscheine solide, obwohl die Margen in der zweiten Jahreshälfte nachgelassen hätten. Der Kurs fiel um 1,6 Prozent. 

(Quelle: finanzen.net)

 

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