Marktberichte

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 23. März 2019

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 23. März 2019 Indizes vom 22.03.2019 (C) finanzen.net

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 23. März 2019

FRANKFURT/MAIN. Konjunktursorgen haben an den Aktienmärkten in Europa zum Wochenschluss für kräftige Verluste gesorgt. Vor allem schwache Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Europa sorgten für Verunsicherung und in der Folge verstärkte Aktienverkäufe. Auch die Einkaufsmamangerindizes aus den USA fielen leicht unter den Erwartungen aus, blieben aber zumindest im Expansionsbereich. Gleichwohl verstärkten sich die Abgaben am Nachmittag noch einmal. Der DAX schloss 1,6 Prozent tiefer bei 11.364 Punkten und damit nur knapp über seinem Tagestief. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,8 Prozent auf 3.306 Punkte nach.

Das Wachstum in der Eurozone hat im März weiter an Fahrt verloren, da die Industrie noch tiefer in den kontraktiven Bereich abrutschte und auf das tiefste Niveau seit sechs Jahren fiel. Kritisch merkten die Helaba-Marktstrategen an, dass der Einkaufsmanagerindex im deutschen Verarbeitenden Gewerbe mit 44,7 auf den tiefsten Stand seit über sechseinhalb Jahren gefallen ist. Volkswirte hatten hier mit einer leichten Erholung gerechnet. Negativ sei zudem, dass in Frankreich beide Indikatoren unter der Wachstumsschwelle liegen.

Die Investoren positionierten sich vor allem defensiv, hieß es aus dem Handel. Stärker nach unten ging es auch mit dem Euro, für den nur noch 1,1290 Dollar bezahlt wurden nach 1,1390 Dollar vor den Daten am Morgen. Damit hat er im Tagesverlauf einen ganzen Cent verloren. 

Rendite zehnjähriger Bundesanleihe erstmals seit 2016 negativ 

Gesucht war vor allem der "sichere Hafen" der Anleihen. Erstmals seit Oktober 2016 liegt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder im negativen Bereich. Nach den enttäuschenden deutschen Daten stand sie am Abend bei minus 0,015 Prozent. Die Renditen aller kürzeren Laufzeiten notierten bereits zuvor mit einem negativen Vorzeichen. Zuletzt hatten die Bundesregierung, die Europäische Zentralbank (EZB) und etliche Forschungseinrichtungen sowie nationale und internationale Organisationen ihre Wachstumsausblicke für Deutschland und Europa gesenkt.

Stahlsektor von Konjunktursorgen belastet 

Der Rohstoffsektor stellte im Euro-Stoxx-Universum mit einem Abschlag von 3,7 Prozent den größten Verlierer. Ein wichtiger Grund dafür war die Schwäche der Stahlaktien: Thyssenkrupp verloren 3,5 Prozent, Salzgitter 5,2 Prozent und Arcelormittal 5,4 Prozent. Der Einbruch der deutschen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe hätten neue Konjunkturängste ausgelöst, hieß es zur Begründung im Handel. 

Diese belasten, wie auch die niedrigen Zinsen, die Banken: der Sektor verlor 3,1 Prozent. Auffallend schwach waren hier die italienischen Werte, so gaben Unicredit um 4,5 Prozent, UBI Banca ebenfalls um 4,5 Prozent und Intesa Sanpaolo um 2,6 Prozent nach. 

Debenhams hat ein Liquiditätsproblem 

Debenhams brachen an der Londoner Börse um 45,2 Prozent ein. Das Unternehmen versucht die Anleihehalter davon zu überzeugen, neuen Kreditlinien von 200 Millionen Pfund zuzustimmen, um die Zukunft des schwer angeschlagenen Kaufhauses zu sichern. Das Unternehmen schließt aber einen Totalverlust für die Debenhams-Anteilseigner nicht aus, sollte der Finanzierungsplan abgelehnt werden. 

Von fallenden Zinsen profitierten die Immobilienaktien. JP Morgan hat TLG Immobilien und Alstria Office auf die Kaufliste genommen. TLG Immobilien gewannen 1,2 Prozent und Alstria 0,5 Prozent. Der Real-Estate-Index legte gegen den Trend leicht zu. Goldman Sachs hat laut Händlern die positive Einschätzung zu den Versorgern RWE und Eon bekräftigt. RWE zogen um 3,0 Prozent an und Eon um 0,5 Prozent. Der als defensiv geltende Sektor-Index der Versorger schloss im Euro-Stoxx-Universum als einziger leicht im Plus.

(Quelle:finanzen.net)

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