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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 24. April 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 24. April 2019 Indizes vom 23.04.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag gut behauptet. Der DAX stieg um 0,1 Prozent auf 12.236 Punkte, damit reichte das kleine Plus für ein neues Jahreshoch im DAX. In der zweiten Reihe des deutschen Marktes ging es etwas stärker nach oben: Der MDAX gewann 0,7 Prozent und der TecDAX 1,1 Prozent. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,1 Prozent auf 3.504 Punkte zu. Der Umsatz war aber niedrig: "Der Markt wartet auf die Berichtssaison in Europa", so ein Händler. Nach der Jahresanfangs-Rally von 15 Prozent im DAX könnten die Quartalsbericht nun neue Impulse liefern. Sehr stark im Markt lagen am Dienstag die Öl-Aktien, schwach notierten die Aktien der Fluggesellschaften und die Papiere der Banken.

Der Stoxx-Branchenindex der Öl- und Gas-Titel stieg um 2,0 Prozent und markierte neue Jahreshöchststände. Bei den Einzeltiteln gewannen BP 2,6 und Royal Dutch Shell 2,2 Prozent. Total zogen um 1,8 Prozent an.

Teures Öl setzt Flieger-Aktien unter Druck 

Zur Begründung verwiesen Händler auf die anhaltende Hausse der Ölpreise, die derzeit von einem Jahreshoch zum nächsten steigen. Die US-Regierung will noch massiver als bisher gegen das iranische Ölgeschäft vorgehen. Ausnahmeregelungen, die einigen Ländern bislang weiterhin den Import iranischen Öls erlaubten, werden Anfang Mai beendet. An den Finanzmärkten wird nun eine weitere Verknappung des Öl-Angebots befürchtet. 

 

Verlierer der Entwicklung waren die Aktien der Fluggesellschaften. Im DAX fielen Lufthansa um 2,0 Prozent. In Paris gaben Air France-KLM 6 Prozent ab, und die Aktien der British-Airways-Mutter IAG verloren 3,6 Prozent. Der Index der Reise- und Freizeit-Aktien in Europa gab um 0,4 Prozent nach. Gegen den Branchentrend legten allerdings Thomas Cook kräftig zu, getrieben von Übernahmespekulationen.

Übernahmespekulation treibt Thomas Cook 

Für Thomas Cook ging es um 18,3 Prozent nach oben. Laut Medienberichten sollen gleich mehrere Unternehmen Interesse an einer vollständigen Übernahme oder an einem Kauf von Teilen des Reisekonzerns haben. Seit längerem gehen Gerüchte um, dass der chinesische Unternehmer Guo Guang Chang, der 17 Prozent der Thomas-Cook-Anteile hält, eine vollständige Übernahme anstreben könnte. Auch die Finanzinvestoren KKR und EQT sollen Interesse haben. 

Größter Verlierer unter den Branchen waren die Banken. Ihr Stoxx-Index fiel um 1,0 Prozent. Barclays verloren 1,7 Prozent, Societe Generale 2,6 Prozent und Unicredit 3,3 Prozent. Marktteilnehmer rechnen mit schwachen Quartalszahlen in der Branche, nachdem die UBS bereits vor einigen Wochen von einem schwierigen Umfeld gesprochen hatte. 

Die Aktie der Deutschen Bank schloss 1,6 Prozent im Minus, Commerzbank gaben um 2,8 Prozent nach. Die Fusionsgespräche erhalten laut einem Zeitungsbericht Gegenwind. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat der Widerstand im Aufsichtsrat der Deutschen Bank gegen eine Fusion mit der Commerzbank in den vergangenen Tagen zugenommen. Großaktionäre wie das Emirat Katar, der Vermögensverwalter Blackrock und das chinesische Konglomerat HNA hielten den Zusammenschluss für zu komplex in der Umsetzung, um erfolgreich zu sein, habe ein Aufsichtsrat der Zeitung ausrichten lassen. 

Auf der Gewinnerseite standen die zuletzt vernachlässigten Pharmawerte. Im DAX stiegen Fresenius um 2,9 Prozent und Merck KGaA um 2,4 Prozent. Thyssenkrupp wiederum fielen mit einer skeptischen Branchenstudie von Jefferies um 4 Prozent. 

10-Prozent-Swing bei Wirecard 

Daneben standen Wirecard im Blick. Sie legten schließlich um 2,8 Prozent zu. Am Morgen war der Kurs unter großen Umsätzen noch um bis zu 8 Prozent gefallen, nachdem die BaFin das Leerverkaufsverbot nicht verlängert hatte. "Der Anstieg erwischt nun viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß", sagte ein Händler. Im Verlauf sei mit der Erholung der Druck gewachsen, solche Leerverkaufspositionen auf fallende Kurse wieder einzudecken. 

Nach einer Gewinnwarnung ging es für Ahold Delhaize um 3,2 Prozent nach unten. Der Einzelhändler hat unter einem Streik seiner Belegschaft in den USA gelitten, der in der Zwischenzeit aber beigelegt worden ist. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht die Ahold Delhaize 2019 nur noch mit einer niedrigen einstelligen Rate steigen. Hier hatte das Unternehmen bislang ein hohes einstelliges Plus in Aussicht gestellt. Wie die ING anmerkte ging der Konsens bisher von einem Wachstum von 5 Prozent aus. Die Analysten haben ihre Kaufempfehlung für die Aktie bekräftigt. 

Umicore brachen nach einer Gewinnwarnung um 17,3 Prozent ein. Der Batteriehersteller nannte eine gedämpfte Nachfrage nach Elektroautos in China als Belastungsgrund sowie Margendruck wegen fallender Kobaltpreise. Umicore rechnet 2019 nun mit einem EBIT zwischen 475 bis 525 Millionen Euro. Dem stand laut Citigroup eine Konsensschätzung von 551 Millionen Euro sowie eine Schätzung der Citigroup von 525 Millionen Euro entgegen. 

Nur das schwarze Gold glänzt 

Während Öl von einem Hoch zum nächsten steigt, ist der Goldpreis auf den bisher tiefsten Stand in diesem Jahr gefallen. Am Nachmittag sei eine große Order zum Verkauf von Gold-Futures an den Markt gekommen, hieß es im Handel. Sie habe die Unze bis auf 1.266 Dollar gedrückt, den niedrigsten Stand seit Ende Dezember. "Gold könnte nun die 200-Tage-Linie testen", sagte ein Marktteilnehmer. Sie verläuft bei 1.251 Dollar. 

Einher ging der Goldpreis-Rücksetzer mit einem plötzlichen Anstieg des Dollar. Für einen Euro mussten am späten Nachmittag nur noch 1,1205 Dollar bezahlt werden nach etwa 1,1260 Dollar zum Tageshoch.

(Quelle: finanzen.net)

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