Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 24. Mai 2019

Freitag, 24 Mai 2019 06:06
Publiziert in Wirtschaft
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Indizes vom 23.05.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 23.05.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN.Europas Börsen sind am Donnerstag tiefrot aus dem Handel gegangen. Der sich hinziehende US-chinesische Handelskonflikt, der sich zunehmend zu einem Technologiekrieg entwickelt, lastete übergeordnet weiter auf den Börsen. In chinesischen Medien ist von einem "kalten Krieg über die Technologie" zu lesen. Der DAX verlor 1,8 Prozent auf 11.952 Punkten, im Tief lag der Index bei 11.926 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 schloss 1,8 Prozent niedriger bei 3.327 Punkten.

Hinzu kamen schwache Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA. Aus deutscher Sicht enttäuschte der ifo-Geschäftsklimaindex. Der Index sank im Mai auf 97,9 nach 99,2 und blieb damit klar unter der Schätzung von 99,1. Mit den Konjunktursorgen brach der Ölpreis regelrecht ein. Brent und WTI gaben um rund 5 Prozent nach. Der Öl- und Gassektor führte die Verliererliste im Stoxx-Universum mit einem Minus von 3,4 Prozent an.

In dem schwierigen Umfeld an den Börsen erfreuten sich Immobilienaktien als Hort der Sicherheit der Gunst der Anleger. Daneben stützte das negative Renditeumfeld bei sicheren Staatsanleihen. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zu Börsenschluss bei minus 12 Basispunkten, einem neuen Jahrestief. Vonovia gewannen 0,9 Prozent und Deutsche Wohnen 0,4 Prozent.

Bei den Einzelbewegungen am Berichtstag war zu beachten, dass viele Aktien ex Dividende gehandelt wurden. Dazu zählten Daimler, Commerzbank, Aareal Bank, Alstria Office, Bet-at-Home, Symrise und Uniper.

Deutsche Bank zum Tag der Hauptversammlung auf Rekordtief

Von der Hauptversammlung der Deutschen Bank war zu hören, dass die angeschlagene Bank den Umbau weiter vorantreiben will. "Wir sind zu harten Einschnitten bereit", sagte Vorstandschef Christian Sewing. Er hatte bereits vor einem Jahr am Tag der Hauptversammlung als damals frischgebackener CEO tiefe Einschnitte vor allem im Investmentbanking angekündigt. Auch ein Stellenabbau wurde damals eingeleitet.

Bereits vor Start des Aktionärstreffens sackte der Kurs der Aktie der Deutschen Bank kurz auf ein Rekordtief von 6,35 Euro ab. Zum Börsenschluss lag sie noch immer 2,4 Prozent zurück bei 6,45 Euro. "Für mich gibt es keinen Grund, warum man die Aktie kaufen sollte", so ein Händler.

Pfeiffer Vacuum ist beim Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019 vorsichtiger geworden. Der Vakuumpumpen-Spezialist hat die Bandbreite von Umsatz und Gewinnmarge nach unten ausgeweitet. Die Aktie verlor 4,9 Prozent.

CTS Eventim legten gegen den Trend um 1,2 Prozent zu. Die Zahlen fielen leicht unter den Erwartungen aus. Das Geschäftsmodell gilt insgesamt als solide, was den Anlegern in den aktuell schwierigen Zeiten zu gefallen scheint.

Casino Guichard ausgesetzt

Die Aktie der französischen Einzelhandelskette Casino Guichard wurde nach kräftigen Verlusten vom Handel ausgesetzt. Vorausgegangen war die Suspendierung der Aktie der mit hohen Schulden kämpfenden Muttergesellschaft Rallye. Sie hatte sich am Mittwoch um gut 7 Prozent verbilligt und war auf ein Allzeittief gefallen. Casino lagen vor der Aussetzung am Donnerstag 6,4 Prozent im Minus. Der Börsenbetreiber Euronext Paris teilte mit, dass die Rallye-Aktie auf Wunsch des Unternehmens selbst vom Handel ausgesetzt worden sei im Vorfeld einer Pressemitteilung.

Vivendi gaben um 4 Prozent nach. Am Markt wurde auf Berichte verwiesen, nach denen Vivendi für die Universal Music Group (UMG) eher strategische Interessen im Blick habe als den Preis. "Das drückt angesichts der bisher kursierenden hohen Preisvorstellungen auf den Kurs", so ein Marktteilnehmer.

In London schnellte der Kurs des Dienstleisters Serco dagegen um 7,4 Prozent nach oben. Damit quittierte der Markt die Übernahme eines Marinegeschäfts in den USA positiv. Thomas Cook gewannen 2,1 Prozent. Der Touristikkonzern hat teilte mit für sein Nordeuropa-Geschäft ein "highly preliminary" (hochgradig vorläufiges) und nur "indikatives" Gebot von Triton Partners erhalten zu haben. Daneben sollen mehrere Gebote für Teile bzw das gesamte Airline-Geschäft eingegangen sein.

Pfund fällt und fällt - Euro auf Jahrestief

Das britische Pfund ist angesichts des Brexit-Chaos weiter auf dem Weg nach unten, konnte im späten Handel die Verluste aber etwas eingrenzen. Die Analysten der ING geben als Ziel 1,25 Dollar aus. Es sehe so aus, als ob Premierministerin Theresa May in der kommenden Woche ihren Hut nehmen werde, nachdem sie weitere Unterstützung von Kabinettsmitgliedern verloren habe. "Was als nächstes kommt ist völlig ungewiss, aber am wahrscheinlichsten ist, dass der Markt im Sommer das zunehmende Risiko eines 'No-Deal-Brexit' einpreisen wird". Nach bereits 13 Tagen in Folge mit Kursverlusten notierte das Pfund bei 1,2663 Dollar - im Tagestief war es auf fast 1,2600 Dollar nach unten gegangen.

Der Euro markierte derweil bei 1,1107 Dollar ein neues Jahrestief. Als zumindest potenzieller Belastungsfaktor für die Börsen und den Euro gilt die Europawahl. In den Niederlanden und ausgerechnet im ausstiegswilligen Großbritannien hat sie bereits begonnen. Laut Umfragen dürften die europakritischen Parteien starke Zugewinne verzeichnen. Im späten Handel erholte sich indes der Euro und stand bei 1,1171 Dollar.

(Quelle. finanzen.net)

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