Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 25. Mai 2019

Samstag, 25 Mai 2019 06:58
Publiziert in Wirtschaft
veröffentlicht von
Indizes vom 24.05.2019 (C) finanzen.net) Indizes vom 24.05.2019 (C) finanzen.net)

FRANKFURT/MAIN. Nach dem Vortagesabsturz zeigten sich Europas Aktienmärkte zum Wochenausklang leicht erholt. Händler warnten indes, dies nicht als der Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung zu werten. Denn eigentlich habe sich die Stimmung kaum gebessert. Der US-chinesische Handelskonflikt nehme weiter Fahrt auf, von Deeskalation oder gar Einigung gar nicht zu sprechen. Zudem förderten die Europa-Wahlen am Wochenende und die am Montag wegen des "Memorial Days" geschlossenen US-Börsen auch nicht unbedingt die Kauflust. In diesem Umfeld gewann der DAX 0,5 Prozent auf 12.011 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,7 Prozent auf 3.351 Punkte zu.

Lediglich zur Kenntnis genommen wurde der Rücktritt von Premierministerin Theresa May per 7. Juni vom Amt als Parteichefin. Damit macht sie den Weg für einen neuen Premierminister frei. Die Londoner Börse reagierte gar nicht, der FTSE-100 zeigte sich wie schon vor den Schlagzeilen freundlich und gewann 0,6 Prozent. Auch am Devisenmarkt fiel die Reaktion recht verhalten aus, auch wenn sich die Volatilität im Pfund erhöhte. Der Rücktritt sei erwartet worden, so ein Analyst. Das Brexit-Abkommen werde wohl nicht mehr Anfang Juni dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Analyst wertete die Entwicklungen grundsätzlich als negativ für das Pfund, auch wenn der Markt aktuell dies anders bewerte.

Casino haussieren nach Handelsaussetzung

Während die Aktie des französischen Supermarktbetreibers Casino Guichard-Perrachon nach der Aussetzung am Vortag haussierte, brachen die Titel der Muttergesellschaft Rallye in Paris ein. Mit Sorge um die Finanzlage der Mutter hatte die Casino-Aktie seit Anfang April rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Nun kletterte der Kurs um 7,5 Prozent, Rallye brachen dagegen um 61,3 Prozent ein. Rallye hat Gläubigerschutz beantragt und diesen für zunächst sechs Monate bewilligt bekommen.

Für Casino hat es nach Einschätzung der Jefferies-Analysten keine unmittelbaren Auswirkungen, dass das Mutter-Unternehmen unter Gläubigerschutz steht. Laut der Deutschen Bank bedeutet der Gläubigerschutz für Rallye nicht automatisch, dass die Liquiditätsprobleme ausgestanden sind. Das Unternehmen versuche mit diesem nicht risikolosen Schritt, den von sogenannten Leerverkäufern ausgehenden Druck zu mildern. Die Schuldentilgung sei lediglich für bis zu 18 Monate ausgesetzt. Sie könne über zehn Jahre zeitlich neu gestreut werden, hieß es weiter.

Der italienische Versicherer Generali verkauft das Abwicklungsportfolio für Lebensversicherungen seiner britischen Tochter an die Reinsurance Group of America (RGA). Die bestehenden Verpflichtungen auf der Basis von geschätzten Erwartungswerten des Portfolios beliefen sich per Ende 2018 auf rund 680 Millionen Euro. Mit dem Verkauf stärkt Generali ihre Kapitalposition. Der Kurs gewann 2,0 Prozent.

Die Geschäftszahlen von Julius Bär wurden leicht negativ aufgenommen. Dabei verwiesen die Analysten der Citi zum einen auf die Margenentwicklung. So lag die Bruttomarge mit 82 Basispunkten zwar höher als im schwachen zweiten Halbjahr 2018, verfehlte den Vara-Konsens allerdings deutlich. Während sich Julius Bär wegen des Cost-Income-Ratios von unter 73 auf die Schulter klopfte, ist es für die Analysten noch ein weiter Weg, das 2020er Ziel von unter 68 zu erreichen. An der Börse ging es für die Aktie um 1,3 Prozent nach unten.

GAM Holding haussierten um 15,4 Prozent an der Schweizer Börse nach dem Einstieg von Finanzinvestor George Soros. Dieser hat sich mit 3 Prozent an dem Asset Manager beteiligt. Der Schritt wird von den Anlegern als Vertrauensbeweis gesehen, nachdem die Aktie auf Jahressicht mehr als 70 Prozent an Wert verloren hat. Hintergrund waren Ungereimtheiten im wichtigsten Anlageprodukt des Hauses, dem sogenannten Absolute Return Bond Fonds (ARBF). Dieser ist laut Vontobel in der Zwischenzeit erfolgreich abgewickelt worden.

Stratec startet solide ins Jahr und bestätigt den Ausblick

Adidas gaben um 0,2 Prozent nach. Hier belastete eine gesenkte Gewinnprognose durch Foot Locker. Der Laborgerätehersteller Stratec hat derweil Umsatz und Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert und seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Konzernumsatz legte währungsbereinigt um 17,6 Prozent zu, das bereinigte EBIT wurde auch dank einer höheren Marge und Skaleneffekten um 26,2 Prozent gesteigert. Die Titel stiegen um 0,7 Prozent.

Die Aktien der Restaurantkette Vapiano gaben zwischenzeitliche Gewinne wieder vollständig ab und gingen unverändert aus dem Handel. Positiv wurde aufgenommen, dass die Finanzierung über 30 Millionen Euro von Banken und Großaktionären steht. "Damit ist das Liquiditätsproblem erst einmal gebannt", sagte ein Marktteilnehmer. Osram legten um 3,5 Prozent auf 28,43 Euro zu. Im Handel hieß es, zum einen stützte die Kaufempfehlung der Deutschen Bank mit einem Kursziel von 37 Euro weiter. Zum anderen wurde auf die vagen Übernahmegerüchte verwiesen, die ständig um Osram schwebten.

(Quelle: finanzen.net)

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