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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 25.November 2020

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Indizes vom 24.11.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 24.11.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach einem verhaltenen Wochenstart haben Europas wichtigste Börsen am Dienstag wieder Gas gegeben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) ging 1,30 Prozent höher bei 3507,98 Punkten aus dem Handel. Damit versuchte er sich wie schon am Vortag am nachhaltigen Ausbruch über die Hürde von 3500 Punkten, an der er zuletzt wiederholt gescheitert war. Für den französischen CAC 40 ging es am Dienstag um 1,21 Prozent auf 5558,42 Punkte bergauf. Der britische FTSE 100 gewann 1,55 Prozent auf 6432,17 Zähler.

Gute Konjunkturdaten aus Deutschland gaben der Hoffnung, dass bald Impfstoffe gegen Corona für eine wirtschaftliche Erholung sorgen könnten, zusätzlich Nahrung. Dazu kamen positive Nachrichten aus den USA: Dank der offenbar wachsenden Einsicht von Noch-Präsident Donald Trump in seine Wahlniederlage knackte der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) erstmals in seiner langen Geschichte die Marke von 30 000 Punkten.

Die deutsche Wirtschaft kam nach dem Absturz in der Corona-Krise wieder besser in Schwung als zunächst angenommen: Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September im Vergleich zum zweiten Quartal stärker, als es vorläufige Daten belegt hatten. Das vom dem Münchener Ifo-Institut berechnete Geschäftsklima fiel zwar im November angesichts des neuen Teil-Lockdowns, hielt sich aber etwas besser als befürchtet. Derweil fand das enttäuschende französische Geschäftsklima an den Märkten kaum ein Echo.

Zudem beginnt der Übergang zwischen der Regierung von Amtsinhaber Trump und dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden. Er habe die Behörden und seine Mitarbeiter angewiesen, mit Biden zu kooperieren, teilte Trump auf Twitter mit. Kurz zuvor hatte die zuständige Behörde GSA Biden als offenkundigen Wahlsieger eingestuft. Damit zeichnet sich das Ende einer wochenlangen Hängepartie um die Führung der Vereinigten Staaten ab.

"Die Meldungen, dass es schon bald drei wirksame Impfstoffe gegen das Coronavirus geben könnte, sind exzellente Nachrichten", sagte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. Das alltägliche Leben sowie die Wirtschaft und die Märkte sollten sich daher im kommenden Jahr weiter normalisieren. In den vergangenen Tagen hatte es mehrere positive Nachrichten zur Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Impfstoffen gegeben.

Die Wette der Anleger auf eine Konjunkturerholung zeigte sich auch daran, dass sie wie schon am Vortag vor allem Aktien aus dem Öl- und Gassektor kauften: Deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 stieg um über viereinhalb Prozent. Schwäche zeigten dagegen erneut die Indizes der als defensiv geltenden Papiere der Konsumgüter- und Medizinunternehmen: Sie verloren jeweils mehr als ein halbes Prozent.

Profiteure eines Corona-Impfstoffs wären die Akteure des internationalen Flugverkehrs. Aktien von Airbus (Airbus SE (ex EADS)) legten entsprechend um 3,7 Prozent zu. Für die Papiere von Air France-KLM ging es sogar um elf Prozent nach oben. Aktien der britisch-spanischen Airline-Holding IAG (International Consolidated Airlines) stiegen in London um knapp zweieinhalb Prozent. Auch dem angeschlagenen Tourismus könnte ein Corona-Impfstoff Rückenwind verleihen. TUI-Aktien schnellten in London um fast 16 Prozent nach oben.

In Mailand gewannen Enel mehr als vier Prozent. Der Stromversorger will den Gewinn bis 2023 jährlich um bis zu zehn Prozent steigern und setzt dafür verstärkt auf Alternative Energien und Verteilernetze.

Dass der irische Baustoffproduzent CRH trotz der Belastungen durch die Corona-Krise wieder eine Gewinnprognose wagt, bescherte ihm ein Kursplus von knapp fünfeinhalb Prozent sowie einen der vorderen Plätze im EuroStoxx.

 

(Quelle: finanzen.net)

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