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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 27. September 2019

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Indizes vom 26.09.2019 (C) finanzen.nezt Indizes vom 26.09.2019 (C) finanzen.nezt

FRANKFURT/MAIN. Nach dem Rücksetzer am Vortag präsentierten sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag von ihrer freundlichen Seite. Unterstützung kam dabei vom Euro, der mit 1,0922 Dollar kurzfristig auf Jahrestief notierte. Die Gemeinschaftswährung leidet unter einem starken Dollar, der laut Hussein Sayed, Chefstratege bei FXTM, weiter von seinem Ruf als sicherer Hafen profitiert. Die Brexit-bedingte politische Krise in der EU, die sich weiter nähernde Rezession in der EU und die in den Industriestaaten gedrückten Anleiherenditen seien allesamt Gründe für Investoren, im Dollarhafen Sicherheit zu suchen.

Im Blick standen zudem Unternehmensmeldungen mit Warnungen von Imperial Brands und IAG sowie Salzgitter. Derweil hat sich das Konsumklima in Deutschland etwas aufgehellt, wie die Forscher der GfK bereits am Morgen mitteilten. Der DAX stieg um 0,4 Prozent auf 12.289 Punkte, der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 3.532 Punkte.

Salzgitter kürzt wegen Kartell-Risikovorsorge die Prognose

Der Stahlkonzern Salzgitter rechnet 2019 wegen eines laufenden Kartellrechtsverfahrens mit einem Jahresverlust. Die im Jahresabschluss 2018 gebildete Risikovorsorge wird zum 30. September um etwa 140 Millionen Euro aufgestockt. Zudem werden Restrukturierungskosten in noch zu bestimmender Höhe erwartet, so dass sich der Verlust vor Steuern im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen dürfte. Die DZ Bank hat bereits ihre Schätzungen wie das Kursziel für die Aktie gesenkt, die 7,6 Prozent leichter aus dem Handel ging.

Aus der zweiten Reihe standen ebenfalls Metro im Blick. Am Markt wurden die Sparpläne leicht positiv gesehen. Der Handelskonzern will die Effizienz steigern. Das kostet zwar zunächst bis zu 65 Millionen Euro, soll aber anschließend jährliche Einsparungen in mittlerer zweistelliger Millionen-Höhe bringen. Für die Aktie ging es um 2 Prozent nach oben.

Imperial Brands stürzen nach Warnung ab

Stärkere Kursausschläge gab es bei den europäischen Werten. Der Tabakkonzern Imperial Brands rechnet nur noch mit 2 Prozent statt zuvor 4 Prozent Umsatzplus. Die Aktie stürzte um 13 Prozent ab. Imperial Brands könnte den Pessimismus in ihrer Gewinnwarnung übertrieben haben, vermuteten die Analysten von RBC, auch wenn sich der Zwischenbericht generell für die Tabakbranche nicht gut lese.

Die Fluglinie IAG rechnet damit, dass der Gewinn das Niveau aus dem vergangenen Jahr nicht erreichen wird. Neben den Streiks bei British Airways belasteten schleppende Buchungszahlen bei den zu dem Konzern gehörenden Billigfluglinien. Die Aktie verlor 4 Prozent, im Schlepptau fielen Lufthansa um 2,4 Prozent.

Die Aktie von Carnival befindet sich in rauer See, für sie ging es in London um 7,2 Prozent nach unten. Zwar hat der Kreuzfahrer mit dem Gewinn im dritten Quartal überzeugt, wird aber beim Ausblick für das laufende Geschäftsjahr auch wegen der steigenden Kraftstoffpreise vorsichtiger. ABN Amro sackten um 12 Prozent ab. Die niederländische Bank ist wegen Geldwäsche ins Visier der Behörden geraten. Wie das Institut mitteilte, ermittelt die niederländische Staatsanwaltschaft gegen die Bank.

Ericsson gaben 2,2 Prozent nach. Das Unternehmen rechnet für das dritte Quartal mit einer Rückstellung von 12 Milliarden schwedischen Kronen (umgerechnet 1,12 Milliarden Euro) im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC und des Justizministeriums. Für eine Beilegung des Streits gehen die Schweden von einer Strafzahlung von einer Milliarde US-Dollar aus.

Der Kurs von Pearson brach nach einer Gewinnwarnung um 14 Prozent ein. Der britische Medienkonzern sieht den Gewinn im laufenden Jahr nur noch am unteren Ende der bisher genannten Spanne. Auf Konzernebene sei nur noch ein bereinigter operativer Gewinn von 590 Millionen Pfund Sterling zu erreichen, nachdem hier bislang bis zu 640 Millionen Pfund in Aussicht gestellt worden waren. Der Verleger von Lehrbüchern teilte mit, das US-Segment für höhere Bildung habe auf Sicht der ersten neun Monate einen Umsatzrückgang um 10 Prozent erlebt.

 

(Quelle:finanzen.net)

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