Marktberichte

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 28. Februar 2019

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 28. Februar 2019 Indizes vom 27.02.2019 (C) finanzen.net

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 28. Februar 2019

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Mittwoch kleinere Gewinnmitnahmen verzeichnet. Der DAX fiel um 0,5 Prozent auf 11.487 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 3.283 Punkte. Ein chaotischer No-Deal-Brexit gilt mittlerweile als ausgepreist, eine Lösung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits dagegen als zunehmend wahrscheinlich. Damit wendet sich der Markt wieder anderen Belastungsfaktoren zu, so der Krise zwischen Indien und Pakistan, die bislang aber keinen großen Belastungsfaktor darstellt.

Trotz der kleinen Gewinnmitnahmen bleiben laut Marktteilnehmern die Jahreshöchststände in Reichweite. Fed-Chef Powell hat vor dem US-Kongress taubenhafte Töne angeschlagen. Die US-Wirtschaft wachse weiter solide, Zinserhöhungen seien aber derzeit nicht nötig. 

 

 

Auf der Devisenseite zog das Pfund weiter an auf 1,3317 Dollar nach Ständen von 1,3250 Dollar am Dienstagabend. Weiterhin stützend wirkte, dass Premierministerin Theresa May dem britischen Parlament die Möglichkeit einräumen will, den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU zu verschieben, sollten die Parlamentarier ihren Deal mit der EU weiter ablehnen. May strebt aber nur einen kurzen und begrenzten Aufschub des Austrittdatums aus der EU an. Der an der Börse gefürchtete "No-Deal-Brexit" verliert damit an Schrecken. 

Beiersdorf mit schwachem Ausblick 

Bei den Einzeltiteln stand der Kurseinbruch von Beiersdorf um 9,8 Prozent im Fokus. Schlecht kam der Ausblick des Konsumgüterherstellers an: "Den kann man auch wie eine Gewinnwarnung interpretieren", meinte ein Händler. Denn Beiersdorf erwarte sowohl den Umsatz als auch die Marge unter Vorjahr. Der künftige Investitionsbedarf macht sich bemerkbar. Im Sog von Beiersdorf standen auch Henkel unter Druck, der Kurs fiel um 0,8 Prozent.

Dagegen gewannen Bayer 4,2 Prozent. "Die Zahlen sind überwiegend besser ausgefallen als erwartet", sagte ein Marktteilnehmer. Das gelte sowohl für den bereinigten operativen Gewinn auf EBIT-Basis als auch für den bereinigten Gewinn je Aktie. Den Ausblick hat Bayer bestätigt. 

Jedoch nimmt die Zahl der Klagen wegen Glyphosat weiter zu. Laut Bayer lagen am 28. Januar bereits 11.200 Klagen vor, Ende Oktober waren es 9.300 gewesen. Immer mehr US-Bürger machen den Unkrautvernichter Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich und verlangen Schadensersatz von Bayer, nachdem ein erster Prozess zugunsten des Klägers ausgegangen ist. 

Möglicher Bieterwettstreit für Versum 

Merck KGaA gerieten nach einem Gebot für Versum über knapp 6 Milliarden Dollar unter Druck und verloren 4,2 Prozent. Ein Händler sieht die Gefahr eines Bieterwettstreits mit Entegris. Entegris und Versum haben sich eigentlich schon auf eine Fusion unter Gleichen via Aktientausch verständigt. Strategisch mache ein Versum-Kauf für Merck Sinn, wenngleich er nicht billig wäre. Durch die Übernahme würde Merck seine Position als führender Anbieter für Elektronikmaterialien weiter stärken. 

Während es für Marks & Spencer (M&S) nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung und der Kürzung der Dividende um 12,5 Prozent nach unten ging, gewannen Ocado 2,9 Prozent. Der am Vortag bekannt gegebene Deal wird im Handel als vorteilhaft für Ocado gewertet. Wie RBC anmerkt, ist die Transaktion für M&S teuer, das Joint-Venture mit dem Onlinehändler im Nahrungsmittelbereich sei aber wohl die einzige Hoffnung für M&S in diesem Bereich mittel- bis langfristig Geld zu verdienen. 

Für Verluste von 11,7 Prozent bei Air France-KLM sorgte die Ankündigung eines Staatseinstieges durch die Niederlande. Es weckt Sorgen, dass es Streit zwischen den Großaktionären Frankreich und Niederlande gibt, denn die Niederlande begründen die Anteilsaufstockung mit einem "Ausbalancieren" des französischen Anteils. Paris hält 14,3 Prozent, Amsterdam soll nun 12,68 Prozent halten, will aber nach Angaben des Finanzministers bis auf die französische Höhe aufstocken. 

Pirelli erst hui, dann pfui 

Ein Wechselbad der Gefühle durchlief die Pirelli-Aktie. Sie hatte zunächst ein Jahreshoch bei 6,25 Euro markiert nach der Ankündigung der Zahlung einer Dividende - die erste seit vier Jahren. Den Gewinn hat der Reifenhersteller im vergangenen Jahr verzweieinhalbfacht. Das Papier schloss allerdings 4,1 Prozent auf 5,82 Euro im Minus. Auslöser für den Kurssturz dürfte ein Bloomberg-Artikel sein, laut dem China National Chemical einen Verkauf ihrer Pirelli-Beteiligung erwägt. Pirelli bezeichnete den Artikel als Spekulation. 

RWE gaben um 2,4 Prozent nach, Eon um 1,2 Prozent. Grund könnte nach Händlerangaben ein belastender Bericht in der "Rheinischen Post" gewesen sein. Danach halten Bundestagsjuristen eine Entschädigung von RWE für den Kohleausstieg für unnötig. Die Aussicht auf eventuelle Milliardenentschädigungen hatte zuletzt für eine kräftige Erholung beim Versorger gesorgt.

(Quelle:finanzen.net)

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