Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 3. August 2018

Freitag, 03 August 2018 01:35
Publiziert in Wirtschaft
veröffentlicht von
Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 3. August 2018 Indizes vom 02.08.2018 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Börsen sind am Donnerstag unter die Räder geraten. Hintergrund war der wieder an Schärfe gewinnende Handelsstreit zwischen den USA und China. Das Weiße Hause drohte, Zölle von 25 Prozent auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Erwägung zu ziehen statt bislang 10 Prozent. Die weiter auf Hochtouren laufende Berichtssaison spielte dagegen für die Gesamtmärkte nur eine untergeordnete Rolle. Der exportlastige DAX verlor 1,5 Prozent auf 12.546 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,1 Prozent auf 3.469 Zähler nach unten.

Volatil reagierte das Pfund auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of England (BoE). Diese hatte wie erwartet den Leitzins auf 0,75 Prozent erhöht, zugleich aber einen taubenhaften Ausblick geliefert. Gouverneur Mark Carney erklärte auf der Pressekonferenz, dass die Bandbreite der möglichen Brexit-Ergebnisse "breit" sei. Offenbar hielt er auch ein Ausscheiden aus der EU ohne einen Vertrag für möglich. Das löste neue Brexit-Ängste am Markt aus. Das Pfund reagierte zunächst mit Aufschlägen auf die Zinsentscheidung, kam mit den Carney-Aussagen aber unter Druck. Der Euro stand zu Börsenschluss bei 0,8908 Pfund nach 0,8868 zum Zeitpunkt der Zinsentscheidung. 

 

Siemens DAX-Verlierer Nummer eins 

Aus dem DAX legten Siemens, BMW und Conti ihre Geschäftszahlen vor. Der Gegenwind von der Währungsseite belastete den Umsatz bei Siemens im vergangenen Geschäftsquartal. Auch eine Verbesserung der Industriemarge konnte den Kurs nicht stützen, er fiel um 4,7 Prozent. Damit führten Siemens-Aktien die Verliererliste im DAX an. 

Auch BMW konnte im zweiten Quartal beim Gewinn nicht an den guten Vorjahreszeitraum anknüpfen. Zudem enttäuschte die Margenentwicklung. Der Kurs fiel um 0,4 Prozent. VW gaben mit 2,2 Prozent und Daimler mit 1,4 Prozent noch sehr viel stärker nach. Der Handelsstreit belastete. Fresenius stiegen dank einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank mit Kursziel 84 Euro um 2,3 Prozent auf 68,20 Euro.

Für die Conti-Aktie ging es trotz ordentlicher Geschäftszahlen 1,8 Prozent nach unten. Bryan Garnier konnte auf dem aktuellen Bewertungsniveau nur wenig Potenzial nach oben identifizieren. Gegen den Trend ging es für Infineon 1,1 Prozent nach oben. Die Aktie wurde gestützt von der Nachricht, dass der Chiphersteller eine Zusammenarbeit mit der chinesischen Alibaba im Cloud-Geschäft startet. 

LSE trotzen negativem Umfeld - Countrywide brechen ein 

LSE trotzten dem negativen Börsenumfeld und stiegen nach Zahlenausweis um 3,2 Prozent. Die Börse in London war im ersten Halbjahr in allen Bereichen gewachsen und hatte den Gewinn um 30 Prozent gesteigert. Countrywide brachen nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung an der Londoner Börse um 62,8 Prozent ein. Das britische Immobilienunternehmen, das unter der Schwäche des britischen Immobilienmarktes leidet, will auf diesem Weg 140 Millionen Pfund einnehmen. 

Die UBS sprach mit Blick auf den Quartalsbericht von Intesa Sanpaolo von durchwachsenen Geschäftszahlen der italienischen Bank. Der Nettogewinn sei zwar höher als erwartet ausgefallen, was vor allem auf niedrigere Kosten und höhere Einnahmen aus dem Handels- und Versicherungsgeschäft zurückzuführen sei. Die Einnahmen aus dem Kerngeschäft hätten allerdings die Erwartungen nicht erfüllt. Intesa gaben 3,9 Prozent nach, für Societe Generale ging es nach Zahlenausweis um 2,3 Prozent nach unten. 

Andritz überzeugt 

Sehr gut kamen die Geschäftszahlen des Anlagenbauers Andritz im Wiener Handel an. Gegen den schwachen Gesamtmarkt in Europa ging es für die Aktien um 4,7 Prozent nach oben. Vor allem die Hausse im Auftragseingang mit über 43 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahrsquartal überraschte positiv. Sehr stark laufe der Bereich Pulp & Paper, hieß es am Markt. 

Den Kurssprung von 9,7 Prozent bei Metro führten Händler auf die offensichtliche Trendwende im Russland-Geschäft zurück. "Das ist eine systematische Neubewertung der Aktie und könnte dauerhaft sein", sagte ein Händler. Bei den Analysten von Jefferies hieß es dazu, aus Russland gebe es ermutigende Zeichen, der Druck auf den Großhandel lasse nach. Für Prosiebensat1 ging es nach Zahlenvorlage um 1,7 Prozent nach unten. 

Hugo Boss gaben 2,8 Prozent nach, Delivery Hero 1,7 Prozent. Bei Boss enttäuschte die Entwicklung des freien Cashflows, Delivery Hero veröffentlichte eine Gewinnwarnung. Im TecDAX fielen Pfeiffer Vacuum um 4,8 Prozent, nachdem der Gewinn die Erwartungen nicht erfüllt und der Chart nun ein technisches Verkaufssignal erzeugt hatte.

(Quelle: finanzen.net)

Gelesen 219 mal
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

 
Premium Dienstleister aus Frankfurt am Main

Finden Sie hier die Branchenpartner unseres Vertrauens aus Frankfurt am Main und profitieren Sie von Ihnen!

Ähnliche Artikel