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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 30. Januar 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 30. Januar 2019 Indizes vom 29.01.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An Europas Börsen hat sich am Dienstag eine freundliche Tendenz durchgesetzt. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,5 Prozent auf 3.153 Punkte, nachdem er am Vormittag noch leichter tendiert hatte. Bis auf die Technologie- und die Auto-Titel schlossen alle Branchen im Plus. Der Technologie-Index wurde wie der DAX von SAP gebremst. Der DAX zog um lediglich 0,1 Prozent an auf 11.219 Punkte. SAP fielen nach neuen Geschäftszahlen um 2,8 Prozent auf 89,81 Euro.

"Der Markt setzt auf eine taubenhafte US-Notenbank", sagte ein Händler. Deshalb würden Rücksetzer bei den Aktien trotz aller Risiken wie Handelsstreit und Brexit derzeit gekauft. Gold war ebenfalls gesucht. Der Preis für die Feinunze stieg auf 1.310 Dollar. Das entspricht dem höchsten Stand seit sieben Monaten. 

 
 

 

SAP enttäuscht bei der Marge - Philips überzeugt die Börse 

Bei SAP machten Händler Licht und Schatten aus. Bei der Marge haben die Walldorfer die Markterwartung im Schlussquartal nicht erreicht. Mit 34,3 Prozent verfehlte die operative Marge nicht nur den Konsens der Analysten von 35,3, sondern lag sogar unter dem Vorjahreswert. Positiv wertete ein Marktteilnehmer dagegen die Softwarelizenzen, die 2018 mit 4,647 Milliarden Euro Umsatz die Erwartung übertrafen. Leicht positiv wurde zudem der 2019er-Ausblick gewertet. Die Anhebung der 2020er-Ziele war dagegen erwartet worden. 

Bei den Autotiteln fielen VW mit dem Streik im ungarischen Motorenwerk der Tochter Audi um 1,4 Prozent. Conti gaben mit einem Minus von 1,8 Prozent noch etwas stärker nach.

Philips hat im vierten Quartal 2018 mehr umgesetzt als erwartet. Seine eigenen Ziele für das Gesamtjahr 2018 hat der Anbieter von Gesundheitstechnologie und Haushaltsgeräten erreicht und startet nun ein neues Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro. Zudem stockt der Konzern die Dividende um 6 Prozent auf. An der Amsterdamer Börse ging es für Philips um 2,3 Prozent nach oben. 

Versorger profitieren vom Kohle-Kompromiss 

Stark im Markt lagen dagegen vergleichsweise konjunkturunabhängige Aktien. Eon führten mit einem Plus von 2 Prozent die Gewinnerliste im DAX an, RWE stiegen um 1,6 Prozent. "Der Markt rechnet mit steigenden Strompreisen", so ein Händler. Der so genannte Kohlekompromiss habe diese Erwartungshaltung noch einmal verstärkt. 

Auch andere konjunkturresistente Aktien konnten sich kräftig erholen. So gewannen Beiersdorf 1,5 Prozent und Henkel 1 Prozent. Linde zogen um 1,8 Prozent an. 

Nach schwächeren Geschäftszahlen sanken die Aktien von Siemens Healthineers dagegen um 4,4 Prozent. Höhere Anlaufkosten für die Labordiagnostikplattform Atellica sowie negative Währungseffekte belasteten den operativen Gewinn. 

Siemens Gamesa wiederum stiegen um 13 Prozent. Die stabile Preisgestaltung und die unveränderte Unternehmensprognose sorgten für Zuversicht. Siemens selbst zogen um ein halbes Prozent an. 

Sartorius zweistellig im Plus - Ertragsseite stark 

Sartorius machten einen Satz um 18,2 Prozent nach oben. "Vor allem die Ertragsseite überzeugt", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die 2018er-Zahlen. Die Marge konnte leicht gesteigert werden, der Nettogewinn legte um knapp 22 Prozent zu. Nachdem die Aktie mit dem Gesamtmarkt im vierten Quartal 2018 unter Druck gestanden hat, wird ihr nun Erholungspotenzial zugebilligt. 

Zalando (minus 8,1 Prozent) setzten dagegen negative Analystenkommentare zu. Nach Angaben aus dem Handel haben sowohl Societe Generale wie auch Wells Fargo das Papier abgestuft. 

Norwegian Air stürzen an der Börse ab 

Norwegian Air brachen um rund 15 Prozent ein. Die Geschäftszahlen sind nach Einschätzung von Bernstein deutlich unter den Erwartungen ausgefallen, was nach Meinung der Analysten auf gestiegene Kosten zurückzuführen sein dürfte. Nun erhöht die Fluglinie das Kapital. Laut Davy hatte sich eine Kapitalerhöhung abgezeichnet, nachdem IAG mitgeteilt hatte, an einer Übernahme der Norweger kein Interesse zu haben. 

Royal Mail fielen um 13,3 Prozent. In den neun Monaten bis Weihnachten ging das Briefgeschäft um 8 Prozent zurück. Auch die Zukunft sieht nicht rosig aus, hier erwartet die britische Post einen weiteren Schwund zwischen 7 und 8 Prozent. In der Folge sieht Marktstratege Michael Hewson von CMC Markets den 2019er Gewinn am unteren Ende der Unternehmensspanne von 500 bis 530 Millionen Pfund. Eine kleine Sonderkonjunktur könnte allerdings anstehen, wenn die Parteien aufgrund möglicher Neuwahlen vermehrt Wahlsendungen verschicken sollten, oder falls es hohes Brief-Aufkommen im Fall einer zweiten Brexit-Abstimmung geben sollte. 

Im SDAX gaben Leoni mit einer Abstufung 5,3 Prozent ab. Dagegen stiegen Südzucker um 4,3 Prozent, das Unternehmen reagiert nun mit einer Umstrukturierung auf den Verfall der Zuckerpreise in der EU.

(Quelle: finanzen.net)

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