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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 31. Januar 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 31. Januar 2019 Indizes vom 30.01.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den Börsen in Europa haben sich die Anleger mit Blick auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend zurückgehalten. Während es am deutschen Aktienmarkt ein paar Punkte nach unten ging, schlossen andere Indizes in Europa im Plus. Aber auch der Beginn der US-chinesischen Handelsgespräche sorgte für eine gewisse Zurückhaltung. Für die Einzelwerte lieferte die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison neue Impulse. Der DAX schloss 0,3 Prozent leichter bei 11.182 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Handel, auch dank steigender Rohstoffwerte, 0,3 Prozent höher bei 3.162 Zählern.

Wirecard stürzen nach neuerlichen Betrugsvorwürfen ab 

In einer schon erschreckenden Regelmäßigkeit belasten Betrugsvorwürfe, die letzten gab es erst im Dezember, die Aktie von Wirecard massiv. Doch nun der Reihe nach. Am Morgen legte der Zahlungsdienstleister zunächst überzeugende Zahlen vor. Der Umsatz stieg 2018 um 41 Prozent, die Ertragskennziffer EBITDA um 38 Prozent. Quartal für Quartal geht es deutlich zweistellig nach oben. Für die einen ist es eine Erfolgsstory, andere können sie einfach nicht glauben. 

 
 

 

Am Nachmittag berichtete die Internet-Seite der Financial Times über zweifelhafte Geldströme in Asien. Eine Sprecherin von Wirecard erklärte auf Anfrage, dass der Bericht "völlig substanzlos" sei. An der Börse befand sich die Aktie bereits im freien Fall, innerhalb von Minuten wurden Milliarden Euro an Unternehmenswert vernichtet. Man kann gespannt sein, wie CEO Markus Braun reagiert. Bei derartigen Kursattacken kaufte er in der Vergangenheit gerne Aktien, gleichsam als Zeichen seines Bekenntnisses zum Unternehmen. Nach einem Tief bei 126 Euro berappelte sich die Aktie im späten Geschäft und schloss immer noch gut 13 Prozent leichter bei 145,15 Euro. 

Den DAX-Gewinner stellte die Covestro-Aktie mit einem Plus von 5,4 Prozent. Positiv wurde an der Börse eine Meldung gewertet, dass Wanhua Chemical, einer der wichtigsten MDI-Produzenten weltweit, eine Preiserhöhung von 5,6 Prozent gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben hat. Das seien auch positive Nachrichten für Covestro, die verstärkt in die MDI-Produktion investiert und erst im Oktober den Bau einer neuen MDI-Fabrik in den USA angekündigt hatte. MDI ist ein Isolierstoff, der im Bau sowie etwa bei Kühlschränken eingesetzt wird.

LVMH stark - China-Aussagen stützen Sektor 

LVMH stiegen um 6,9 Prozent. Der französische Luxusgüterkonzern hat die Erwartungen auf hohem Niveau erfüllt und einen zuversichtlichen Ausblick auf das laufende Jahr geliefert. Positiv wurden im Handel insbesondere Aussagen zum China-Geschäft aufgenommen: LMVH sprach von einer ungebrochenen Kauflust der chinesischen Kunden und sieht keine Schwächeanzeichen. Die Befürchtung eines schwächeren China-Wachstums belastete zuletzt den gesamten Sektor. Kering gewannen 3,3 Prozent, der Index der Konsumgüterhersteller stieg um 1,9 Prozent. 

Ein spannendes Thema war zudem die Konsolidierung bei den Börsenbetreibern. Nach der Gegenofferte der Nasdaq für Oslo Bors ging es für Euronext um 1,2 Prozent nach unten. Die US-Amerikaner bieten 152 norwegische Kronen und übertreffen damit die Euronext-Offerte von 145 für die Norweger. Viel wichtiger ist dabei, dass die Nasdaq die Unterstützung des Oslo-Bors-Vorstandes besitzt. Die Erfolgsaussichten des Nasdaq-Gebots sind indes gering, hält die Euronext doch bereits mehr als 50 Prozent der Oslo-Bors-Anteile bzw. hat die Möglichkeit, diese zu erwerben. 

Die 2018er Zahlen von Lonza profitierten von der guten Entwicklung im Bereich Pharma und trafen nach Aussage der Jefferies-Analysten die Markterwartung. Auch das 2019er Umsatzziel überzeuge. Vielmehr ist es ist der vage Margenausblick, der die Börse verschreckt. Für die Aktie ging es in der Folge um 7,3 Prozent nach unten. 

Nach der Insolvenz von Gerry Weber in der Vorwoche stand nun Tom Tailor in den Schlagzeilen. Der schwächelnde Hamburger Modekonzern hat den Kapitalmarkt mit der Ankündigung einer möglichen Kapitalerhöhung aufgeschreckt, die Aktie fiel um 14 Prozent. 

Wie taubenhaft wird die Fed? 

Die US-Notenbank hat trotz des Booms am US-Arbeitsmarkt keinen Grund zur Eile bei weiteren Zinserhöhungen. Mit Blick auf die geldpolitische Entscheidung der Fed rechnen Marktteilnehmer mit einem taubenhaften Auftritt von Fed-Chef Jerome Powell. Der Fokus für die Märkte liegt auf dem Ausblick, insbesondere auf der Frage, ob dieser nach der US-Haushaltssperre weiter verwässert wird. Bislang stellt die US-Notenbank zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr in Aussicht, am Markt werden indes praktisch keine Schritte mehr eingepreist. Vor der Zinsentscheidung handelte das Währungspaar Euro-Dollar mit 1,1420 stabil.

(Quelle: finanzen.net)

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