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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 4. April 2019

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 4. April 2019 Indizes vom 03.04.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Deutliche Aufschläge haben Europas Aktienmärkte am Mittwoch verzeichnet. Der Euro-Stoxx-50 und der DAX markierten neue Jahreshochs. Für eine erhöhte Risikobereitschaft sorgten gute Wirtschaftsdaten aus China, die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China sowie die Aussicht, dass die Briten einen harten Brexit vermeiden. Unter Druck standen dagegen die Bundesanleihen, die Rendite der zehnjährigen Laufzeit sprang mit 0,007 Prozent wieder knapp in den positiven Bereich. Der DAX stieg um 200 Punkte oder 1,7 Prozent auf 11.954 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 1,2 Prozent auf 3.436 Punkte zu.

In China fielen die Einkaufsmanagerindizes für den immer wichtiger werdenden Service-Bereich besser als vom Markt erwartet aus. Im US-chinesischen Handelsstreit hoffen Anleger zudem auf das Endspiel mit dem Eintreffen der chinesischen Delegation unter Führung von Vizepremier Liu He in Washington. Auch beim Brexit dominiert weiter die Hoffnung auf eine marktfreundliche Lösung. Premierministerin Theresa May will den Austritt erneut verschieben und mit Oppositionsführer Jeremy Corbyn über den Brexit und die künftige Anbindung an die EU verhandeln. Die Labour-Opposition gilt als europafreundlich. 

 

Kauflaune allerorten - Autowerte gesucht 

Die zunehmende Risikobereitschaft der Anleger sorgte im Index der Automobilwerte für ein Plus von 1,4 Prozent. Vor allem die Zulieferer stiegen kräftig, so Faurecia (plus 5,0 Prozent) und Valeo (plus 2,4 Prozent) in Frankreich. Continental im DAX legten um 2,8 Prozent zu, VW um 1,7 Prozent und BMW um 1,9 Prozent. 

Hier half zudem, dass die Automobilhersteller im März auf dem US-Markt gut abgeschnitten haben. VW fallen mit einem Absatzplus von 14 Prozent positiv auf, dies war das beste März-Ergebnis seit 2013. BMW schaffte mit der Kernmarke ein Absatzplus von 2,9 Prozent. Daimler hatte dagegen bei Mercedes-Benz fast 5 Prozent Minus zu vermelden, was allerdings auf neue Produkteinführungen zurückgeht. Die Daimler-Aktie stieg dennoch um 1,0 Prozent. 

Ölpreise auf Jahreshoch 

Die Preise für WTI und Brent markierten im frühen Handel zunächst neue Jahreshochs, doch hat das US-Energieministerium einen unerwartet deutlichen Anstieg seiner Ölvorräte gemeldet. Das warf die Ölpreise zurück. Da die kurzlaufenden Ölkontrakte noch stärker als die längerlaufenden anzogen, werteten Händler dies als "Rückkehr der Spekulation" an die Märkte. Dies dürfte noch einige Tage für frische Kapitalzuflüsse und damit einen "Risk On"-Modus auch bei Aktien sorgen. Als gute Konjunkturnachricht wurde zudem der Anstieg der Eisenerzpreise im chinesischen Handel gewertet. Stahlaktien wurden daher gekauft: Arcelormittal stiegen um 2,6 Prozent, und Thyssenkrupp um 2,4 Prozent. 

Aber auch Halbleiteraktien standen hoch im Kurs. STMicro gewannen 5,7 Prozent und AMS 4,1 Prozent. Infineon stellten mit einem Plus von 4,4 Prozent den größten DAX-Gewinner. Händler verwiesen hier auf Aussagen von Taiwan Semiconductor, wonach die Nachfrage von den Smartphone-Herstellern wieder anzögen. 

Defensive Werte wurden gemieden 

Verlierer waren erneut die Aktien aus dem defensiven Sektor. So zeigten sich aus dem DAX Beiersdorf und Merck KGaA mit Abgaben von jeweils 0,2 Prozent. Ein Blick auf die Branchen in Europa zeigte, dass Pharma, Nahrungsmittel sowie Nicht-Zyklische Konsumgüter zu den schwächsten Sektoren gehörten. 

Die Aktie von Prosieben stieg um 5,6 Prozent nach Berichten, wonach sich die italienische Mediaset nach passenden Übernahmezielen umschaue. Prosieben seien nach dem Kurssturz "ein attraktives Ziel", meint ein Händler. Bei Shop Apotheke ging es nach Zahlenausweis um 7,8 Prozent nach oben. Der Umsatz der Online-Apotheke stieg um 30 Prozent und der Ausblick wurde bestätigt. 

1&1 Drillisch und United Gewinner der 5G-Entwicklung 

 

Die Telekommunikationsunternehmen 1&1 Drillisch (plus 5,3 Prozent) und United Internet (plus 6,2 Prozent) gelten als Gewinner der Entwicklung um die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen 5G. Mit dem aktuellen Gesamtvolumen aller Gebote von 2,63 Milliarden Euro deutet sich ein geringer Auktionserlös an. Die vier Bieter - Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland sowie 1&1 Drillisch - sind sich weitgehend einig, wie der Aufstellung der Bundesnetzagentur zu entnehmen ist. "Vermutlich hat Drillisch nur für ein Minimalpaket geboten", so ein Händler. United Internet ist mit gut 73 Prozent Hauptaktionär bei 1&1 Drillisch.

(Quelle: finanzen.net)

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