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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 6. Juli 2019

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Indizes vom 05.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 05.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Aktienmärkten ist es am Freitag im Verlauf des Nachmittaghandels etwas nach unten gegangen. Der DAX fiel auf Tagessicht um 0,5 Prozent auf 12.559 und der Euro-Stoxx-50 um 0,5 Prozent auf 3.528 Punkte. "Das sind Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende", sagte ein Händler. Zudem zogen die Renditen am Anleihenmarkt wieder etwas an, nachdem die US-Wirtschaft im Juni deutlich mehr Stellen geschaffen hatte als erwartet. Stärker unter Druck standen die Rohstoffaktien und die Titel der Industriegüterhersteller. Deutlich nach oben ging es am Nachmittag mit den Aktien der Deutschen Bank.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen hatte sich mit minus 0,367 Prozent wieder etwas vom jüngsten Rekordtief von minus 0,41 Prozent gelöst. Damit folgte sie der US-Rendite. Die US-Wirtschaft hatte außerhalb der Landwirtschaft 224.000 neue Stellen geschaffen und damit mehr als erwartet. "Der generellen Zinsfantasie sollte das aber keinen Abbruch tun", sagte ein Händler. Denn die Mai-Stellenzahlen wurden nach unten revidiert, die Arbeitslosenquote Quote war im Juni sogar gestiegen und die Stundenlöhne legten langsamer zu als erwartet.

Preiseinbruch bei Eisenerz drückt Basic Resources

Verlierer Nummer eins waren die Rohstoff-Aktien mit einem Minus ihres Stoxx-Branchenindex von 2,2 Prozent. Grund war ein Einbruch der Eisenerzpreise: Diese fallen derzeit so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. So gab die Notierung zuletzt 6,6 Prozent nach. Angefacht wurde der Preisverfall von Meldungen aus China, denen zufolge die dortige Branchenvereinigung Berichten über Preisspekulationen nachgehe, die den starken Preisanstieg in den vergangenen sechs Monaten ausgelöst haben könnten.

Im Sog ging es auch mit den Stahlpreisen nach unten und mit diesen fielen auch die Stahlaktien. So gaben Arcelormittal um 2,5 Prozent nach, womit sich der Verlust seit Jahresbeginn auf nahezu 16 Prozent summierte. Thyssenkrupp sanken um 1,4 Prozent. Im DAX standen auch die rohstoffnahen Heidelbergcement mit einem Minus von 2,5 Prozent unter Druck.

Auftragseingang eingebrochen

Der Auftragseingang der deutschen Industrie war im Mai gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent gefallen. Damit lag er arbeitstäglich bereinigt um 8,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Darunter litten am deutschen Markt Siemens mit einem Minus von 2,9 Prozent, aber auch Thyssenkrupp. In Europa fiel der Index der Investitionsgüterwerte um 1,9 Prozent.

In der zweiten Reihe des deutschen Markts gaben Kion um 3,5 Prozent nach. Auch die TecDAX-Industriewerte Pfeiffer Vacuum und Jenoptik waren unter Druck geraten.

Deutsche Bank vor AR-Sitzung sehr fest

Deutsche Bank stiegen dagegen um 2,5 Prozent. "Das sind Käufe vor der Aufsichtsratssitzung", sagte ein Händler. Mit der Trennung von Investmentbank-Chef Garth Rithie gebe es ein weiteres Indiz für eine "große Umstrukturierung". "Da will keiner am Montag mit zu großen Shorts oder einer zu starken Untergewichtung da stehen", ergänzte der Händler. Erwartet wurde unter anderem ein Abbau um 15.000 bis 20.000 Stellen.

Unter den Nebenwerten zogen Zalando um 6,2 Prozent an. Gestützt wurde die Stimmung laut Händlern unter anderem von JP Morgan, das Haus soll die Prognose für den operativen Gewinn leicht nach oben genommen haben. Und Morphosys (plus 2,8 Prozent) machten die Verluste aus der vergangenen Woche weiter wett.

Osram-Kurs spiegelt Skepsis wider

Auf Unternehmensseite sorgte weiter Osram für Gesprächsstoff. Die Führungsriege des Lichttechnologieunternehmens hatte sich für die Annahme des Übernahmegebots der Finanzinvestoren Carlyle und Bain von 35 Euro je Aktie ausgesprochen. Damit war das Risiko, dass der Deal zustande kommt, zwar gesunken; allerdings wollen die Bieter auch eine Mindestannahmequote von 70 Prozent sehen.

"Viele Aktionäre haben die Aktien deutlich höher einstehen", meinte ein Marktteilnehmer. Er rechnete daher damit, dass die Aktie weiterhin mit einem Abschlag zum Gebotspreis handeln wird. An andere Stelle hieß es, viele Aktionäre könnten auch damit rechnen, dass sich das Osram-Geschäft demnächst wieder erholt und deswegen nicht allzu abgabewillig sein. Osram legten um 2,2 Prozent auf 33,21 Euro zu.

Einen Kurssprung um 14,3 Prozent machte die Aktie der Fintech Group. Der Anbieter von Finanztechnologie will gemeinsam mit der Investmentbank Lazard strategische Optionen prüfen, um die "erheblichen Wachstumschancen optimal nutzen zu können". Das sorgte für Kursfantasie.

Spekulation über ein angebliches erneutes Interessa von IAG an Norwegian Air trieb den Kurs um 7,7 Prozent nach oben, obwohl aus Kreisen der Betroffenen Dementis kamen. IAG sanken um 0,3 Prozent.

(Quelle:finanzen.net)

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