Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 6. März 2019

Mittwoch, 06 März 2019 05:03
Publiziert in Wirtschaft
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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 6. März 2019 Indizes vom 5. März 2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen sind gut behauptet aus dem Dienstag gegangen. Der DAX zog um 0,2 Prozent auf 11.621 Punkte an, und der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,3 Prozent auf 3.327 Punkte. Etwas gestützt wurde die Stimmung im späten Geschäft von guten US-Konjunkturdaten: Sowohl der ISM-Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe als auch die Daten zu den Neubauverkäufen waren deutlich besser ausgefallen als erwartet. Der Dollar stieg daraufhin zum Euro auf den höchsten Stand seit zwei Wochen.

Viele Marktteilnehmer sprachen aber auch von einer Pattsituation. Auf der Oberseite biete die 200-Tagelinie bei gut 11.800 DAX-Punkten starken Widerstand. Und auf der Unterseite bremse eine charttechnische Lücke oberhalb von 11.525 Punkten den DAX auf dem Weg nach oben. Denn solche Lücken werden erfahrungsgemäß fast immer geschlossen. 

 
 

 

Morgan Stanley und Merrill negativ gestimmt 

Der US-Broker Morgan Stanley meinte, die Erholung der vergangenen Wochen sei nur eine Bärenmarktrally wegen einer taubenhaften US-Notenbank und der Entspannung um China gewesen. Dies sei nun vorbei, Aktienpositionen sollten daher geschlossen werden. "Die Angst vor einem Fehlausbruch wie Anfang Februar ist hoch, daher könnte es auch hier schnell zu einem Ausverkauf kommen", sagte ein Händler. 

Die Anlagestrategen von Bank of America-Merrill Lynch verglichen die Situation mit der von 2016. Nach der damaligen Zinspause der US-Notenbank habe der Euro-Stoxx-50 zwei Monate zugelegt, danach sei er aber noch einmal an die alten Tiefststände zurückgefallen. Erst im Anschluss habe dann eine nachhaltige Rally eingesetzt.

Marktteilnehmer untergewichtet 

Auf der anderen Seite sind laut Händlern viele Anleger immer noch untergewichtet. "Sie dürften Rückschläge zum Kauf nutzen", sagte ein anderer Marktteilnehmer. Der DAX verschnaufe unterhalb der 200-Tagelinie bei 11.841 Punkten. Da andere Indizes wie der französische CAC-40 den wichtigen gleitenden Durchschnitt bereits überwunden hätten, werde voraussichtlich auch der DAX folgen. 

Gefragt waren in Europa die Aktien der Telekommunikationsbranche mit einem Anstieg des Stoxx-Subindexes um 0,7 Prozent. "Der Markt sucht defensive Aktien", sagte ein Händler. Vodafone gewannen gut 2 Prozent, nachdem die neuen Wandelanleihen stark gefragt gewesen waren. Auch Pharma-Aktien legten zu. 

Verkauf der Methacrylat-Sparte stützt Evonik weiter 

Gewinner des Tages waren Evonik. Der Kurs des Chemiekonzerns profitierte vom Verkauf der Methacrylat-Sparte und gewann 4,3 Prozent. Der Verkaufspreis hätte zwar höher ausfallen können, da er nur dem 8,5-fachen EBITDA der Sparte entspreche. Allerdings bekomme Evonik nun 3 Milliarden Euro in die Kasse, hieß es im Handel. Verhaltene Quartalszahlen trübten die Freude über den Verkauf nicht, obwohl sie zum Teil deutlicher unter den Schätzungen ausfielen. 

Auf der anderen Seite sackten Wacker Chemie um knapp 9 Prozent ab. Händler verwiesen auf den Ausblick: Das Unternehmen geht für 2019 unter anderem von "voraussichtlich niedrigeren Durchschnittspreisen für Polysilizium" aus. 

Kurseinbrüche in Wien 

Zumtobel brachen an der Wiener Börse um 12,4 Prozent ein. Nicht gut kam der Umsatzeinbruch im wichtigsten Absatzmarkt Großbritannien von fast 14 Prozent an. Es sei unklar, wie er sich angesichts der Investitionszurückhaltung im britischen Immobilienmarkt künftig entwickeln werde, hieß es im Handel. 

Ähnlich stark erwischt es Raiffeisen International. Der Kurs sackte um 12,3 Prozent ab. Grund waren Vorwürfe der Geldwäsche nach einer Anzeige der Londoner Fondsgesellschaft Hermitage Capital Management, wie es bei der österreichischen Recherche-Plattform Addenum.org hieß. Die österreichische Bank hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Ihr lägen weder die konkreten Beschuldigungen noch weitere Informationen zur Anzeige vor, so die Bank. 

Hypoport im Minus trotz guter Zahlen 

Trotz guter Geschäftszahlen gaben Hypoport um 3,4 Prozent nach, vermutlich aufgrund von Gewinnmitnahmen. Die Plattform für Immobilienkredite des Unternehmens wachse weiter gut, die hauseigene Umsatzprognose sei übertroffen worden, hieß es. Angesichts der Nähe zum Immobilienmarkt habe die Aktie allerdings nicht die teils horrenden Kurskorrekturen der Small Caps mitgemacht und sei weiter in einem intakten Aufwärtstrend.

(finanzen.net)

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